KlimawandelGesundheitsgefahr durch Extremtemperaturen und Luftverschmutzung

Extreme Temperaturen und Luftverschmutzung könnten bis 2100 jährlich 30 Millionen Todesfälle verursachen, warnen Forschende und fordern dringende Maßnahmen.

Würfel mit der Aufschrift "Klima"
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Die Forscher*innen stützen ihre Berechnungen auf Projektionen von 2000 bis 2090, die sie in Zehnjahresintervallen analysierten.

Eine internationale Studie unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für Chemie warnt vor einer drastischen Zunahme der Sterblichkeitsraten durch Luftverschmutzung und abnorme Temperaturen bis Ende des Jahrhunderts.

30 Millionen Todesfälle jährlich bis 2100

Bis zum Jahr 2100 könnte die Zahl der jährlichen Todesfälle durch Luftverschmutzung und extreme Temperaturen auf 30 Millionen ansteigen. Laut der Studie könnten temperaturbedingte Sterbefälle siebenmal und durch Luftverschmutzung verursachte Todesfälle fünfmal so hoch sein wie im Jahr 2000. Im Jahr 2000 starben rund 1,6 Millionen Menschen aufgrund extremer Temperaturen und 4,1 Millionen durch Luftverschmutzung. Bis Ende des Jahrhunderts könnten diese Zahlen auf 10,8 Millionen bzw. 19,5 Millionen steigen.

Extreme Temperaturen gefährden 20 Prozent der Weltbevölkerung

Die Ergebnisse zeigen, dass mindestens 20 Prozent der Weltbevölkerung bis Ende des Jahrhunderts ein höheres Risiko durch extreme Temperaturen als durch Luftverschmutzung haben werden. In wohlhabenden Regionen wie Westeuropa, Nordamerika und im asiatisch-pazifischen Raum sterben bereits heute mehr Menschen an extremen Temperaturen als an verschmutzter Luft. 

Dieser Trend wird sich auch in Ländern wie Polen, Rumänien, Argentinien und Chile fortsetzen. Die höchsten Sterberaten werden in Süd- und Ostasien erwartet, was vor allem an der alternden Bevölkerung liegt. In diesen Regionen wird Luftverschmutzung auch weiterhin eine der Haupttodesursachen bleiben. 

Moderate Fortschritte im Klimaschutz reichen nicht aus

Die Forschenden analysierten Projektionen von 2000 bis 2090 und erstellten ihre Prognosen auf Basis eines Szenarios mit moderatem Klimaschutz. Die Studie unterstreicht die Dringlichkeit von Maßnahmen: „Der Klimawandel ist nicht nur ein Umweltproblem; er bedroht direkt die öffentliche Gesundheit“, sagt Pozzer. Jean Sciare vom Cyprus Institute ergänzt: „Die Ergebnisse der Studie zeigen, wie wichtig es ist, jetzt zu handeln, um künftige Verluste an Menschenleben zu verhindern.“

Konsequenzen und Handlungsbedarf

Die Ergebnisse verdeutlichen die Notwendigkeit globaler Maßnahmen gegen den Klimawandel und die Luftverschmutzung. Die Forschenden appellieren, die Risiken für die öffentliche Gesundheit ernst zu nehmen und gezielte Strategien zu entwickeln, um künftige Verluste an Menschenleben zu verhindern.

Quelle: Max-Planck-Institut für Chemie