
Die Angst in Bezug auf die Behandlung bei einem bevorstehenden Krankenhausaufenthalt ist gestiegen und auf dem höchsten Wert seit Befragungsbeginn. Das berichtet die KKH Kaufmännische Krankenkasse.
Kontinuierlicher Anstieg seit 2021
Seit 2019 befragt das Marktforschungsinstitut forsa jährlich im Auftrag der KKH Menschen zum Thema "Sorgen in Bezug auf die Behandlung bei einem Krankenhausaufenthalt". Im August 2024 wurden bundesweit 1002 Personen im Alter von 18 bis 70 Jahren telefonisch befragt. Mit folgendem Ergebnis:
- Ein Drittel der Befragten im Alter von 18 und 70 Jahren (34 %) äußert Ängste in Bezug auf die Behandlung.
- Frauen sorgen sich häufiger als Männer (42 versus 27 %).
Bei der ersten Messung im Jahr 2019 lag der Anteil bei 29 %. Mit Beginn der Corona-Pandemie im Jahr 2020 sank er auf 17 %. Nun erreicht er nach einem kontinuierlichen Anstieg seit 2021 einen neuen Höchstwert.
Laut der forsa-Umfrage hat knapp jeder zweite Befragte (45 %) schon einmal das Gefühl gehabt, dass eine Ärztin oder ein Arzt nicht gleich die richtige Diagnose für sein medizinisches Problem gestellt hat. 55 % waren dagegen noch nicht in einer solchen Situation. Sollten Zweifel an der Diagnose bestehen, würden die meisten Befragten (87 %) eine zweite Arztmeinung einholen. Gut ein Drittel der Befragten (37 %) würde sich im Internet informieren bzw. selbst recherchieren, worum es sich bei dem medizinischen Problem handeln könnte – Frauen etwas häufiger als Männer und 18- bis 34-Jährige häufiger als Befragte ab 35 Jahren. 16 % der Umfrage-Teilnehmenden würden bei Zweifeln an der Diagnose bei ihrer Krankenkasse nachfragen. Nur 4 % der Befragten würden im Falle einer Diagnose-Unsicherheit abwarten und erstmal nichts machen.
Mögliche Gründe für steigende Sorge
Knapp jeder zweite Besorgte (47 %) begründet seine Angst vor einer stationären Behandlung mit eigenen schlechten Erfahrungen. Fast ebenso viele (46 %) haben Negatives gehört. Dr. Sonja Hermeneit, Ärztin bei der KKH sieht als einen möglichen Grund: "Fachkräftemangel und die Notwendigkeit einer Krankenhausreform werden vielfach diskutiert, das ist auch in der Gesellschaft angekommen und möglicherweise ein Grund für das sinkende Vertrauen in deutsche Kliniken."
Dabei wurde in den vergangenen Jahren auch viel für Patientensicherheit getan, so die Medizinerin: „Mehr Qualitäts- und Sicherheitsvorgaben, Mindeststandards für ein sachgerechtes Risiko- und Fehlermanagement sowie strengere Hygienestandards und der Ausbau von Fehlermeldesystemen in Krankenhäusern sind nur einige Beispiele.“
Gemeinsames Entscheiden auf Augenhöhe
Angst entstehe häufig dann, wenn Menschen das Gefühl hätten, eine Situation nicht einschätzen oder kontrollieren zu können. Betroffenen rät die Ärztin deshalb, nicht zu resignieren, sondern sich vor der anstehenden Behandlung gut zu informieren: „Aufgeklärte und im Krankenhaus aufmerksame Patient*innen können selbst viel zur eigenen Sicherheit beitragen."
Zudem befürwortet die Ärztin das Shared-Decision-Making, also gemeinsames Entscheiden auf Augenhöhe: „Je besser Patient*innen aufgeklärt und eingebunden sind, desto besser das Therapieergebnis“, so die Medizinerin.
Quelle: KKH Kaufmännische Krankenkasse


