ThromboseFrauen haben doppelt so oft Thrombosen wie Männer

Hormonelle Veränderungen erhöhen das Thrombose-Risiko für Frauen deutlich. Mit einfachen, aber effektiven Maßnahmen lässt sich vorbeugen.

Illustration: Thrombus in einem Blutgefäß
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Ein Blutgerinnsel in den tiefen Beinvenen bei Thrombose kann den Blutfluss behindern und zu schwerwiegenden Komplikationen führen.

Jedes Jahr erleidet etwa einer von 1000 Erwachsenen in Deutschland erstmals eine tiefe Beinvenenthrombose. Dabei bildet sich ein Blutgerinnsel in den tiefen Beinvenen. Dieses kann den Blutfluss behindern und zu schwerwiegenden Komplikationen wie einer lebensbedrohlichen Lungenembolie führen.

"Eine Thrombose kann prinzipiell jeden treffen. Frauen sind jedoch besonders gefährdet: Sie erkranken doppelt so häufig an einer Thrombose wie Männer", sagt die Münchner Gefäßchirurgin Dr. Kerstin Schick.

Risikofaktoren für Beinvenen-Thrombose

Unabhängig vom Geschlecht gibt es bestimmte Risikofaktoren, die die Wahrscheinlichkeit einer Beinvenenthrombose erhöhen. Dazu gehören

  • hohes Alter,
  • Bewegungsmangel,
  • Verletzungen oder Operationen,
  • Rauchen,
  • Übergewicht,
  • chronische Erkrankungen wie Krebs.

Hormonelle Veränderungen bei Frauen begünstigen Thrombose

Frauen haben ein erhöhtes Risiko, an einer Beinvenenthrombose zu erkranken. Ein wesentlicher Risikofaktor für Thrombose bei Frauen sind hormonelle Einflüsse. "Diese beeinflussen die Blutgerinnung und erhöhen das Thromboserisiko deutlich", so Schick. Dazu zählen:

  • Einnahme der Antibabypille,
  • Schwangerschaft,
  • Wechseljahre. 

Warnzeichen einer Thrombose ernst nehmen

Eine tiefe Venenthrombose beginnt oft schleichend mit Symptomen wie

  • einem leichten Ziehen,
  • Schwellungen oder einem Spannungsgefühl im Bein.

„Wer Schmerzen, Schwellungen oder Verfärbungen im Bein bemerkt, sollte unverzüglich einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen“, rät die Gefäßmedizinerin.

Eine unbehandelte Thrombose kann schwerwiegende Folgen haben. Besonders gefährlich ist die Lungenembolie, die entsteht, wenn ein Blutgerinnsel aus den Beinen in die Lunge wandert und dort ein Blutgefäß verstopft. Jedes Jahr sterben in Deutschland etwa 40.000 Menschen an den Folgen einer Lungenembolie.

So lässt sich das Thrombose-Risiko senken

Zum Glück gibt es gute Möglichkeiten, eine Thrombose zu behandeln, sodass sie möglichst nicht zu schwerwiegenden Folgen führt. Noch besser ist es, ihr vorzubeugen. Einfache, aber wirksame Maßnahmen sind:

  • regelmäßige Bewegung,
  • das Vermeiden von langem Sitzen und
  • das Tragen von Kompressionsstrümpfen.

Anlässlich des Welt-Thrombose-Tages am 13. Oktober 2024 ruft die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin dazu auf, das Bewusstsein für Thrombosen und ihre Risikofaktoren zu schärfen – insbesondere bei Frauen! „Frauen müssen ihre persönliche Gefährdung kennen und aktiv vorbeugen, um das Thromboserisiko zu minimieren“, betont Schick.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin