Integrative OnkologieIntegrative Onkologie in Hannover bindet Patient*innen aktiv ein

Das Zentrum für Integrative Onkologie an der MHH vereint wissenschaftlich fundierte Naturheilkunde in Ergänzung zur konventionellen Onkologie.

Pflegekraft im Beratungsgespräch mit einer Patientin
Karin Kaiser/MHH
Die Palliative Care Fachkraft und Pain Nurse Tatjana Zielke (rechts) berät Patient*innen zu komplementären Pflegemaßnahmen.

Das Klaus-Bahlsen-Zentrum für Integrative Onkologie hat neue Räume eröffnet: Krebsbetroffene werden aktiver eingebunden, ganzheitlich beraten und ihre Lebensqualität gestärkt. Bereits seit 2022 werden dort wissenschaftlich fundierte naturheilkundliche und komplementärmedizinische Therapien in Ergänzung zur konventionellen Onkologie eingesetzt.

Ganzheitlich und patientennah

Viele Menschen mit einer Krebserkrankung wünschen sich, selbst einen aktiven Beitrag zu ihrem Krankheits- und Behandlungsverlauf zu leisten. 

Ziel der Integrativen Krebsmedizin ist es, Nebenwirkungen und mögliche Spätfolgen einer Tumortherapie zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern. „Seit der Etablierung des Zentrums vor 4 Jahren haben wir uns stetig weiterentwickelt, sodass wir unseren ganzheitlichen Ansatz, der neben körperlichen Aspekten auch psychische oder soziale Probleme einer Erkrankung berücksichtigt, konsequent weiterverfolgen können. Mit den neuen Räumlichkeiten haben wir ein optimales Umfeld geschaffen, das auf die Bedürfnisse von Krebspatient*innen ausgerichtet ist“, sagt die Zentrumsleiterin Prof. Dr. Diana Steinmann.

Multidisziplinär und vernetzt

Das Zentrum bietet ein breites Spektrum an Unterstützungsangeboten für Menschen mit Krebs sowie deren Angehörige. Ein multidisziplinäres Team arbeitet dabei eng zusammen und verbindet verschiedene medizinische und therapeutische Fachbereiche. Zum Angebot gehören

  • naturheilkundliche und psychoonkologische Beratungen,
  • Ernährungs-, Sport- und Bewegungsangebote,
  • palliativmedizinische Begleitung sowie
  • komplementäre Pflege- und Entspannungsmaßnahmen.

Ergänzt wird das Programm durch Gruppenangebote zur Stärkung der Selbstheilungskräfte sowie durch Informations- und Workshop-Reihen zu Krankheit, Wohlbefinden und Selbstmanagement. Das Klaus-Bahlsen-Zentrum kooperiert eng mit der neu gegründeten Onkologischen Interdisziplinären Ambulanz, bleibt dabei jedoch eigenständig.

Einbindung in Forschung und Studien

Die wissenschaftliche Einbindung spielt im Zentrum eine wesentliche Rolle. Mehrere Angebote des Zentrums wurden bereits evaluiert und publiziert. Aktuell beteiligt sich das Zentrum an klinischen Studien, unter anderem zur Aromapflege zur Prophylaxe einer Chemotherapie-induzierten Polyneuropathie sowie zur Verbesserung der Symptombelastung und Lebensqualität von Patient*innen. Ziel ist es, Betroffenen Zugang zu innovativen Therapieoptionen im Rahmen wissenschaftlicher Studien zu ermöglichen.

Von Beginn an wird das Zentrum von der Rut- und Klaus-Bahlsen-Stiftung unterstützt. Bisher wurden 2 Mio. Euro für die Förderperiode 2022 bis 2025 bereitgestellt. Offiziell bestätigt wurde nun eine weitere Förderung in Höhe von 1,8 Mio. Euro für die Jahre 2026 bis 2029.

Das Zentrum für Integrative Onkologie im Comprehensive Cancer Center (CCC) an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) seine neuen Räumlichkeiten feierlich eingeweiht. Mit einer festen Anlaufstelle, kurzen Wegen sowie der engen Verzahnung von Behandlung, Beratung und weiteren Angeboten wird die patientenorientierte Versorgung gestärkt und die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den Fachbereichen gefördert.

Weitere Informationen:https://www.mhh.de/klaus-bahlsen-zentrum

Quelle: Medizinische Hochschule Hannover