
Geschätzt 700.000 Menschen in Deutschland sind an Rheumatoider Arthritis erkrankt. Unbehandelt kann die damit verbundene Entzündung zur Zerstörung der Gelenke führen.
Wie eine naturheilkundliche Komplextherapie begleitend zur konventionellen Therapie unterstützen kann, schildert der langjährige ehemalige Direktor der Klinik Blankenstein in Hattingen Prof. André-Michael Beer anhand eines Patientenfalls.
Patientin mit Rheumatoider Arthritis
Die 69-Jährige leidet an entzündlichem Gelenkrheuma in den Hand-, Finger-, Knie- Sprung- und Zehengelenken. Die Erkrankung hatte bei der stationären Aufnahme in die Klinik für Naturheilkunde in Hattingen Stadium IV (Endstadium) erreicht. Die Patientin litt an schweren Gelenkschäden und weitgehender Versteifung.
Sie hatte eine reaktive Depression entwickelt. Immer häufiger zog sie sich aufgrund ihrer Erkrankung aus ihrem sozialen Umfeld zurück, was die depressive Symptomatik weiter verstärkte.
Konventionelle Therapie
Der Hausarzt behandelte die rheumatoide Arthritis bei der Patientin mit konventionellen, chemisch-synthetischen Medikamenten. Dennoch verstärkten sich die Entzündungen in den Gelenken.
Naturheilkundliche Komplextherapie
Die Patientin erhielt in der Klinik eine integrativmedizinische, naturheilkundliche Therapie. Diese bestand aus:
- Ernährungstherapie: 10-tägiges Heilfasten
- Bewegungstherapie: intensive Krankengymnastik, Atemtherapie und warmes Moorkneten
- Hydro-/Thermotherapie: täglich Kneipp'sche Güsse und Moorbäder
- Phytotherapie: Einnahme von antientzündlich wirkendem und schmerzlinderndem Weidenrindenextrakt; Einreibung der Gelenke mit antientzündlich wirkendem Moorextrakt-Fertigpräparat; dreimal wöchentlich subkutane Injektionen mit Herbstzeitlosenextrakt an den Gelenken sowie Quarkpackungen. Unterstützung des Leberstoffwechsels mit Mariendistelextrakt.
- Ordnungstherapie: Einzel- und Gruppengespräche
Zusätzlich Vitamininfusionen, Akupunktur sowie Blutegeltherapie. Lavendelöl-Fußbäder und Einnahme von Johanniskraut, kombiniert mit täglicher Lichttherapie zur seelischen Stabilisierung und Linderung der Depression.
Verlauf
Unter dieser umfassenden naturheilkundlichen Behandlung kam es zu einer deutlichen Schmerzlinderung, die Gelenke wurden beweglicher, die Greiffähigkeit nahm signifikant zu. Ebenso verbesserte sich die Stimmungslage wesentlich.
Zugleich ist es möglich, die Kortikoid-Medikation und andere schmerzlindernde konventionelle Medikamente zu reduzieren.
Fazit
Bei Erkrankungsbildern wie der Rheumatoiden Polyarthritis führen moderne medikamentöse Therapieansätze nicht immer zur gewünschten Wirkung und sind mit einer Reihe von Nebenwirkungen behaftet. Begleitend zur leitliniengerechten Standardtherapie lassen sie sich jedoch mit klassischen Naturheilverfahren erfolgreich mitbehandeln:
Viele Patient*innen sind im Anschluss für 6 Monate bis 1 Jahr beschwerdefrei.
Vor allem stationär kann durch intensive, tägliche Krankengymnastik und Wärmebehandlungen eine Ressourcenaktivierung der Selbstheilungskräfte erreicht werden.
Quelle: Initiative Gesunde Vielfalt


