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Fast Food ist praktisch, haltbar, erschwinglich und mit gleichbleibendem Geschmack. Und das ohne aufwendiges Kochen und Abwasch. Zu der hochverarbeiteten Massenware zählen nicht nur Pommes, Burger oder Pizza aus den einschlägigen Restaurants. Auch Produkte wie Chips, Süßigkeiten, Softdrinks, Fertiggerichte und -saucen, Backwaren, Wurstwaren, Riegel, Tütensuppen und viele weitere gehören dazu.
Die unbestritten praktische Seite dieser Produkte hat aber auch eine Kehrseite: Der häufige Verzehr hochverarbeiteter Lebensmittel erhöht das Risiko für Krankheiten und beschleunigt die Alterung.
Kalorien satt ...
Die meist verpackten Produkte zeichnen sich generell durch eine hohe Energiedichte und einen geringen Anteil an Mikronährstoffen aus. Das bedeutet, sie sind hochkalorisch, nährstoffarm und enthalten viele Zusatzstoffe, künstliche Aromen, synthetische Zutaten, Farbstoffe und unter Umständen auch potenziell gesundheitsschädliche Inhaltsstoffe.
Viel Zucker, Salz und gesättigte Fette
Problematisch bei häufigem Verzehr hochverarbeiteter Lebensmittel sind:
- hohe Energiedichte,
- hoher Zuckergehalt,
- hoher Salzgehalt anund
- hoher Gehalt an gesättigten Fettsäuren.
Die oft enthaltenen gesättigten Fettsäuren sind bedenklich hinsichtlich der Herz-Kreislauf-Gesundheit. Das im Kochsalz enthaltene Natrium wird u.a. als Konservierungsmittel eingesetzt. Zu viel Natrium erhöht den Blutdruck und kann das Herz-Kreislauf-System belasten. Zudem führen stark zuckerhaltige Produkte wie Softdrinks u.a. zu Übergewicht, Diabetes Typ 2 und Zahnerkrankungen.
Frittierte Nahrung enthält zudem viel Fett und gesättigte Fettsäuren. Werden letztere zu viel bzw. zu häufig verzehrt, kann sich das auf den LDL-Cholesterin-Spiegel auswirken (schlechtes Cholesterin) und dadurch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Laut DGE sollten nicht mehr als 10 % der täglichen Kalorien aus gesättigten Fettsäuren stammen.
... Nährstoffdichte mangelhaft
Vergeblich sucht man in Fast-Food-Produkten hingegen wichtige Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe.
Kaum Ballaststoffe
Verarbeitete Kohlenhydrate in Muffins, Bagels & Co schmecken zwar lecker, enthalten aber kaum Ballaststoffe. Die Aufnahme von ausreichend Ballaststoffen senkt z.B. das Risiko für Verstopfung, beugt Krankheiten vor, fördert das Sättigungsgefühl und ein gesundes Darm-Mikrobiom. Der Richtwert für die Ballaststoffaufnahme für Erwachsene liegt bei mindestens 30 g pro Tag.
Hinzu kommt: Hochverarbeitete Lebensmittel und Getränke sättigen weniger als geringer verarbeitete Alternativen. Das kann den übermäßigen Konsum erhöhen.
Fast Food wird meist mithilfe stark verarbeiteter Zutaten produziert. Im Vergleich zu naturbelassener und frischer Nahrung sind hier von vornherein weniger Nährstoffe enthalten. Der Fokus liegt auf Geschmack und schneller Sättigung, jedoch nicht auf Vielfalt und Ausgewogenheit der Inhaltsstoffe. Oftmals finden sich in den Produkten auch Zusatzstoffe (u.a. Konservierungsstoffe, künstliche Aromen) ohne wesentlichen Nährstoffgehalt.
Zahlreiche Untersuchungen zeigen, dass ein hoher Konsum von Fast Food mit negativen gesundheitlichen Folgen in Verbindung steht. Die Kombination aus reichlich Kalorien, kaum Nährstoffen und hoher Fett- und Zuckerzufuhr erhöht z.B. das Risiko für Übergewicht und Adipositas.
Kinder im Fokus
Das Produktmarketing von Fast-Food-Produzenten ist häufig so gestaltet, dass speziell auch Kinder angesprochen werden (z.B. Spielzeuge im Kindermenü). Mehrere Studien zeigen jedoch, dass Kinder und Jugendliche, die häufig Fast Food essen, ein erhöhtes Adipositas-Risiko aufweisen. Und damit auch das Risiko für weitere Erkrankungen wie Diabetes Typ 2 erhöht ist.
Ein weiterer Risikofaktor sind die stark zuckerhaltigen Getränke, die mit den Produkten zusammen konsumiert werden – denn diese verstärken wiederum die Entwicklung von Übergewicht und Adipositas. Der Kalorienüberschuss verringert zudem die Lebensdauer und beschleunigt Alterungsprozesse.
Die Empfehlung lautet:
Fast Food sollte möglichst selten und nur in geringen Mengen verzehrt werden.
- Bei Kindern und Jugendlichen wäre dies höchstens ein- bis zweimal pro Woche.
Gesundheitliche Folgen von zu viel Fast Food
Auch bei Erwachsenen führt viel Fast Food zu einer übermäßigen Energieaufnahme und begünstigt Übergewicht und Adipositas. Letzteres erhöht wiederum u.a. das Risiko für Diabetes Typ 2 sowie für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Tendenziell sind Erwachsene mit höherem Fast-Food-Konsum in Studien biologisch älter. Dies ist jedoch teilweise unabhängig von der Qualität der Ernährung. Das lässt vermuten, dass auch die Lebensmittelverarbeitung zur schnelleren biologischen Alterung beitragen kann.
Die unausgewogenen Ernährungsmuster können zudem zu weiteren chronischen Krankheiten führen. Häufig finden sich durch den Fast-Food-Konsum veränderte Serumlipid-Konzentrationen, andere Zusammensetzungen des Darmmikrobioms und damit auch veränderte Wirkungen, Übergewicht, Entzündungsprozesse, oxidativer Stress, Störungen des Glukose-Stoffwechsels, Insulinresistenz sowie Bluthochdruck.
Ein höherer Konsum hochverarbeiteter Lebensmittel, d.h. mindestens 4 Portionen täglich, ist mit einem über 60% erhöhten Risiko für die Gesamtmortalität (relatives Sterberisiko) verbunden. Mit jeder zusätzlichen Portion hochverarbeiteter Lebensmittel steigt die Gesamtmortalität um ca. weitere 20 % an.
Hier ist noch Forschung nötig um die Einflüsse der Nährstoffzusammensetzung, der Zusatzstoffe und der Eigenschaften hochverarbeiteter Lebensmittel aufzuklären.
Verarbeitungstechniken mindern die Nahrungsmittelqualität
Auch der hohe Grad der Verarbeitung bringt Nachteile für die Nahrungsmittel.
So werden tierische Produkte typischerweise bei der Fast-Food-Zubereitung durch Grillen und Frittieren mit hohen Temperaturen in Kontakt gebracht. Dabei werden gesundheitsschädliche Karzinogene freigesetzt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat verarbeitetes Fleisch als krebserregend eingestuft. Schinken, Salami, Speck und Würstchen zählen also u.a. zu Karzinogenen der Gruppe 1. Das bedeutet: Es gibt starke Hinweise, dass verarbeitetes Fleisch Krebserkrankungen verursachen kann.
Gegrillte und frittierte tierische Produkte enthalten zudem hohe AGE-Konzentrationen. Diese Substanzen entstehen bei der Reaktion von Zucker mit Proteinen oder Fetten bei hohen Temperaturen. AGEs können sich im Körper u.a. in Organen ansammeln und begünstigen den zellulären Alterungsprozess, Autoimmunerkrankungen sowie degenerative Erkrankungen.
Auswirkungen auf die psychische Gesundheit
Also kann auch die Gehirnfunktion durch regelmäßigen Verzehr von Fast Food negativ beeinflusst werden. Es wurden u.a. negative Auswirkungen auf die Gedächtnisleistung beobachtet. Dass ungesunde Ernährung zu psychischen Erkrankungen beitragen kann, ist ein noch häufig unterschätzter Faktor. Im Fall von Fast-Food zeigt sich ein starker Zusammenhang im Hinblick auf Depressionen und Angstzuständen. Eine höhere Aufnahme von hochverarbeiteten Lebensmitteln ist wahrscheinlich mit einem höheren Risiko für spätere Depressionen verbunden. Hier spielt das Übergewicht eine Rolle, aber auch weitere Faktoren, die noch untersucht werden.
Bei Jugendlichen hat sich in Untersuchungen gezeigt, dass der Konsum von zuckergesüßten Getränken und Fastfood in starkem Zusammenhang mit einer schlechteren psychischen Gesundheit steht. Vor allem der kombinierte Konsum scheint stärkere negative Auswirkungen auf die psychische Gesundheit zu haben als bei unabhängigem Konsum. Hier zeigten die Jugendlichen in einer Studie mehr Stress, depressive Symptome und Suizidgedanken als bei einem separaten Konsum.
Gesundes Fast Food erkennt man an der Zutatenliste
Es gibt auch gesünderes Fast Food, wichtig sind hierbei die verwendeten Zutaten. Eine neue Bewegung - Clean Fast Food - legt den Fokus auf qualitativ hochwertige Zutaten. Problematische Inhaltsstoffe wie zu viel Zucker, ungesunde Fette oder künstliche Zusatzstoffe werden vermieden. Ein Beispiel sind die aus der arabischen Küche stammenden Falafel: Die Kichererbsenbällchen enthalten z.B. wertvolle Nährstoffe wie Eisen und auch Ballaststoffe.
Gesundes Fast Food erkennt man also an der Zutatenliste - je natürlicher desto besser. Vorteilhaft sind:
- hochwertige Proteine,
- gesundheitsförderliche Fette,
- komplexe Kohlenhydrate,
- geringer Zucker-, Fett- und Salzgehalt.
Fazit
- Generell ist es ratsam, den Umgang mit Fast Food maßvoll zu gestalten - gelegentlich: ja, regelmäßig: nein.
- Fast Food bzw. hochverarbeitete Lebensmittel erhöhen bei häufigem Verzehr das Risiko für Übergewicht, Adipositas und in der Folge für Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie psychische Symptome.
Bislang existiert keine Studie, die ein positives Gesundheitsergebnis im Zusammenhang mit Fast-Food beobachtet hat – aber viele Gegenbeispiele. Empfehlenswert sind gesundheitlich vorteilhaftere, ausgewogenere Alternativen mit einer höheren Nährstoffdichte an Vitaminen, Mineralstoffen und Ballaststoffen. Neben den Ernährungsgewohnheiten spielen bei dem Konsum von Fast-Food und seinen negativen Auswirkungen noch weitere Faktoren eine wichtige Rolle – darunter soziale, wirtschaftliche, kommerzielle aber auch die körperliche Aktivität und die Ursachen des übermäßigen Konsums gewisser Lebensmittel.
Es bleibt spannend, wie sich der Fast-Food-Hype weiter fortsetzt. Denn seit einiger Zeit findet die Slow-Food-Bewegung – eine Gegenreaktion zum Fast-Food - großen Anklang. Bei dieser Esskultur stehen eine hohe Qualität der Lebensmittel sowie eine faire und nachhaltige Herstellung im Vordergrund. Regional, saisonal und traditionell statt global, einheitlich und effizient.
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Autorin

Johanna Zielinski ist Diplom-Ökotrophologin (Ernährungswissenschaften) und absolviert derzeit eine Weiterbildung im Bereich Psychologie. Journalistische Stationen erfolgten beim WDR sowie einem privaten Radiosender. Sie ist als Ernährungsberaterin sowie als freie Autorin und Sprecherin tätig.


