
Was auf meine Haut kommt, mache ich am liebsten selbst
Ich weiß gern, was ich mir auf die Haut gebe. Unsere Haut ist schließlich nicht nur die äußere Hülle, sondern ein aktives Organ, das aufnimmt, was wir ihr geben. Deshalb greife ich am liebsten zu einfachen, selbstgemachten Rezepten. So auch bei Badezusätzen: Statt fancy bunter Kugeln mit schwer lesbaren Inhaltslisten mache ich mir meine Badekugeln (eigentlich sind es ja Badeherzen) lieber selbst. Und zwar aus Zutaten, die ich kenne, aussprechen kann, verstehe und denen ich vertraue.
Badekugeln selber machen: Was drin ist (und warum)
Die Zutaten für meine sprudelnden Badekugeln sind überschaubar. Alles, was rein kommt, hat seine Funktion - ganz ohne Schnickschnack.
Natron
Allen voran Natron - oder genauer gesagt: Natriumhydrogencarbonat. Es handelt sich dabei um eine basische Verbindung, die den pH-Wert des Badewassers anhebt. Die alkalische Umgebung regt die Haut an, überschüssige Säuren über die Poren auszuscheiden. Das ist übrigens auch ein Effekt, der bei klassischen Basenbädern genutzt wird. Gerade bei Stress, der im Körper viele Säuren entstehen lässt, kann ein regelmäßiges Bad mit Natron helfen, das innere Gleichgewicht zu unterstützen und den Säure-Basen-Haushalt zu entlasten. Gleichzeitig fördert Natron die hauteigene Rückfettung. Die Haut fühlt sich nach dem Bad oft glatter und geschmeidiger an, ganz ohne zusätzliche Lotion.
Zitronensäure
Damit es beim Kontakt mit Wasser schön sprudelt, kommt Zitronensäure dazu. Sie reagiert mit dem Natron und bringt den sprudelnden Effekt. Das ist nicht nur witzig anzusehen, sondern sorgt auch dafür, dass sich die pflegenden Zutaten gut im Wasser verteilen.
Hafermehl
Hafermehl - gemahlene Haferflocken - ist ein echter Hautpflegeklassiker. Es wirkt beruhigend, reizlindernd und feuchtigkeitsspendend. Gerade bei empfindlicher oder trockener Haut ist Hafer eine wunderbare Zutat. Ich liebe ihn, weil er so sanft ist und auch gut für sehr sensible, schnell rötende Hauttypen passt.
Kokosöl
Als Fettbasis verwende ich Kokosöl. Es pflegt die Haut, wirkt leicht antibakteriell und gibt den Badekugeln ihre feste, formbare Konsistenz. Kokosöl enthält mittelkettige Fettsäuren wie Laurinsäure, die helfen können, die Hautbarriere zu stärken und Feuchtigkeit zu bewahren. Gerade bei trockener oder gereizter Haut ist das ein großer Vorteil. Wenn es zu Hause manchmal sehr warm ist, tausche ich Kokos auch gegen Kakaobutter - die schmilzt etwas langsamer und macht die Haut noch eine Spur weicher.
Lavendel (Lavandula angustifolia)
Und dann ist da natürlich der Lavendel: Ich gebe ein paar Tropfen ätherisches Lavendelöl dazu - für die entspannende, beruhigende Wirkung und den angenehmen Duft. Gerade am Abend ist das ein Duft, den ich gerne mag und der mir hilft, den wuseligen Alltag besser loszulassen.
So einfach machst Du Deine eigenen Badekugeln
Das Rezept ist wirklich unkompliziert. Du brauchst weder Vorkenntnisse noch Spezialgeräte. Die Zutaten bekommst Du im Supermarkt oder in der Drogerie und nach nicht mal 15 Minuten ist alles bereit zum Aushärten.
Das brauchst Du:
- 100 g Natron
- 50 g Zitronensäure
- 40 g Hafermehl (bzw. fein gemahlene Haferflocken)
- 40 g Kokosöl (alternativ: Kakaobutter)
- ca. 12 Tropfen ätherisches Lavendelöl
Und an Werkzeugen:
- eine Schüssel zum Mischen
- einen kleinen Topf für das Wasserbad
- einen Schneebesen oder Löffel zum Umrühren
- kleine Förmchen (z. B. Eiswürfelformen, Silikonförmchen oder für größere Badekugeln auch Eierbecher)
So geht’s Schritt für Schritt:
- Das Kokosöl im Wasserbad schmelzen, dann das ätherische Lavendelöl einrühren.
- Natron, Zitronensäure und Hafermehl (die trockenen Zutaten) in einer Schüssel gut vermengen.
- Nun das flüssige Kokos-Lavendel-Öl langsam zur trockenen Mischung geben und dabei gut umrühren. Die Masse soll formbar, aber nicht zu flüssig sein.
- Die Masse in die Förmchen drücken und über Nacht im Kühlschrank aushärten lassen. (Dieser Schritt sollte relativ zügig gemacht werden.)
- Herauslösen, abfüllen, beschriften, fertig.
Die fertigen Badekugeln kannst Du in einem Glas mit Schraubdeckel oder einer Papiertüte aufbewahren. Trocken und kühl gelagert halten sie sich problemlos mehrere Wochen (mindestens so lange, wie das Kokosöl ursprünglich haltbar ist).
Anwendung und Varianten der Badekugeln
Wie viele Badekugeln Du brauchst, hängt ganz von ihrer Größe ab. Ich gieße meine meist in kleine Herzformen (siehe Foto oben, etwa 2 × 2 cm groß). Für ein Fußbad verwende ich ein Herz, für ein Vollbad würde ich etwa 3 bis 4 nehmen. Wenn Du überwiegend Vollbäder machst, kannst Du die Masse direkt in größere Formen füllen. Hast Du - so wie ich - keine Badewanne, lohnen sich eher kleinere Formen, die perfekt für Fußbäder portioniert sind.
Anwendung
Die Anwendung ist denkbar einfach: Die gewünschte Menge in warmes Wasser geben, kurz warten, bis sich alles aufgelöst hat und dann das Bad genießen. Die Badekugeln sprudeln leicht, verteilen dabei die pflegenden Inhaltsstoffe im Wasser und hinterlassen ein angenehm weiches Hautgefühl und einen herrlichen Lavendelduft.
Varianten
Du möchtest die Tabs nicht nur zur Entspannung, sondern auch z. B. bei Erkältung oder Muskelkater nutzen? Dann kannst Du das ätherische Öl ganz einfach anpassen:
- Sibirische Tanne (Abies sibirica), Eukalyptus (Eucalyptus radiata) oder Fichte (Picea abies) - perfekt bei beginnender Erkältung oder zum Durchatmen
- Rosmarin (Salvia rosmarinus) oder Wacholder (Juniperus communis) - aktivierend und durchblutungsfördernd
- Ylang-Ylang (Cananga odorata) - für einen sinnliches, exotischen Duft
Auch die Fettbasis lässt sich variieren: Kakaobutter eignet sich besonders, wenn die Raumluft warm ist. Sie ist stabiler und macht die Haut zusätzlich samtweich.
Ein kleines Ritual mit großer Wirkung
Mal ganz ehrlich: Oft braucht es gar nicht viel, um sich selbst etwas Gutes zu tun. Für mich ist ein Fußbad eine einfache, aber wirkungsvolle Auszeit, um den Arbeitsalltag hinter mir zu lassen und den Abend einzuläuten. Und wenn ich weiß, dass in meinen Badekugeln nur Zutaten stecken, die meiner Haut guttun, entspannt mich das gleich doppelt.
Vielleicht hast Du Lust bekommen, es selbst auszuprobieren. Die Badekugeln sind schnell gemacht, lassen sich gut auf Vorrat produzieren und sind auch ein schönes Geschenk für liebe Menschen.
Ruby Nagel
Heilpraktikerin mit dem Schwerpunkt Pflanzenheilkunde


