
Gerade Frauen in der Lebensmitte jonglieren oft viele Rollen gleichzeitig: Familie, Beruf, Elternpflege, Verantwortung für andere – und stellen die eigene Gesundheit dabei zu oft hintenan. Erfahren Sie, welche einfachen Selbstuntersuchungen Sie regelmäßig durchführen können.
Selbsttest: verstecktes Bauchfett
Die einfachste Methode, um ein erhöhtes Risiko für das innere Bauchfett zu erkennen, ist die Messung Ihres Taillenumfangs. Sie brauchen dafür nur ein Maßband – und zwei Minuten Zeit.
So geht’s:
- Stellen Sie sich aufrecht hin, atmen Sie normal aus.
- Legen Sie das Maßband in Höhe Ihres Bauchnabels an – ohne es einzuschnüren.
- Notieren Sie den Taillenumfang in Zentimetern.
Ihre Auswertung:
- Weniger als 80 cm: → kein Hinweis auf zentrales (inneres) Übergewicht
- 80 cm oder mehr: → Hinweis auf Bauchfett und erhöhtes Risiko für Stoffwechselerkrankungen
Verhältnis zwischen Körpergröße und Taille
Neben dem reinen Taillenumfang gibt es eine noch präzisere Kennzahl, um Ihr Risiko für inneres Bauchfett abzuschätzen: das Taille-zu-Größe-Verhältnis (englisch »Height-to-Waist-Ratio«). Sie brauchen nur zwei Werte: Ihren Taillenumfang und Ihre Körpergröße – beide in Zentimetern.
So geht’s:
- Messen Sie Ihren Taillenumfang.
- Messen Sie dann Ihre Körpergröße oder nehmen Sie den Wert, den Sie kennen.
- Teilen Sie Ihren Taillenumfang durch Ihre Körpergröße. Beispiel: 80 cm ÷ 170 cm = 0,47.
Ihre Auswertung (für Frauen ab 50):
- 0,40–0,60 → Ideal. Geringes Risiko für Herz, Stoffwechsel und Gefäße. Weiter so: gesund essen, bewegen, dranbleiben.
- Über 0,60 → Achtung! Risiko für zu viel inneres Bauchfett sowie erhöhtes Risiko für Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes, Herzinfarkt, Schlaganfall. Handeln lohnt sich.
Wenn Ihr Taillenumfang oder Ihr Taillezu-Größe-Verhältnis über der Norm sind, ist eine weiterführende Stoffwechseldiagnostik ratsam, z. B. medizinische Körperanalyse, eine Blutzuckerbestimmung, ein Blutfett-Profil (Cholesterin, Triglyzeride, LDL).
Selbsttest: Blutdruck im Blick
Vielleicht fragen Sie sich jetzt: »Warum sollte ich meinen Blutdruck zu Hause kontrollieren – ich habe doch keinen Bluthochdruck? « Die Antwort ist einfach: Bluthochdruck gehört zu den häufigsten und gleichzeitig am wenigsten bemerkten Risikofaktoren für Herzinfarkt, Schlaganfall und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Er entwickelt sich oft ohne erkennbare Symptome. Genau deshalb wird er auch der »stille Killer« genannt.
Was viele nicht wissen: Frauen erleben ab etwa Mitte 40 oft einen deutlich stärkeren Blutdruckanstieg als Männer. Der Grund liegt auch hier wieder im veränderten Hormonhaushalt, vor allem im sinkenden Östrogenspiegel, der die Gefäßfunktion beeinflusst. Gerade deshalb ist es so wichtig, Ihren Blutdruck frühzeitig und regelmäßig zu kontrollieren – am besten ganz unkompliziert zu Hause. So erkennen Sie Veränderungen früh, behalten Ihre Werte im Blick und können gezielt gegensteuern bevor ernsthafte Schäden an den Gefäßen und Organen auftreten.
So messen Sie Ihren Blutdruck zu Hause korrekt
Eine genaue Messung ist die Grundlage für eine verlässliche Einschätzung. Hier erfahren Sie Schritt für Schritt (gemäß den Empfehlungen der Deutschen Hochdruckliga), wie Sie Ihren Blutdruck zu Hause korrekt kontrollieren:
Wann messen?
- immer zur gleichen Tageszeit, idealerweise morgens
- vor der Einnahme von Medikamenten
- vor dem Frühstück oder anderen Mahlzeiten
Vorbereitung:
- Der Raum sollte ruhig und angenehm temperiert sein.
- Vermeiden Sie 30 Minuten vor der Messung körperliche Anstrengung, Kaffee, Nikotin oder Alkohol.
- Gehen Sie vorher auf die Toilette.
- Setzen Sie sich entspannt hin und bleiben Sie 5 Minuten ruhig sitzen.
Während der Messung:
- Sitzen Sie mit geradem Rücken, die Füße flach auf dem Boden (nicht überkreuzen!).
- Der Messarm liegt locker auf einem Tisch, ungefähr auf Herzhöhe.
- Die Manschette liegt am freien Oberarm (nicht über der Kleidung), ca. 2–3 cm über der Ellenbeuge. Sie sollte eng anliegen, aber nicht drücken (ein Finger muss noch durchpassen).
- Nicht sprechen, nicht bewegen, ruhig atmen und nach vorne blicken.
Wiederholung:
- Messung: zweimal in Folge am Oberarm mit 1–2 Minuten Abstand, bei regelmäßigem Puls morgens und abends.
- Notieren Sie beide Werte. Errechnen Sie den Mittelwert aller Messwerte über einen Zeitraum von sieben Tagen und berechnen Sie den Durchschnitt.
Ihre Auswertung:
- Ein Mittelwert unter 135/85 mmHg, idealerweise unter 120/80 mmHg, gilt bei der Selbstmessung als unauffällig.
- Mittelwerte ab 135/85 mmHg sind erhöht und können auf beginnenden Bluthochdruck hinweisen.
Quelle: Hormonbauch
kcl




