ThromboseVenenthrombose: Tipps zur Vorbeugung

Thrombose steht weniger im öffentlichen Fokus als Herzinfarkt oder Schlaganfall. Warum sie nicht unterschätzt werden sollte und was man präventiv tun kann.

Illustration: Thrombus in einem Blutgefäß
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Mögliche Anzeichen einer Thrombose sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

Thrombosen können durch lange Flugreisen begünstigt werden. Auch nach Eingriffen wie Hüft- oder Kniegelenksoperationen oder bei langen Krankenhausaufenthalten kann das Thromboserisiko erhöht sein. Die Thrombose steht weit weniger im Zentrum der öffentlichen Wahrnehmung als Herzinfarkt oder Schlaganfall. Aber: Laut dem Aktionsbündnis Thrombose steht weltweit jeder 4. Todesfall im Zusammenhang mit der Erkrankung.

Ursachen für Thrombosen

Faktoren, die eine Thrombose begünstigen, sind laut der Düsseldorfer Gefäßspezialistin Mareike Hettrich:

  • Veränderungen der Blutzusammensetzung und damit der Gerinnungseigenschaften – zum Beispiel ausgelöst durch eine Krebserkrankung;
  • veränderte Flussgeschwindigkeit des Blutes  - zum Beispiel auf langen Flügen, durch langes Liegen oder aufgrund von Krampfadern;
  • Schädigungen von Venen als Folge von Entzündungen oder Verletzungen;
  • Schwangerschaft und Wochenbett;
  • Verhütung mit Hormonen bei jungen Frauen;
  • Übergewicht;
  • chronische Gerinnungsstörungen.

"Wenn Frauen Kontrazeptiva nehmen und gleichzeitig rauchen, potenziert sich das Erkrankungsrisiko", erklärt Hettrich. "Das zeigen die im Verhältnis zahlreichen Thrombose-Fälle bei jungen Frauen."

Besser einmal zu viel zur Abklärung

Hettrich empfiehlt dringend, mögliche Anzeichen einer Thrombose nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Bei schmerzenden, druckempfindlichen Stellen am Bein oder im Bereich des Beckens, Schwellungen oder bläulichen Verfärbungen sei ein Gang zum Hausarzt sinnvoll. Ein Alarmzeichen sei die Kombination dieser Symptome mit Luftnot oder Husten.

Die Abklärung einer Thrombose erfolgt mithilfe eines Bluttests oder durch eine Ultraschalluntersuchung. Die Behandlung sieht eine mehrmonatige Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten sowie das Tragen von Kompressionsstrümpfen der Klasse 2 vor.

"In manchen Fällen erfolgt zudem eine Abklärung in der Hämostaseologie, um eine Gerinnungsstörung abzuklären", so die Gefäßspezialistin. Nur in ganz seltenen, besonders komplexen Fällen sei eine Operation erforderlich.

4 Tipps das Thrombose-Risiko zu senken

  •  Viel Bewegung.
  •  Das Tragen von Kompressionsstrümpfen bei Krampfadern.
  •  Den Body-Mass-Index (BMI) im Normalbereich halten, also auf eine gesunde Ernährung setzen.
  •  Nicht rauchen.

Für zeitlich begrenzte Flugreisen oder allgemein langes Sitzen empfiehlt Hettrich:

  • viel Wasser trinken
  • regelmäßig aufstehen und ein paar Schritte gehen
  • im Sitzen: Zehenspitzen anziehen - das aktiviert die Muskelpumpe,
  • auf reisen bequeme Kleidung tragen, die im Bauch- und Leistenbereich nicht einengt.

Hintergrund: Venenthrombose

"Die Venenthrombose ist eine häufige Erkrankung, bei der sich ein Blutgerinnsel in den Venen bildet. Das geschieht in etwa 30 Prozent der Fälle im Bereich der Unterschenkel", erklärt Mareike Hettrich. "Die Gefahr ist, dass das Blutgerinnsel sich löst, über die Gefäße bis in die Lunge wandert und sich dort wieder absetzt. Dann sprechen wir von einer lebensbedrohlichen Lungenembolie." Teile der Lunge sind dann außer Funktion gesetzt, können keinen Sauerstoff aufnehmen. In der Folge kann auch das Herz Schaden nehmen.

Ein weiteres langfristiges Risiko ist die Entwicklung eines sogenannten postthrombotischen Syndroms. Hierbei entwickelt man nach einer nicht erkannten oder nicht behandelten Thrombose chronische Wunden, welche im schlimmsten Fall zu einem Beinverlust führen können.

Quelle: Universitätsklinikum Düsseldorf