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Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) bietet uns Chancen, den Entwicklungsgang zu modulieren zu einem leichteren und erfüllten Altern. Dies darf aber nicht mit einem Anti-Aging-Programm verwechselt werden. Es geht um “healthy aging” im Sinne des Erhalts einer guten Lebensqualität mit Kontrolle über die Aktivitäten des täglichen Lebens als Best Ager – alt an Jahren, aber gesund in Körper, Geist und Seele:
- Der Ansatz geht dabei davon aus, dass ein gutes energetisches Gleichgewicht bei der Geburt eines Menschen vorhanden ist, das zeitlebens aufrechterhalten werden sollte.
- Blockaden des Energieflusses führen zu Erkrankungen, da dann das Abwehr-Qi (Wei-Qi) durch pathogene Einflüsse geschwächt wird und die Versorgung aller Organe behindert. Dies gilt es zu vermeiden.
Allgemeine Grundlagen
Es heißt: “Altern ist ein biologischer Prozess.” Bis zu einem gewissen Lebensabschnitt freuen wir uns auf den nächsten Geburtstag und die damit einhergehenden neu erworbenen Fähigkeiten und Freiheiten – aber irgendwann machen wir uns Sorgen. Sorgen darum allein, gebrechlich, inkontinent, multimorbide und pflegebedürftig zu sein und irgendwann zu versterben. Den biologischen Veränderungsprozess kann man grundsätzlich nicht aufhalten, da der Organismus einer Vielzahl an (ungünstigen) Einflüssen der Lebensstile, aber auch von Umweltfaktoren unterworfen ist – voran das Gehirn und damit seine Funktion. Anders ausgedrückt repräsentiert ein kognitiver Abbau die erhöhte neuronale Vulnerabilität aufgrund einer zunehmenden Seneszenz der postmitotischen neuronalen Strukturen [1].
Normales kognitives Altern
Der Terminus “kognitives Altern” ist ein Konstrukt, das darauf fußt, dass Leistungen hinsichtlich standardisierter Testverfahren vergleichbar sind. Der abgeleitete Wert des Intelligenzquotienten (IQ) wird durch das Abschneiden in verschiedenen Intelligenz- und neuropsychologischen Testverfahren ermittelt. Allgemeine Intelligenz kann spezifischer in eine kristalline und fluide Intelligenz unterteilt werden. Fluide Intelligenz ist der primäre Faktor, der in Intelligenztests überprüft wird. Diese beinhaltet die Fähigkeit eines Individuums, neue Problemstellungen ohne vorhergehendes Training zu lösen. Die Anwendung von Exekutivfunktionen, Verarbeitungs- und Lerngeschwindigkeit für neue Inhalte und das Vermögen, die Umwelt auf die eigenen Bedürfnisse hin anzupassen, gehören in die fluide kognitive Domäne. Kristalline Intelligenz hingegen beinhaltet das bereits erworbene Wissen über Abläufe, erworbene Fähigkeiten und zuvor gemachte Erfahrungen, die in die Testsituation gebracht werden. Beispiel dafür sind das Allgemeinwissen oder der Wortschatz. Kristalline Intelligenz verbleibt bis in das hohe Alter stabil mit einer Abnahme von nur ca. 0,02–0,003 Standardabweichungen pro Jahr für das 6. und 7. Jahrzehnt. Viele kognitive Fähigkeiten, insbesondere psychomotorische Fähigkeiten und Verarbeitungsgeschwindigkeit, haben ihre stärkste Ausprägung in der 3. Lebensdekade und nehmen danach um 0,02 Standardabweichungen pro Jahr ab.
Verarbeitungsgeschwindigkeit
Je älter wir werden, desto länger brauchen wir, um eine Reaktion motorischer Art als Anzeichen des vollendeten kognitiven Prozesses zu generieren. Früher ist man davon ausgegangen, dass die Verarbeitungsgeschwindigkeit ab der 3. Lebensdekade progredient abnimmt [2], was negative Auswirkungen auf die Performance in neuropsychologischen Untersuchungen hat. Eine neuere Studie [14] stellte jedoch einen anderen Aspekt zur Diskussion, und zwar, dass die psychometrischen Veränderungen der längeren Reaktionszeiten nicht mit verzögerten kognitiven Prozessen gleichzusetzen sind, sondern vielmehr einer erhöhten Vorsicht bei der Auswahl entsprechen, zumindest bis zum Alter von 60 Jahren.
Aufmerksamkeit
Der Terminus Aufmerksamkeit ist definiert als Fähigkeit, sich auf einen spezifischen Stimulus zu konzentrieren und zu fokussieren. Ein simpler auditorischer Reiz wird präsentiert, z. B. eine Abfolge von Zahlen oder Buchstaben, die wiedergegeben werden soll. Dies entspricht dem Arbeitsgedächtnis. Ältere Menschen zeigen Defizite gegenüber jüngeren, wenn eine Problemstellung explizit das Arbeitsgedächtnis involviert, wie die Manipulation einer Zahlenkolonne durch Berechnungen im Kopf. Anders sieht es bei der selektiven oder geteilten Aufmerksamkeit aus. Die selektive Aufmerksamkeit zeigt sich in den Herausforderungen, Reize, die nicht der Aufgabe entsprechen, zu ignorieren. Bei der geteilten Aufmerksamkeit wird hingegen eine parallele Verarbeitung von Informationen gefordert, z. B. das gleichzeitige Bezahlen einer Rechnung und das Fortsetzen einer Konversation. Diese Aufmerksamkeiten gilt es bei den älteren Patienten zu eruieren.
Gedächtnis
Wenn Betroffene, An- oder Zugehörige eine kognitive Domäne als defizitär erleben, ist dies das Gedächtnis. Nicht umsonst werden neuropsychometrische Screeninginstrumente als „Gedächtnistest“ umschrieben, damit eine Sinnhaftigkeit bei der Durchführung unmittelbar wird. Dabei können das deklarative und das nicht deklarative Gedächtnis unterschieden werden.
Das deklarative (oder explizite) Gedächtnis umfasst das bewusste Aufrufen von Fakten oder Gegebenheiten. Dies kann wiederum in das semantische oder episodische Gedächtnis unterteilt werden. Das semantische umfasst u. a. Sprachgebrauch und praktisches Wissen wie die Bedeutung von Wörtern. Das episodische oder autobiografische Gedächtnis beinhaltet persönliche Erlebnisse, die mit spezifischen Orten und Zeitabschnitten verbunden sind. Sowohl das semantische als auch das episodische Gedächtnis zeigen eine Abnahme mit dem normalen Altern, jedoch zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Das episodische nimmt über die gesamte Lebensspanne ab, während das semantische erst spät betroffen scheint.
Das nicht deklarative (oder implizite) Gedächtnis steht außerhalb der individuellen Bewusstheit. Beispiele hierfür sind das Einstimmen in ein bekanntes Lied. Prozedurales Gedächtnis wiederum beinhaltet als nicht deklaratives Gedächtnis motorische kognitive Fähigkeiten wie das Anlegen von Kleidung oder Fahrradfahren. Das nicht deklarative Gedächtnis bleibt in seiner Ausprägung vom Alter unberührt.
Gedächtnis als Konstrukt kann ebenfalls in verschiedene Stufen unterteilt werden. Die Akquisition umfasst die Aufnahme neuer Inhalte als Enkodierung in das Gedächtnis. Die Schnelligkeit der Gedächtnisenkodierung nimmt mit dem Lebensalter ab. Sind die Inhalte erstmal gelernt, zeigt sich das Bewahren der Informationen stabil. Das Abrufen der Erinnerung zeigt sich jedoch mit zunehmendem Alterungsprozess betroffen.
Sprache
Sprache ist eine komplexe Domäne, die sowohl kristalline als auch fluide Anteile hat. Insgesamt bleibt die Sprachfähigkeit über den Zeitverlauf stabil. Das Vokabular kann sich sogar im Laufe der Zeit verbessern. Einige Ausnahmen davon verdienen es jedoch, genannt zu werden. So zeigt sich das “visual confrontation naming”, die Fähigkeit, den Namen eines Objekts bei Darbietung zu nennen, bis zum 70. Lebensjahr konstant, nimmt dann jedoch ab. Die “verbal fluency”, die Fähigkeit, Worte passend zu einer vorgegebenen Kategorie zu suchen und dann in einer definierten Zeit zu produzieren ("Sagen Sie möglichst viele Worte mit dem Buchstaben F in einer Minute"), zeigt einen gleichartigen Trend [2].
Visuokonstruktion und visuospatiale Fähigkeiten
Die kognitiven Fähigkeiten verlangen, dass der Raum zwei- und dreidimensional erfasst und verstanden wird. Die visuelle Konstruktionsfähigkeit, Einzelteile zu einem kohärenten Ganzen zusammenzusetzen (z. B. Aufbau eines Möbelstücks), nimmt mit der Zeit ab. Dagegen bleibt das visuospatiale Können intakt. Somit können Raumverhältnisse, visuelle Formen, Strukturen und Details in Beziehung zueinander gesetzt und wiedergegeben werden. Damit sind räumliches Navigieren, Tiefen- und Distanzwahrnehmung abgedeckt.
Exekutivfunktionen
Exekutivfunktionen schaffen die Voraussetzungen, dass komplexes Verhalten bei selbst widersprüchlichen Informationen möglich und koordiniert ist. Brechen diese Funktionen weg, resultiert ein schlecht kontrolliertes, unzusammenhängendes und enthemmtes Verhalten. Darunter fallen viele Eigenschaften wie die Selbstreflexion, Planung, Organisation, mentale Flexibilität und Problemlösung. Abstraktionsfähigkeiten und mentale Flexibilität zeigen Einbußen ab dem 70. Lebensjahr, sodass das Denken konkreter wird. Auch wirkt sich das Alter negativ auf die Fähigkeit der Inhibition aus, also das Unterdrücken reflexhafter, gelernter Antworten bzw. Reaktionen. Somit wird die Möglichkeit, neue Antwortmuster zu generieren, unterdrückt. Wenn zudem noch eine schnelle motorische Reaktion gefordert wird, zeigt sich dieser Effekt umso deutlicher.
Konzept der kognitiven Reserve
Nach heutiger Auffassung können nur ca. 50% der kognitiven Einschränkungen im Alter durch neuropathologische Substrate erklärt werden. Es muss angesichts der interindividuellen Unterschiede weitere Variablen geben, die protektiv oder akzelerativ wirken.
Ein Konstrukt, das den Beginn einer klinisch apparenten Demenz nach hinten verschiebt, ist die kognitive Reserve, welche die individuellen Unterschiede hinsichtlich der Suszeptibilität für einen kognitiven, funktionellen oder klinischen Abbau erklären könnte. Dies geschieht durch adaptive Prozesse, die auch zum Coping für erlittene Schäden beitragen, wie Schlaganfälle und/oder neuropathologische Veränderung, die typisch für eine spezifische neurodegenerative Erkrankung sind [3]. Somit können Lebensereignisse in Kombination mit (epi-)genetischen Faktoren eine Resilienz gegenüber Gehirnerkrankungen oder dem Alter bedingen.
Demgegenüber steht das ergänzende Konzept einer Gehirnreserve, das hinsichtlich des Gehirnvolumens oder der Integrität der weißen Substanz Schutzmechanismen gegenüber Folgen von Gehirnerkrankungen sieht. So gibt es seit Langem Berichte über autoptisch gesicherte Alzheimer-Pathologien, die zu Lebzeiten klinisch nie in Erscheinung traten. Die Gehirne zeigten sich im Gegensatz zu Kontrollen, Alzheimer-Betroffenen und Nichtbetroffenen, schwerer im Gewicht und mit einer erhöhten Neuronendichte und -konnektivität als neuroanatomische Substrate der schützend wirkenden Reserve [28].
Da die kognitive Reserve ein theoretisches Konstrukt ist, kann sie nicht direkt gemessen werden. Daher nutzt man Stellvertretervariablen, die Lebenserfahrungen beinhalten, wie berufliche und akademische Errungenschaften, Einbindung in bedeutungsvolle, stimulierende Freizeitaktivitäten, sozioökonomischen Status und frühkindliche Erfahrungen. Diese Felder sind nicht exklusiv und rigide zu sehen, sondern zeigen häufig Überschneidungen zueinander und können Veränderungen unterworfen sein. So steigt die Wahrscheinlichkeit von Kindern aus sozioökonomisch besser gestellten Familien, eine höhere Schulbildung in einer “glücklichen Kindheit” zu genießen und im Weiteren einen eigenen Aufstieg mit akademischen und beruflichen Meriten hinzulegen. Diese wiederum befähigen die eigene Einbindung in bedeutungsschwere und kognitiv stimulierende Freizeitaktivitäten. Welchen Einfluss die einzelnen Variablen auf die kognitive Reserve haben, ist Bestandteil der derzeitigen Forschungsbemühungen.
Spannend ist die Frage, ob man die Reserve, von der man im Falle einer auftretenden neuropathologisch Demenzform zehrt, auch noch im späteren Leben ausbauen kann. Die mit am besten untersuchte und zielführendste Intervention scheint aerobes Training zu sein, das nicht nur die respiratorische Kapazität, sondern auch die kognitive Resilienz steigern kann. Erst kürzlich konnte das multimodale FINGER-Interventionsprogramm seine Kosteneffektivität plausibel machen [15] Aber auch Studien, die Ältere in Spiele mit komplexen Abläufen als Training einbanden, zeigten positive Auswirkungen auf eine Vielzahl kognitiver Tests. So zeigten Basak et al. [16], dass 23,5 Stunden Spielzeit des Spiels “Rise of Nations” diesen Effekt auszuüben vermochten. Dieser Effekt konnte später wiederholt mit anderen komplexen Computerstrategiespielen gezeigt werden. Interessant werden dementsprechend die zukünftigen Beobachtungen werden, wie sich kommende Generationen im Hinblick auf die kognitive Reserve als aktiven Schutzmechanismus gegen klinisch demenzielle Syndrome behaupten können, die mit PC und Spielekonsolen mehrheitlich vertraut sein werden.
TCM
Bereits im gelben Kaiser wird zur Diskussion gestellt: "Ich habe gehört, dass die Menschen früher 100 Jahre alt wurden, ohne die normalerweise auftretenden Zeichen des Alters aufzuweisen. […] Qi Bo antwortete: ‚In der Vergangenheit praktizierten die Menschen das Dao, den Weg des Lebens. Sie verstanden das Prinzip des Gleichgewichts, von Yin und Yang […]. Sie entwickelten Praktiken wie die des Daoyin, einer Kombination von Dehnungsübungen, Massage und Atemtechnik, um den Fluss der Energie zu stützen. Sie übten sich in Meditation, um in Einklang mit dem Universum zu kommen. Sie aßen regelmäßig, sie vermieden jede geistige und körperliche Überanstrengung, sie standen zu bestimmten Zeiten auf und gingen zu bestimmten Zeiten zu Bett und waren in jeder Hinsicht maßvoll. […] Heutzutage hat sich der Lebensstil der Menschen verändert, […] sie erschöpfen ihr Jing – die in der Niere gespeicherte Essenz des Körpers – und vergeuden ihr Qi. […] Sie sind nicht imstande, ihren Lebensstil und ihre Ernährung zu regulieren […].‘“
Altern setzt mit dem Verfall der Energiefülle der Leitbahn “Überstrahlung des Yang” (Yang Ming) ein, die sehr viel aktives energetisches Potenzial Qi und struktives energetisches Potenzial Blut (Xue) führt. Sie steht für die Leitbahnen Milz und Magen. Mit dem altersabhängigen Verfall dieser Leitbahnen kommt es ebenso zu einer energetischen Schwäche der Funktionskreise Milz und Magen. Diese gelten als die Wurzel der erworbenen Konstitution, neben der angeborenen Konstitution im Funktionskreis Niere und als Quelle der Hervorbringung und Umwandlung von Qi und Blut (Xue).
Altern in der TCM
- Altern in der TCM bedeutet eine Verminderung der Säfte im Körper, wodurch der Turgor und die “Gelenkschmiere” reduziert werden mit konsekutiver Verringerung der Beweglichkeit.
- Xue wird durch einen Mangel an aktivem Qi nicht mehr ausreichend angetrieben, sodass Perfusionsstörungen in allen Organen auftreten.
- Es handelt sich um einen Prozess, bei dem viele Faktoren über längere Zeit den Organismus stören und die Funktionen der Funktionskreise disharmonisch werden.
Element Wasser
Eins der 5 Elemente der TCM ist das Wasser, das dem Funktionskreis Niere als Zang- und der Blase als Fu-Organ zugeordnet wird. Es steht für die Ruhephase und Regeneration als Vorbereitung für den Frühling. Folgende Entsprechungen gehören zu diesem Element:
- Emotion Angst
- Farbe Schwarz
- Geschmacksrichtung salzig
- Himmelsrichtung Norden
- Jahreszeit Winter
- klimatischer Faktor Kälte
- Körperorgan Knochen
- Sinnesorgan Ohr
- Yang-Organ Blase
- Yin-Organ Niere
Auftretende Störungen manifestieren sich durch
- Angst und mangelnden Willen
- Beeinträchtigung der Organe bzw. Organsysteme Knochen, Zähne, Fortpflanzung sowie allgemeine Alterserkrankungen und geschwächte Konstitution
- Auftreten von Erkrankungen durch Kälte oder mit Kälte-Symptomen
- saisonales Auftreten im Winter bzw. entsprechend der Hauptzeit laut Organuhr
- Bevorzugung oder Ablehnung der Geschmacksrichtung salzig
- modrig riechende Ausdünstungen
Niere (Shen)
Als „Wurzel des Lebens“ speichert die Niere lebenslang das Jing (die ererbte Essenz). Sie steht mit der Lunge bezüglich der Aufnahme von Qi in enger Verbindung und ist somit für alle Organe nährend. Sie spielt bei der Reproduktion und Vitalität eine zentrale Rolle. Knochen- und Gelenkerkrankungen sind von der Effizienz der Niere abhängig, denn sie erzeugt Mark, füllt das Gehirn auf und kontrolliert die Knochen. Ängstlichkeit ist ebenso Ausdruck geschwächter Nierenenergie wie schütteres Haar. Zudem beherbergt die Niere die Willenskraft, kontrolliert die beiden unteren Öffnungen sowie das Lebenstor und öffnet sich in die Ohren. Die Maximalzeit liegt zwischen 17.00 und 19.00 Uhr.
Schwäche-Syndrome der Nieren finden sich i.d.R. in Kombination mit Störungen der anderen Zang-Organe (Lunge, Milz oder Leber). Im Sprachgebrauch finden sich bezüglich der Beeinträchtigung Formulierungen wie „das geht mir an die Substanz/Nieren“.
Bei der Nieren-Yang-Schwäche als häufigste Störung (v.a. in klimatisch kühleren Regionen) weisen Patienten Symptome auf wie Angst, Antriebsmangel, blasses oder gräuliches Hautkolorit, Depression, Fertilitätsstörung, Frieren (in Kombination mit kalten Extremitäten), Miktionsstörung (Inkontinenz, Nykturie), Müdigkeit, Rückenschmerz oder -steifigkeit, Schwerhörigkeit, Tinnitus und Vertigo. Der Puls ist tief und schwach, die Zunge blass und geschwollen mit geringem weißlichem Belag. Hervorgerufen wird die Nieren-Yang-Schwäche durch Alter (physiologisch), Kälte, körperliche Erschöpfung und chronische Erkrankungen.
Blase (Pang Guan)
Der Blase werden – wie den meisten Yang-Organen in der chinesischen Medizin – nur wenige Funktionen zugeordnet. Die Hauptfunktion ist die Ausscheidung der trüben Säfte, die stark abhängig vom Nieren-Yang ist. Es liegt daher eine enge Beziehung zum Lebensfeuer vor.
Auf der Leitbahn sind alle Rücken-Shu-Punkte wie auch die Lokalpunkte für die Behandlung von Rückenschmerzen lokalisiert. Durch energetische Blockaden in der Leitbahn (v. a. durch Kälte) werden stark beanspruchte Körperareale in ihrer Funktion beeinträchtigt. Laut Organuhr liegt die Maximalzeit zwischen 15 und 17:00 Uhr.
Therapie
Therapeutisch wird das Nieren-Yang mittels Moxibustion erwärmt und das Nieren-Ying gestützt. Als Akupunkturpunkte eignen sich:
- Bl 23: Rücken-Shu-Punkt der Niere
- LG 4: stärkt Nierenenergie
- Gb 25: Mu-Punkt der Niere
- Ma 36: allgemeiner Qi-Tonisierungspunkt
- Mi 6: Treffpunkt der 3 Fuß-Yin-Leitbahnen, stärkt Qi
- Ni 3: Yuan-Punkt der Niere, stärkt Yin und Yang
- Ni 7: Tonisierungspunkt der Niere
- KG 6: allgemeiner Qi-Tonisierungspunkt
- KG 4: stärkt Yuan-Qi
Zur Unterstützung der Nieren empfiehlt sich eine mineralstoffreiche Ernährung sowie die Einnahme von mindestens 2 gekochten Speisen täglich. Zudem sollten sich die Betroffenen entspannen, für eine Harmonisierung der Emotionen sowie für ausreichende Bewegung und Schlaf sorgen.
Demenz
Epidemiologie und Definition
Unter dem Sammelbegriff „Demenz“ werden verschiedene Entitäten subsumiert. So können diese nach Akkumulation pathologischer Proteine (Tau, Amyloid) in verschiedenen Hirnregionen, nach Schädigung der zerebralen Orte oder nach phänotypischen Gesichtspunkten klassifiziert werden, wobei die Alzheimer-Demenz die bekannteste und prävalenteste mit 50–70% aller Fälle ist.
In Deutschland wird die Zahl der Demenz-Neuerkrankungen auf etwa 300.000 pro Jahr geschätzt, als Gesamtzahl ging man im Jahr 2018 von ca. 1,5 Mio. Betroffener mit einer Geschlechtszuordnung Männer : Frauen von 1 : 2 aus. Die Zahl der an Demenz erkrankten Menschen wird sich in den nächsten beiden Jahrzehnten um etwa 50% erhöhen, da dann die geburtenstarken Jahrgänge der 50er- bis 70er-Jahre in das Alter kommen, in dem die Diagnose zumeist gestellt wird.
Nach ICD-10 bezeichnet eine Demenz ein Syndrom, das mit einem progredienten Verlust erworbener kognitiver Fähigkeiten meist infolge einer chronischen und/oder ebenfalls progredienten Gehirnerkrankung einhergeht. Diese wiederum hat zur Folge, dass höhere kortikale Netzwerke und Funktionen wie Gedächtnis, Orientierung, Neuerwerb von Leistungen, Auffassung, Rechnen, Entscheidungsfindung und Verhaltensänderungen betroffen sind. Eine Mindestdauer von 6 Monaten wird gefordert, um z. B. die Differenzialdiagnose eines Delirs unwahrscheinlich zu machen. Zudem sind Beeinträchtigungen der Alltagsfunktionen obligat und eine neuropsychologische Testung ist gefordert, wenn eine sichere Diagnose nicht durch Kombination aus Eigen- und Fremdanamnese, eine objektive Bewertung kognitiver Leistungen oder eine klinische Untersuchung erreicht werden kann.
Entitäten
Eine zweifelsfreie Diagnose kann nur neuropathologisch gestellt werden, wobei die intra- und extrazellulären Ablagerungen bestimmter pathologischer Proteine als Zeichen dienen; hier sind v.a. Amyloidplaques und Tau-Fibrillen zu nennen. Eine Gewebegewinnung über eine Hirnbiopsie oder auch eine neuropathologische Begutachtung in toto bedeuten mitunter deutliche Unannehmlichkeiten für den Patienten, sodass in den letzten Jahren vermehrt Biomarker aus neuroradiologischen Untersuchungen, Liquor cerebrospinalis und Blut hinzugezogen werden, um eine Alzheimer-Krankheit möglicherweise Jahrzehnte vor einer klinisch apparenten demenziellen Entwicklung feststellen zu können. Hilfreich könnte sich hierfür das AT[N]-System zur Klassifizierung gefundener Pathologien erweisen, um eine Diagnose Jahre oder Jahrzehnte früher stellen zu können, um möglicherweise doch einen klinischen Nutzen krankheitsmodifizierender Medikamente beim Menschen zu zeigen. Aducanumab reihte sich zuletzt in eine Reihe klinischer Versuche ein, die keine überzeugenden Daten liefern konnten und lebhaft in der Wissenschaftswelt und auch außerhalb der medizinischen Presse diskutiert wurden.
Neben der Alzheimer-Krankheit machen vaskuläre Formen mit 15–25% einen Großteil der Ursachen aus. Die vaskuläre kognitive Beeinträchtigung steht in Analogie zum MCI-Konzept (Mild Cognitive Impairment) der neurodegenerativen Formen. Sie setzt eine fehlende Alltagsbeeinträchtigung voraus und weist ein Kontinuum zur manifesten demenziellen Erkrankung auf. Im Gegensatz zum Alzheimer-Typ besteht auch diagnostisch nach den NINDS-AIREN-Kriterien [17] ein Zusammenhang zu zerebrovaskulären Ereignissen und eine typischerweise stufenhaft verlaufende Verschlechterung der Leistungsfähigkeiten. Reine Formen einer vaskulären Demenz sind selten, sodass Mischformen überwiegen. Dies wiederum erklärt, warum auch bei einer überwiegenden Alzheimer-Pathologie die Behandlung auf sekundärprotektiven Versuchen, die zerebralen vaskulären Pathologien zu behandeln, fußt.
Den beiden erstgenannten Demenzformen gemein ist, dass sich eine Behandlung verschiedener Risikofaktoren günstig auf die Primärprophylaxe und im Weiteren auf den klinischen Verlauf auswirkt, wobei eine Primärprophylaxe mit ASS nicht dazugehört. Erst kürzlich erschien eine Aufstellung verschiedener prophylaktischer Bemühungen, die sich lohnen können. Dazu zählen körperliche Aktivität, die Reduktion neurovaskulärer Risiken, Schlaf, Ernährung, Vermeidung sozialer Isolation und kognitive Stimulation [4]. Wenn man darüber hinaus bedenkt, dass es insgesamt 12 modifizierbare Risikofaktoren gibt, durch deren Behandlung man ca. 40% aller Demenzen verhindern könnte, tun sich enorme Felder der Selbstwirksamkeit auf.
Als 3. und wohl auch oft unterdiagnostizierte Form sei die Lewy-Körperchen-Demenz erwähnt, die eine Inzidenz von 3,8% bei Neudiagnosen sowie Prävalenzen von 4,2% bei in der Häuslichkeit lebenden Senioren und 7,5% bei Heimbewohnern hat. Dabei handelt es sich um eine neurodegenerative Erkrankung des Gehirns, die klinisch durch eine Demenz, fluktuierende Vigilanz und Aufmerksamkeit, visuelle Halluzinationen, REM-Schlaf-Störungen und/oder ein Parkinsonoid geprägt ist. Der Verlauf ist durch eine im Vergleich zu einer Alzheimer-Demenz rapide Verschlechterung charakterisiert, die zu einer früheren Pflegeheimaufnahme innerhalb von 2–6 Jahren nach Diagnosestellung führt. Der Tod tritt nach 3–8 Jahren ein. Das wohl herausstechendste Symptom sind die lebhaften visuellen Halluzinationen, von denen sich die Betroffenen anfänglich distanzieren können. Diese Fähigkeit verlieren sie im Laufe der Erkrankung. Eine diagnostische Hilfe und ein supportives klinisches Feature kann die außerordentliche Anfälligkeit für unerwünschte Neuroleptikanebenwirkungen sein, die bis zu einem malignen neuroleptischen Syndrom führen können. Somit sollte diese Medikamentengruppe nicht unüberlegt eingesetzt werden. Acetylcholinesterasehemmer haben sich hingegen als hilfreich gezeigt.
TCM
Einige Untersuchungen haben positive Effekte der Akupunktur selbst bei einer veränderten Genexpression in hippokampalen Neuronen im Mausmodell gezeigt [18]. Eine demenzielle Erkrankung erhöht die Wahrscheinlichkeit, an einer Depression zu erkranken, aber auch eine depressive Störung führt zu einem erhöhten Demenzrisiko; somit stellt sie sowohl einen Risikofaktor als auch ein Prodrom dar. Allerdings gibt es Anzeichen dafür, dass sich eine antidepressive Therapie protektiv auf die Entwicklung einer demenziellen Erkrankung auswirken kann [5].
Ein Cochrane-Review konnte bei zugegebenermaßen eher niedriger Studienqualität und hohem Biasrisiko einen positiven Effekt von Akupunktur in Kombination mit einer medikamentösen antidepressiven Therapie feststellen [19].
Eine taiwanesische Studie konnte in einem größeren Kollektiv in einer Propensity-Score-matched-Kohortenstudie die Übertragung der vorhergehenden Überlegungen auf Real-World-Daten bewerkstelligen und wies ein erniedrigtes Demenzrisiko bei an einer depressiven Störung Erkrankten nach, die sich aufgrund der affektiven Erkrankung einer Akupunkturbehandlung unterzogen [20]. Neben diesem Einfluss konnten in Mausmodellen ein erhöhter zerebraler Blutfluss, eine Veränderung auf Transmitterebene und eine differente Rekrutierung verschiedener Gehirnnetzwerke gefunden werden [21] [22] [23].
Verhaltensstörungen bei demenziellen Erkrankungen
Kognitive Störungen sind ausreichend, um eine Diagnose einer demenziellen Erkrankung zu stellen, wobei Verhaltensstörungen und neuropsychologische Auffälligkeiten sowohl schwerwiegend den Krankheitsverlauf verändern als auch die Belastung für An- und Zugehörige zu großen Teilen definieren können. Es wird davon ausgegangen, dass ca. 60–80% der Betroffenen Verhaltensstörungen aufweisen.
Verhaltensstörungen können in allen Phasen einer demenziellen Erkrankung auftreten, sowohl im präklinischen Stadium [6] als auch im späteren Verlauf mit bereits eingetretenen kognitiven Auffälligkeiten [7]. Diese können verschiedene Aspekte einschließen, z. B. Verkennungen, Halluzinationen, Agitation (Frustrationsintoleranz, wiederholtes Fragen, Streiten, Umherwandern, Schreien und andere disruptive verbale Äußerungen, Ablehnung von pflegerischen Maßnahmen, Verlassen des Wohnortes), Aggressionen (verbal und physisch), Depressionen, Ängstlichkeit, Apathie, Disinhibition mit sexuell oder sozial unpassendem Verhalten und zirkadianen Störungen [7]. Diese können durch Faktoren begünstigt werden, die sowohl die demenziell erkrankte Person selbst betreffen (neurobiologische Störungen verschiedener zerebraler Netzwerke, Neurotransmitter-, -rezeptorveränderungen mit Auswirkungen auf das emotionale Erleben, vorbestehende Persönlichkeitszüge oder psychiatrische Erkrankungen, nicht erkannte medizinische Nöte) als auch die umsorgenden Personen, wobei hierbei eine wechselseitige Beziehung hinsichtlich der Ausprägung besteht. Veränderungen täglicher Routinen, überbordende, sich gegenseitig widersprechende oder fehlende Stimuli und überfordernde Anforderungen können eine Agitation oder Rückzugstendenzen hervorrufen.
Therapeutische Ansätze
Systematische Anstrengungen zu Präventionsmöglichkeiten von Verhaltensstörungen bei Demenz gibt es momentan nur vereinzelt. Verschiedene medikamentöse Therapien werden propagiert, mit teilweise unzufriedenstellenden Effekten. Donepezil, ein Acetylcholinesterase-Inhibitor, wird seit längerer Zeit klinisch eingesetzt, um Verhaltensstörungen zu begegnen. Eine Metaanalyse [24] konnte im Rahmen der Zulassungsindikationen auch einen signifikanten Therapieerfolg ausmachen, wobei dies für ein anderes Antidementivum als Monotherapie, Memantine, nicht gelang. Der Erfolg beruht wohl u.a. auf der cholinergen Defizithypothese, die versucht, über einen Mangel an Acetylcholin in frontalen Steuerungskreisläufen unangepasstes Verhalten zu erklären. Vereinzelt konnte sogar ein Zusammenhang von Serumspiegelbestimmungen von Donepezil und klinisch apparenten Verhaltensstörungen gezeigt werden [25].
Häufig im medizinischen Alltag werden Neuroleptika eingesetzt, insbesondere Risperidon und neuerdings Quetiapin. Darunter konnten moderate Effekte auf die Verhaltensstörungen gezeigt werden, wobei eine erhöhte kardiovaskuläre Mortalität und in der Geriatrie unerwünschte Nebenwirkungen, v. a. orthostatische Dysregulationen und anticholinerge Effekte, beachtet werden müssen [8]. Zudem darf mit einiger Sicherheit davon ausgegangen werden, dass antipsychotisch wirksame Medikamente nicht die Kognition oder neuropsychiatrische Symptome per se verbessern [9]. Unbedingt sollte die Empfehlung zu einer symptomatischen Therapie über einen möglichst kurzen Zeitraum von wenigen Wochen eingehalten werden. Daneben zeichnen sich andere Therapieoptionen ab, die auf die Behandlung der Agitation zielen und in Phase-1- bzw. -2-Studien erfolgversprechende Effekte erzielen, wie Brexpiprazol, Dextromethorphan/Chinidin, Dextromethorphan/Nobilon oder auch Prazosin [26].
Nicht medikamentöse Ansätze werden nach jetzigem Stand der Kenntnis im Behandlungsalgorithmus an 1. Stelle empfohlen [10]. Dies beruht zum einen auf der relativen Nebenwirkungsfreiheit verglichen mit medikamentösen Ansätzen, zum anderen auf der rechnerisch zu ermittelnden Effektstärke. Unterteilen lassen sich diese patientenspezifischen Interventionen in kognitiv bzw. emotional orientierte Ansätze, verhaltensmodifizierende Ansätze, sensorische Stimulationen und körperlich zentrierte Ansätze, die je nach biografischen Besonderheiten des Betroffenen und Qualifikation des Behandelnden ausgewählt werden sollten. Ein wichtiger Faktor ist die positive Verstärkung erwünschten Verhaltens, damit sich eine Zufriedenheit auf Patienten- und Behandlerseite einstellt. Interessanterweise konnten neben positiven Effekten in verschiedenen Scores auch laborchemische (salivary chromogranin A) in einer Studie mit einer 6-wöchigen Intervention mittels Handmassage nachgewiesen werden.
Wichtig erscheint ein sich anbahnender Perspektivwechsel auf die Verhaltensweise des Patienten, da in letzter Zeit häufiger der Begriff „herausforderndes Verhalten“ verwendet wird, wodurch der Aspekt der Interaktion mit dem Umfeld herausgehoben wird. Interaktion bedeutet Anpassung an sich stetig ändernde Gegebenheiten; diese Fähigkeit büßt der an Demenz Erkrankte ein. Somit erscheint die Herausforderung darin zu bestehen, das Umfeld derart zu gestalten, dass den Bedürfnissen der Patienten Rechnung getragen werden kann.
TCM
Akupressur und Akupunktur haben sich als sichere und effektive Therapieergänzung in der Behandlung von Symptomen bei chronischen Schmerzen, affektiven Erkrankungen, Angststörungen und Migräne gezeigt. Mittlerweile können mittels der funktionellen MRT verschiedene Aktivierungsmuster infolge der Stimulation verschiedener Akupunkturpunkte im Vergleich zur Sham-Akupunktur herausgearbeitet werden. Bemühungen, TCM bei Patienten mit Alzheimer-Erkrankungen in die Behandlung einfließen zu lassen, zeigen positive Effekte auf verschiedenen Ebenen:
- So haben sich bei täglicher Akupressur des Punktes He 7 eine Insomnie und andere Schlafstörungen bei Heimbewohnern mit mittelschwerer Alzheimer-Erkrankung gebessert [27]. Sedierende Medikamente konnten reduziert werden und die Lebensqualität verbesserte sich auf subjektiver Ebene.
- Eine weitere Studie [11] konnte zeigen, dass sowohl TCM als auch westliche nicht pharmakologische Ansätze agitiertes, physisch und verbal aggressives Verhalten positiv beeinflussen konnten. Dies geschah durch Akupressur der Punkte Gb 20 (Feng Chi), LG 20 (Bai Hui), He 7 (Shen Men), Pe 6 (Ni Guan) und Mi 6 (San Yin Jiao) einmal am Tag für 15 Minuten.
- Zudem konnte Akupressur in einem randomisierten, kontrollierten Versuch Agitation und den Spiegel des salivarischen Kortisols (als Substrat von Stressreaktionen) senken [11].
- Metaanalysen haben vielversprechende Effekte auf verschiedene Domänen demenzieller Erkrankungen gezeigt, es muss jedoch auch erwähnt werden, dass die Datenerhebungen der einzelnen Studien sich untereinander und auch im Hinblick auf ansonsten akzeptiertes Vorgehen teilweise grundsätzlich unterschieden [12].
Ein einfühlendes Vorgehen bei der Applikation der TCM-Behandlungen erscheint vorrangig. Interventionen sollten frühzeitig im Krankheitsverlauf in routinierte Abläufe übergehen, um den Betroffenen Alltäglichkeit und eine sichere Umgebung während der Anwendungen vermitteln zu können.
Autor*innen
Dr. med. Kamayni Agarwal hat nach ihrem Medizinstudium im In- und Ausland ihre Facharztausbildung im Bereich der Anästhesiologie absolviert. Sie hat in allen Bereichen der Anästhesiologie ihre Zusatzqualifikationen erworben, letztlich lag aber der Schwerpunkt auf der Schmerz- und Palliativmedizin. Dafür hat sie diverse Weiterbildungen absolviert und versorgt seit vielen Jahren Patienten aus sämtlichen Altersgruppen neben ihrer Lehrtätigkeit und der Autorenschaft.
Dr. med. Peer-Severin Spyra hat nach der Facharztausbildung in der Neurologie in verschiedenen geriatrischen Abteilungen gearbeitet. Er besitzt die Weiterbildung Geriatrie wie auch Palliativmedizin. Derzeit arbeitet er in oberärztlicher Funktion in der Klinik für Geriatrie, Rheumatologie und Diabetologie des Katholischen Marienkrankenhauses Hamburg und leitet u.a. die Station für Kognitive Geriatrie, die v.a. Menschen mit Demenz und/oder Delirien versorgt. Daneben ist er als Dozent in der Ausbildung von Pflegefachkräften im Bereich der Geriatrie involviert.
Interessenkonflikt: Die Autor*innen geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.
- Drachmann DA.. Aging of the brain, entropy, and Alzheimer disease. Neurology 2006; 18: 1340-1352
- Salthouse TA.. Selective review of cognitive aging. J Int Neuropsychol Soc 2010; 16: 754-760
- Stern Y. et al. The Reserve, Resilience and Protective Factors PIA Empirical Definitions and Conceptual Frameworks Workgroup. Whitepaper: Defining and investigating cognitive reserve, brain reserve, and brain maintenance. Alzheimers Dement 2020; 16: 1305-1311
- Sabbagh MN. et al. Primary prevention recommendations to reduce the risk of cognitive decline. Alzheimer’s Dement 2022; 18: 1569-1579
- Kessing LV.. Depression and the risk for dementia. Curr Opin Psychiatry 2012; 25: 457-461
- Jost BC, Grossberg GT.. The evolution of psychiatric symptoms in Alzheimer’s disease: a natural history study. JAGS 1996; 9: 1078-1081
- Kales HC, Gitlin NC, Lyketsos CG.. Assessment and management of behavioral and psychological symptoms of dementia. BMJ 2015; 350: h369
- Schneider LS, Dagerman KS, Insel P.. Risk of death with atypical antipsychotic drug treatment for dementia: meta-analysis of randomized placebo-controlled trials. JAMA 2005; 294: 1934-1943
- Oh E. et al. Psychotropic Medication and Cognitive, Functional, and Neuropsychiatric Outcomes in Alzheimer’s Disease (AD). JAGS 2021; 69: 955-963
- Livingstone G, Kelly L, Lewis-Holmes E. et al. A systematic review of the clinical effectiveness and cost-effectiveness of sensory, psychological and behavioural interventions for managing agitation in older adults with dementia. Health Technology Assessment 2014; 39: 18
- Kwan RYC, Leung MCP, Lai CKY.. An Randomized Controlled Trial Examining the Effect of Acupressure on Agitation and Salivary Cortisol in Nursing Home Residents with Dementia. Dement Geriatr Cogn Disord 2017; 44: 92-104
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