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Der Große Wiesenknopf (syn. Becherblume, Bibernell, Blutknopf, Blutkraut, Gartenbibernelle, Ruhrkraut, Sperberkraut), Sanguisorba officinalis L. (syn. Pimpinella officinalis, Poterium officinale, Sanguisorba major, S. polygama) aus der Familie der Rosaceae ist eine in Europa und Asien genutzte Arzneipflanze mit langer Tradition [1].
Namensursprung
Die Bezeichnung der Gattung Sanguisorba wird vom lateinischen sanguis (Blut) und sorbere (saugen) abgeleitet. Da die Blütenköpfe eine blutrote Farbe aufweisen, wurde der Pflanze entsprechend der Signaturenlehre eine blutstillende Eigenschaft nachgesagt. Der deutsche Name „Wiesenknopf“ bezieht sich auf den knopfförmigen Blütenstand [2].
Botanik
Die Gattung Sanguisorba umfasst mehrjährige Blütenkräuter aus der Familie der Rosaceae, darunter ca. 148 Arten und Unterarten, die vor allem in Ostasien und Südeuropa zu finden sind. Sanguisorba officinalis L. wird in Südkorea und Japan als ziyu, in China als diyu und im englischsprachigen Raum als Great Burnet bezeichnet [3].
Bei der Pflanze handelt es sich um eine Halbrosettenstaude mit kurzem Rhizom und dicker Wurzel mit anhängenden Fasern, welche auf mäßig feuchten Wiesen in den gemäßigten Regionen Europas, Asiens und Nordamerikas gedeiht. Die Blütenstände bilden kugelig-eiförmige Köpfchen am Ende des Stängels und seiner spärlichen Äste; sie werden 1–3 cm lang und 1–1,5 cm breit. Die dunkelroten Einzelblüten besitzen einen Durchmesser von 1–3 mm, Blütenblätter fehlen, die vier Kelchblätter sind breit-dreieckig und am Grund verwachsen. Die Blüten sind meist zwittrig. Die aufrechten, nur im oberen Bereich wenig verzweigten Stängel entspringen einer Rosette aus unpaarig gefiederten Grundblättern, die aus 7–15 Paaren von Seitenfiedern und einem etwa gleich großen Endblättchen bestehen. Die eiförmigen Teilblättchen haben einen ca. 0,5–1,5 cm langen Stiel, sind 1,5–5 cm lang und etwa halb so breit, am Grund herzförmig, am Rand grob gezähnt, oberseits dunkelgrün und unterseits blaugrün. Die Stängelblätter ähneln den Grundblättern, haben aber weniger Paare von Seitenfiedern. Die Blütezeit ist von Juni bis September, die Pflanze erreicht eine Höhe von 30 bis zu 120 cm [4].
Historische Verwendung
In der antiken europäischen Literatur finden sich keine Hinweise auf die Verwendung des Großen Wiesenknopfs, da die Pflanze in Griechenland und dem Vorderen Orient nicht beheimatet ist. Die Wurzeldroge wird erstmals als Veterinärphytotherapeutikum von einem Hufschmied Karls V. zur Behandlung von Spulwürmern bei Pferden erwähnt. In den Kräuterbüchern des Mittelalters wird die Bibernelle dagegen ausführlich wegen ihrer adstringierenden und blutstillenden Wirkung aufgeführt. Auch eine Verwendung als milchtreibendes und schweißhemmendes Mittel sowie der Einsatz der gepulverten Wurzel als Streupulver gegen Hämorrhoiden und bei übermäßiger Menstruation wird erwähnt [2]. Unter der Bezeichnung „Groß Kölbleskraut“ oder „Kölblinskraut“ ist die Pflanze mit einer unverwechselbaren Zeichnung im New Kreüterbuch von 1543 durch Leonhart Fuchs zu finden. Er beschreibt die adstringierende Wirkung der Kraut- und Wurzeldroge, ihren Einsatz zur Wundbehandlung sowie bei „roter rhur und andre bauchflüß“, d. h. bei verschiedenen dysenterischen Erkrankungen [5]. Diese Verwendung ist in der medizinischen Literatur bis Mitte des 20. Jahrhunderts in den Gebieten, wo die Pflanze verbreitet ist, nachweisbar [2]. Die volksheilkundliche Anwendung in Mitteleuropa umfasst die Nutzung als blutstillendes und durchfallhemmendes Mittel ebenso wie einen therapeutischen Einsatz zur Behandlung von Katarrhen und Tuberkulose [6].
Anders als in Europa spielt die Wurzeldroge von S. officinalis L. in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) seit dem Altertum eine wichtige Rolle und wurde 2021 auch ins Europäische Arzneibuch aufgenommen [7].
Drogen und ihre Inhaltsstoffe
Offizinell und volksheilkundlich werden folgende Drogen eingesetzt:
Sanguisorbae herba
(syn. Herba Sanguisorbae), Wiesenknopfkraut, das getrocknete Kraut [1].
Sanguisorbae radix, Ph.Eur.
(syn. Radix Pimpinellae italicae, Radix Sanguisorbae majoris, Rhizoma et Radix Sanguisorbae), Großer-Wiesenknopf-Wurzel (syn. Falsche italienische Bibernellwurzel, Rote Bibernellwurzel, Wiesenknopfwurzel), die ganzen oder zerkleinerten, getrockneten, unterirdischen Teile ohne Nebenwurzeln mit mindestens 5,0% Gerbstoffen, bezogen auf die getrocknete Droge [7]. Die Wurzeln können im Frühling entweder vor der Keimung der Pflanze oder im Herbst nach dem Verwelken gesammelt werden. Die Wurzeln werden gewaschen und im Anschluss ganz oder in Scheiben geschnitten getrocknet. Die Bruchstücke der unregelmäßig geformten Scheiben sind von außen dunkelbraun und von innen bräunlich gelb gefärbt. Sie weisen einen zusammenziehenden Geschmack auf. Die Droge wird in der Traditionellen Chinesischen Medizin als diyu bezeichnet [1].
Sanguisorba officinalis HAB
Großer Wiesenknopf, die frischen, zur Blütezeit geernteten oberirdischen Pflanzenteile [8].
Inhaltsstoffe
Die Drogen weisen ein breites Spektrum phenolischer Inhaltsstoffe, wie Flavonoide, aber auch Terpene, Fettsäuren sowie Sterole und Neolignane auf [3]. Das Wiesenknopfkraut enthält v. a. Flavonoide, bes. Kaempferol- und Quercetinglykoside, u. a. Rutosid sowie Cyanidinglucoside; Gerbstoffe, Triterpenglykoside mit Pomolsäure als Genin. Außerdem sind Betulin-, Ursol- und Tormentinsäure sowie Chlorogensäure nachgewiesen worden [1]. Dieses Inhaltsstoffspektrum besitzt im Wesentlichen auch die HAB-Droge. Die selektive Untersuchung der Blüten von S. officinalis zeigte, dass hier v. a. Flavonoidglykoside (Quercetin, Kaempferol), Ellagitannin-Glykoside und Anthocyane nachweisbar waren. Darüber hinaus wurde Phenylethylamin als Inhaltsstoff zum ersten Mal charakterisiert. Weiterhin konnten phenolische Verbindungen, wie Gallussäure, Hydroxybenzoesäure, Hydroxyzimtsäure und Ellagsäurederivate sowie das Triterpenoid Ziyu-Glykosid I nachgewiesen werden ([Abb. 1]) [9].

Die Wiesenknopfwurzel enthält v. a. Triterpene und Gerbstoffe. Dazu gehören Triterpenglykoside, wie u. a. die Sanguisorbine A, B und E mit Ursolsäure als Aglykon sowie Betulin-, Pomol- und Tormentinsäure. In der Gerbstoff-Fraktion wurden sowohl Gallotannine, Ellagitannine und Hamamelitannin gefunden, als auch kondensierte Gerbstoffe, wie Procyanidine B-3 und C-2 sowie Gallocatechine. Die Triterpene können als Marker in der Qualitätskontrolle verwendet werden [1] [10].
Wirkungen und Anwendung
In der Literatur wird ein breites Wirkspektrum der Drogenzubereitungen beschrieben, das von adstringierenden, antidiarrhoischen, entzündungshemmenden, antibakteriellen und neuroprotektiven bis hin zu antiviralen, hepatoprotektiven sowie antikanzerogenen Effekten reicht. Daraus resultieren auch vielfältige Anwendungsgebiete der Drogen und Pflanzenextrakte, wie aktuelle und historische Studien zeigen [3].
Hämostatische Wirkung
In China, Südkorea, Japan, Sibirien und Europa wird S. officinalis häufig als blutstillendes Mittel eingesetzt. In Übereinstimmung mit der traditionellen Verwendung der Pflanzen der Gattung Sanguisorba wurde in einer Anzahl von Studien über die hämostatische Wirkung berichtet. Dafür sollen v. a. Polysaccharid-Polyphenol-Konjugate und Triterpensaponine verantwortlich sein [3] [10].
Entzündungshemmende Wirkung
Traditionell werden die Wurzeldroge und daraus hergestellte Zubereitungen zur Behandlung entzündlicher Erkrankungen eingesetzt. Dazu gehören Atemwegsentzündungen, Bronchialasthma, Dermatitis, Nephritis oder Colitis. Für die entzündungshemmenden Effekte werden hauptsächlich die phenolischen und terpenoiden Inhaltsstoffe verantwortlich gemacht [3] [10].
Untersuchungen in zellulären Entzündungsmodellen zeigten, dass der ethanolische Wurzelextrakt aus S. officinalis die Produktion proinflammatorischer Mediatoren wie Stickstoffoxid (NO) oder Prostaglandin E2 hemmte. Auch phenolglykosidische Neolignane sind an der entzündungshemmenden Wirkung beteiligt, da sie auch die Produktion von NO, TNF-α und IL-6 reduzierten [11]. Ebenso konnte am Tiermodell gezeigt werden, dass ein mit lipophilen Lösungsmitteln hergestellter Wurzelextrakt bei Colitis ulcerosa einen antiinflammatorischen Effekt induziert, wobei spezifische Transkriptionsfaktoren, die am Anfang der Entzündungsreaktion stehen, gehemmt wurden [12]. Das steht im Einklang mit der TCM, die Drogenmischungen mit der Wurzel von S. officinalis zur Behandlung von Colitis ulcerosa nutzt und dabei auf ihre entzündungshemmende Wirkung verweist. In diesem Zusammenhang sind Untersuchungen zur Beeinflussung des Mikrobioms bei Patienten mit Colitis ulcerosa durch Polyphenole und Methylgallat aus dem Extrakt von S. officinalis interessant. Neben einer partiellen Aufhebung der Dysbiose wurde eine Änderung der Makrophagenpolarisation im Sinne einer Entzündungshemmung beobachtet, die auf die Blockade des TLR4/NF-κB-Signalwegs zurückgeführt wurde [13]. Dieser Signalweg kann offensichtlich auch durch Triterpenglykoside aus der Droge moduliert werden [14], sodass beim Einsatz von Drogenextrakten auf additive und/oder synergistische Effekte bei der Modulation der Immunantwort ausgegangen werden kann.
Die Indikationen für die Wurzeldroge in der TCM überlappen sich teilweise mit der Anwendung in Europa, wie der Einsatz zur Behandlung von Entzündungen, Blutungen oder Verbrennungen bzw. Wunden zeigt [10]. Tierexperimentell wurde nachgewiesen, dass der ethanolische Wurzelextrakt zur Behandlung von Wundheilungsstörungen bei Diabetikern einsetzbar ist und die Entzündungssymptomatik mindert sowie die Heilungsdauer verkürzt [15].
Immunmodulatorische Wirkung
Mit einer entzündungshemmenden Wirkung ist oft auch eine immunmodulatorische Aktivität verbunden. In Untersuchungen aus dem asiatischen Raum mit Verweis auf die Indikationen in der TCM wird dabei immer wieder auf das blutbildende System verwiesen. Eine hämatopoetische Wirkung konnte im Tierexperiment an myelosupprimierten Mäusen beobachtet werden, wobei Drogenextrakte aus der Wurzel, die auf den Gesamtsaponingehalt standardisiert waren, die Anzahl der Leukozyten erhöhten und die Zytokinproduktion im Knochenmark förderten [3]. Auch isolierte Ellagitannine aktivierten Megakaryozyten-Vorläuferzellen dosis- und zeitabhängig, was zur Proliferation und Induktion der Megakaryozyten-Differenzierung führte [16]. Unter Verwendung der Wurzelextrakte in der TCM wird von einer klinischen Wirksamkeit bei der durch Chemo- und/oder Strahlentherapie verursachten Myelosuppression berichtet. Zur Klärung des Wirkungsmechanismus wurde die hämatopoetische Wirkung der Gesamtsaponine von S. officinalis in Mäusen untersucht, die durch Cyclophosphamid und 60Co-γ-Bestrahlung myelosupprimiert waren. Dabei führten die Saponine Ziyu-Glykosid I und II durch Hemmung der Apoptose zum verbesserten Überleben von Knochenmarkszellen [17].
Antivirale Wirkung
Studien an In-vitro- als auch In-vivo-Modellen zeigten antivirale Effekte von Drogenextrakten gegenüber Hepatitis-B- und HIV-1-Viren, die auf die Bindung von Drogeninhaltsstoffen an die Virushülle zurückgeführt wurden und damit den Eintritt in die Zelle unterbinden [3]. Durch den Gehalt an Polyphenolen ist diese Wirkung in vitro nicht verwunderlich, da fast alle Polyphenole bzw. Gerbstoffe eine Bindung an Proteine von behüllten Viren zeigen [18]. Trotz einer virushemmenden Aktivität gegenüber dem HIV-1-Virus konnte keine Wirksamkeit gegenüber SARS-CoV festgestellt werden [19]. In einer Screening-Untersuchung an 190 Extrakten von Drogen aus der TCM zur Auffindung von Neuraminidase-Hemmstoffen zeigte der Extrakt aus S. officinalis eine relevante Hemmaktivität in Konzentrationen von unter 10 μg/ml. Damit wird auf eine Wirksamkeit der Droge zur Behandlung von Influenza verwiesen [20].
Antibakterielle Wirkung
Betrachtet man das Inhaltsstoffspektrum der Drogen von S. officinalis, ist es nicht verwunderlich, dass über antibakterielle Aktivitäten berichtet wird. Aus einer ganzen Reihe von entsprechenden Untersuchungen in vitro [3] [10] sind die folgenden bemerkenswert. Im Kontext zur Bekämpfung multiresistenter Bakterien wurde gezeigt, dass alkoholische und lipophile Extrakte der Wurzeldroge das Wachstum von Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA) signifikant hemmten [21]. In diesem Zusammenhang wurde auch berichtet, dass ein synergistischer antibiotischer Effekt bei der Kombination des Triterpens Sanguisorbigenin mit β-Lactam-Antibiotika, wie Ampicillin oder Oxacillin gegenüber MRSA festgestellt wurde [22]. Unabhängig von der bakteriziden Wirkung gegenüber Acinetobacter baumannii, S. aureus und P. aeruginosa besitzt der Wurzelextrakt bereits in geringer Konzentration auch eine Quorum-quenching-Aktivität. Dafür sollen nach ersten Untersuchungen v. a. die enthaltenen Saponine verantwortlich sein. Damit verbunden war eine Hemmung sowohl der Produktion von bakteriellen Toxinen als auch der Bildung eines Biofilms. Diese Effekte verweisen auf eine anti-Virulenz-Aktivität des Drogenextraktes [23]. Extrakte aus den oberirdischen Pflanzenteilen, die in Asien traditionell nicht therapeutisch genutzt werden, wohl aber in Europa, zeigten in Versuchen an Helicobacter pylori aus klinischen Isolaten eine bakterizide Wirkung [24]. Hier spielt offensichtlich der hohe Polyphenolgehalt eine wichtige Rolle. Die Versuche sollten Ausgangspunkt für weitere Studien sein, da die Infektionsrate mit H. pylori weltweit hoch ist und Ursache für die Entstehung von Magenkarzinomen sein kann.
Antitumorale Wirkung
Berichte über antitumorale Effekte der Zubereitungen von S. officinalis beschreiben mehr oder weniger ausschließlich Untersuchungen zur Zytotoxizität an verschiedenen Tumorzelllinien und Effekte in Mausmodellen [3] [10]. Dabei scheinen u. a. die Aktivierung der Apoptose von Tumorzellen, eine Hemmung der Tumorangiogenese und -metastasierung wichtige Angriffspunkte der Inhaltsstoffe von S. officinalis zu sein. Die therapeutische Relevanz solcher Ergebnisse ist begrenzt und müsste durch klinische Daten bestätigt werden. Dazu fehlen in der gegenwärtig einsehbaren Literatur allerdings entsprechende Daten.
Weitere Wirkungen
Aufgrund des Anteils an Polyphenolen und weiterer phenolischer Verbindungen in den Drogen von S. officinalis sind die beschriebenen antioxidativen Effekte nachvollziehbar, die in In-vitro-Modellen eine neuroprotektive Wirkung bzw. generell radikalprotektive Effekte auslösen. Auch hier sind keine klinischen Daten verfügbar. Das gilt ebenso für antidiabetische Wirkungen, für die es allerdings tierexperimentelle Untersuchungen in der Literatur gibt [3].
Toxizität
Bislang findet man nur wenige Untersuchungen zu toxischen Effekten der Sanguisorba-Drogen. So wurde auf das Vorhandensein von Schwermetallen und anderen ökotoxischen Substanzen geprüft, wobei man keine Auffälligkeiten festgestellt hat. Daher wird die Anwendung der Drogen gegenwärtig als unbedenklich eingestuft [3] [10].
Fazit
Fasst man alle pharmakologischen Untersuchungen zusammen, so fällt auf, dass es sich hauptsächlich um In-vitro-Untersuchungen handelt und kaum klinische Daten verfügbar sind. Offensichtlich gehen die vorrangig asiatischen Autoren davon aus, dass die Wirksamkeit seit Jahrhunderten in der traditionellen Anwendung belegt ist und man sich heute v. a. um die Aufklärung der zugrunde liegenden Mechanismen bemühen muss, um die Wissenschaftlichkeit der therapeutischen Anwendungen zu begründen. Ausnahmen davon sind klinische Studien zu TCM-Zubereitungen mit einem gewissen Anteil an Radix Sanguisorbae zur Behandlung von Patienten mit blutenden Hämorrhoiden zur Blutstillung [25] und zwei Studien zur Behandlung von Patienten mit Colitis ulcerosa [26] [27]. Der selektive Wirksamkeitsanteil von Radix Sanguisorbae kann aus solchen Studien erfahrungsgemäß nicht abgelesen werden. Insofern stehen ausreichende klinische Daten für diese Drogenanwendungen bisher nicht zur Verfügung, obwohl ihre therapeutische Nutzung seit langer Zeit traditionell etabliert ist.
Autor
Prof. Dr. Dr. h. c. Matthias F. Melzig
Pharmazeut
Professor an der Freien Universität Berlin
Interessenkonflikt: Der Autor erklärt, dass kein Interessenkonflikt besteht.
Danksagung: Für Recherchearbeiten zu diesem Artikel danke ich Herrn stud. pharm. Jameel Nofal.
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