Zingiber officinaleIngwer: Arzneipflanze des Jahres 2026

Ingwerrhizom ist seit Jahrtausenden Bestandteil traditioneller Medizinsysteme. Er ist heute sowohl arzneilich als auch als Lebensmittel etabliert.

Inhalt
Ingwerwurzel, ein Teil davon geschnitten, Schale mit Ingwerpulver auf Holztisch
Daniel Vincek/stock.adobe.com
Klinisch ist Ingwer v.a. zur Prävention und Linderung von Übelkeit und Erbrechen bei Reisekrankheit gut belegt.

Die Arzneipflanze des Jahres wird jährlich durch den Studienkreis der Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde in Würzburg und die Gesellschaft für Phytotherapie gekürt. Für 2026 wurde der Ingwer ausgewählt, eine seit Jahrtausenden im Arzneischatz vieler Völker verankerte Pflanze. Die Droge ist in diversen Monografien in nationalen Arzneibüchern monografiert, daneben finden sich Qualitätsspezifikationen im Europäischen Arzneibuch [1]. Eine 2024 aktualisierte HMPC-Monografie beschreibt die in der EU registrierbaren Anwendungsgebiete [2], die sich auch teilweise wiederum in einer älteren WHO-Monografie widerspiegeln [3].

Botanische Beschreibung

Der Ingwer, Zingiber officinale Roscoe, ist ein ausdauernder Rhizom-Geophyt, also eine mehrjährige, krautige Art, die ungünstige Jahreszeiten mithilfe unterirdischer Erneuerungsknospen überdauert. Die gelbliche, oft handförmig verzweigte „Ingwerknolle“, das verdickte und etwas abgeflachte Rhizom der Pflanze, ist eine Metamorphose des Sprosses, die horizontal kriechend im Boden wächst. In regelmäßigen Abständen entspringen dem Rhizom aufrechte Scheintriebe. Sie bestehen nur aus den eng ineinander gerollten Blattscheiden der schilfartigen, bis zu 30 cm langen Blattspreiten und können deswegen grundsätzlich keine Verzweigungen ausbilden.

In Kultur blüht Ingwer so gut wie nie, in der Natur kann man dagegen zwischen den blättertragenden Scheintrieben die deutlich kleineren, blühenden Triebe finden. Hinter großen, enganliegenden Tragblättern, die gemeinsam das zapfenartige Erscheinungsbild der Blütenstände ausmachen, befinden sich die Einzelblüten. Sie ähneln Orchideenblüten, indem sie zwischen 3 eher unauffällig gelbgrün gefärbten Blütenblättern ein auffällig weinrot gefärbtes Blütenblatt zeigen, das zu einer 3-lappigen Lippe (Labellum) ausgebildet ist, was der Blüte eine zygomorphe Symmetrie verleiht.

Anders als bei Orchideen handelt es sich bei dem weinroten Blütenblatt des Ingwers aber nicht um ein Kronblatt, sondern um 2 sterile Staubblätter, die verwachsen und zu diesem Schauorgan umgebildet sind. Die eigentlichen Kronblätter (genauer: innere Tepalen) des Ingwers sind die 3 kelchartig wirkenden, gelbgrünen Hüllblätter. Seine viel kleineren Kelchblätter (genauer: äußere Tepalen) bilden eine kleine Tüte (Spatha), die gänzlich von den Tragblättern des Blütenstandes verdeckt ist. Es gibt nur ein einzelnes Staubblatt und zwischen den beiden Hälften (Theken) seines Staubbeutels verläuft der einzige Griffel, dessen gewimperte Narbe am weitesten aus der Blüte emporragt. Aus dem unterständigen Fruchtknoten entsteht eine 3-kammrige Kapsel.

Zingiber officinale stammt vermutlich ursprünglich aus den schattigen Tieflandwäldern des östlichen Himalaya-Raums und dem Süden Zentralchinas. Heute ist die Pflanze nicht nur in den meisten Staaten Südostasiens eingebürgert, sondern wird wegen der vielfachen Verwendung der aromatischen Rhizome in tropischen Regionen der ganzen Welt kultiviert. Hauptanbauländer sind Indien, Nigeria und China. Insgesamt werden weltweit jährlich fast 5 Mio. Tonnen Ingwer geerntet. Kleine Mengen werden mittlerweile auch in Deutschland im Freiland angebaut.

Die Art ist nicht nur namensgebend für die Gattung Zingiber, sondern auch für die Familie Zingiberaceae und auch die Ordnung Zingiberales. Innerhalb der Familie ist Ingwer nicht die einzige medizinisch und als Nahrungsmittel genutzte Art, zu nennen sind hier u. a. auch Kurkuma Curcuma longa L., Galgant Alpinia officinarum Hance, Zittwer Curcuma zedoaria (Christm.) Roscoe und Kardamom Elettaria cardamomum (L.) Maton.

Hinweis

Ingwer eine Knolle zu nennen, ist aus botanischer Sicht nicht korrekt: Die Pflanze bildet einen Wurzelstock (syn. Rhizom), also eine meist unterirdische und horizontal wachsende Sprossachse, die der Speicherung von Nährstoffen und der vegetativen Vermehrung dient.

Ingwer in der Medizingeschichte

Ingwer war in der römischen Kaiserzeit eine teure Importdroge aus dem Fernen Osten. Sie erscheint im frühen 1. Jahrhundert bei Celsus und Scribonius Largus als Bestandteil komplexer Gegenmittel wie dem Mithridatikum und dem Theriak. Das pharmakologische Profil prägte Dioskurides in seiner Arzneimittellehre (um 70). Er beschrieb Ingwer als erwärmend, verdauungsfördernd und magenstärkend. Galen ergänzte im 2. Jahrhundert einen für die spätere Rezeption entscheidenden Vergleich mit dem Pfeffer. Dessen Wärme sei flüchtig und erfasse rasch den ganzen Körper. Die Wärme des Ingwers hingegen entfalte sich langsamer, wirke dafür aber anhaltender. Wer gezielt ein einzelnes Organ erwärmen wolle, sei mit Ingwer besser bedient.

Im frühen Mittelalter blieb dieses Wissen in den Klöstern lebendig. Das Lorscher Arzneibuch (um 800) bezeugt die breite Anwendung. Ingwer findet sich dort in rund 10% der Rezepturen, überwiegend bei gastrointestinalen Beschwerden und Schwächezuständen. Parallel übernahm die arabische Medizin das antike Erbe und ordnete es systematisch neu. Avicenna, der um 1000 in Persien wirkte, wandte die galenische Gradelehre konsequent an und erweiterte das Indikationsspektrum um die Stärkung der geistigen und sexuellen Leistungsfähigkeit. Über die Übersetzerschulen in Italien und Spanien gelangte dieses Wissen ab dem späten 11. Jahrhundert in den lateinischen Westen. Die Medizinschule von Salerno tradierte Ingwer als Digestivum und Karminativum. Hildegard von Bingen entwickelte in der Mitte des 12. Jahrhunderts eine eigenständige, konstitutionsabhängige Bewertung. Sie warnte Gesunde vor dem Verzehr, da Ingwer sie „gedankenlos“ und „unbeherrscht“ mache, empfahl ihn jedoch kurativ bei Auszehrung.

In der Neuzeit blieb Ingwer in Kräuterbüchern als Mittel bei Verdauungsbeschwerden, Koliken und Durchfällen präsent, ab dem 17. Jahrhundert auch in der Bordmedizin der Schifffahrt. Die Indikation gegen Seekrankheit, heute die bekannteste Anwendung, ist jedoch vergleichsweise jung und erstmals 1831 in einem Reisebericht von John Giles Powell greifbar. Einen wichtigen Übergang zur modernen Phytotherapie markiert Gerhard Madaus, der 1938 insbesondere die Wirksamkeit des Ingwers bei Übelkeit, Erbrechen, Magendruck und „Magenkälte“ sowie bei chronischen Darmerkrankungen und nervös bedingten Beschwerden betonte. Mit der Benennung der wirksamen Inhaltsstoffe bereitete er die naturwissenschaftliche Erklärung jener Effekte vor, die heute mit dem Ingwer verbunden werden.

Definitionen Ingwerwurzelstock in der Pharmazie und im Lebensmittelbereich

Die arzneilich genutzte Droge „Ingwerwurzelstock“ wird in der Monografie des Europäischen Arzneibuches folgendermaßen definiert:

„Die getrockneten, ganzen oder geschnittenen Rhizome von Zingiber officinale Roscoe, die entweder vollständig oder nur an den Flachseiten vom Kork befreit sind“ [1].

Ingwer ist auch ein Lebensmittel und wird in den „Leitsätzen für Gewürze und andere würzende Zutaten“ sowohl als eigenes Gewürz als auch als typischer Bestandteil von Curry-Pulver erwähnt [5]. Die Gewürzdefinition unterscheidet sich nicht maßgeblich von der Definition im Arzneibuch. Demnach ist Ingwer:

„Der getrocknete, ungeschälte, teilweise oder ganz geschälte, auch gekalkte Wurzelstock von Zingiber officinale Roscoe aus der Familie der Ingwergewächse (Zingiberaceen)“ [5].

Inhaltsstoffe der Droge

Ätherisches Öl

Getrocknetes Ingwerrhizom enthält 1–3% ätherisches Öl [6] [7], das je nach Herkunft sehr unterschiedlich zusammengesetzt sein kann. Es dominieren Sesquiterpene vom Bisabolantyp mit den Hauptkomponenten α-Zingiberen, β-Bisabolen, β-Sesquiphellandren und ar-Curcumen.

Sauerstoffhaltige Sesquiterpene, wie z. B. das Zingiberol, kommen in geringeren Anteilen vor, können aber wesentliche Geruchsträger sein. Zum charakteristischen Aromaprofil von Ingwer leisten auch Monoterpene und Phenylpropane einen wesentlichen Beitrag. Beispielsweise sorgt Citral für einen zitronenartigen Geruch, der für bestimmte Ingwerprovenienzen (z. B. für den „australischen Ingwer“) typisch ist [6][7]. Mithilfe der Aromaextrakt-Verdünnungsanalyse wurden in frischem Ingwer zudem 5 Schlüsselaromakomponenten identifiziert: 1,8-Cineol, Isoeugenol, Vanillin, Geranial und Linalool [8].

Scharfstoffe

Neben dem ätherischen Öl finden sich bis zu 2,5% (bezogen auf die Trockenmasse) nicht-wasserdampfflüchtige, lipophile Scharfstoffe aus der Stoffklasse der Arylalkanone vor. Die Hauptgruppe dieser Scharfstoffklasse bildet die homologe Reihe der Gingerole, mit [6]-Gingerol (n=4) als dominierender Einzelverbindung. Höhere Homologe sind weniger scharf und kommen in geringeren Mengen vor, weshalb [6]-Gingerol als das scharfe Prinzip des Ingwers gilt. Insgesamt ist die Schärfe der Gingerole milder als diejenigen der Capsaicinoide aus Paprika(Capsicum)-Arten.

Durch Abspaltung von Wasser können sich aus den Gingerolen bei der Trocknung und Lagerung des Ingwers die sog. Shogaole bilden. Shogaole weisen einen höheren Schärfegrad als die Gingerole auf, sind aber in frischem Ingwer nur in geringen Konzentrationen nachweisbar. Sie können deshalb als Maß zur Beurteilung der Frische von Ingwer herangezogen werden. Das Vorkommen von Shogaolen ist aber nicht grundsätzlich als Qualitätsminderung anzusehen. Sie sind typische Inhaltsstoffe der getrockneten Droge und tragen zur Gesamtwirkung des Ingwers bei [6][7].

Analytische Methoden zur Qualitätssicherung

Gehaltsbestimmung des ätherischen Öls mittels Wasserdampfdestillation

Das Europäische Arzneibuch fordert in der Monografie „Ingwerwurzelstock“ [1] für die wasserfreie Droge einen Mindestgehalt von 1,5% an ätherischem Öl. Zur vollständigen Abscheidung des Öls in der Kreislaufdestillation (Apparatur nach [9]) wird Xylol als Hilfsphase eingesetzt. Das ätherische Öl befindet sich – für Vertreter der Zingiberaceae typisch – in Ölzellen (Exkretzellen) und ist unter der Korkschicht in tieferen Gewebeschichten (Parenchym) gespeichert. Das Pflanzenmaterial muss deshalb (am besten zeitnah) vor der Bestimmung fein pulverisiert werden. Die Destillationsdauer von 4 Std. berücksichtigt, dass das ätherische Öl überwiegend aus Sesquiterpenen und nur in geringem Maße aus Monoterpenen besteht [1]. Eine gaschromatografische Untersuchung zur detaillierten Bestimmung der Zusammensetzung des ätherischen Öles ist nicht vorgesehen, was jedoch für eine genauere Charakterisierung sinnvoll wäre.

Dünnschichtchromatografie der Gingerole und Shogaole

Dünnschichtchromatografisch wird im Arzneibuch explizit auf Gingerole (Rf 0,2–0,24) und Shogaole (Rf 0,43–0,48) geprüft, als Vergleiche dienen Citral (Rf 0,66–0,69) und Resorcin, das selbst nicht in der Droge vorhanden ist, aber als Rf-Wert-Marker dient (Rf ca. 0,35). Die Auswertung erfolgt nach dem Besprühen mit Vanillin-Schwefelsäure-Reagenz und anschließendem Erhitzen [1][6].

Aschegehalt

Nach Arzneibuch darf der Aschegehalt 6% nicht überschreiten [1]; in den Leitsätzen für Gewürze wird auf säureunlösliche Asche geprüft: max. 2% [5].

Mikroskopische Prüfung

Bei der mikroskopischen Prüfung [1][6][10] der Pulver (Droge oder Gewürze) sind neben tafelförmigen Korkzellen (nur bei ungeschältem Ingwer!) v. a. die im parenchymatischen Grundgewebe vorkommenden Exkretzellen (Ölzellen) von diagnostischem Wert (Abb. Nr. 1). Sehr charakteristisch sind auch Treppengefäße, die begleitet werden von Faserzellen mit typischen einseitig-gebogenen Einbuchtungen (Abb. Nr. 2).

Die Droge enthält außerdem viel Stärke (Abb. Nr. 3/4), die mikroskopisch im Wasserpräparat leicht identifizierbar ist. Ein Ende der Stärkekörner läuft oft spitz zu. Mitunter sind Ausstülpungen erkennbar: „Zitzen“. Ingwerstärke besitzt eine typische Tropfenform („Huckepackstärke“) und ist außerdem charakteristisch abgeplattet. Die Stärkekörner zeigen dadurch beim Tippen auf das Deckglas abwechselnd ihre flache und ihre breite Seite: „Ingwerstärke klappt um“. Eine mikroskopische Unterscheidung von Stärken anderer Vertreter aus der Familie der Zingiberaceae (Zittwer, Galgant, Kardamom, Curcuma) ist somit möglich [10].

Andere Bestimmungsmethoden

Es existiert eine gültige ISO-Norm, die die Analyse von Gingerolen und Shogaolen in Ingwer bzw. Ingwer-Oleoresinen beschreibt (ISO 13685:1997) [11]. Sie umfasst ein HPLC-Verfahren zur Bestimmung von [6]-, [8]- und [10]-Gingerol sowie der entsprechenden Shogaole. Nonivamid (= Pelargonsäure-Vanillylamid, PAVA) dient als Standard, detektiert wird bei 280 nm mit einem UV-Detektor. Die Methode ist international anerkannt und wird in Laboratorien eingesetzt, die Gewürze und Kräuter analysieren (Gewürzhersteller, QS-Labore des Lebensmittelhandels etc.). Sie wird zudem in der Lebensmittelüberwachung und Importkontrolle angewendet.

Oleoresine

In der Pharmakognosie versteht man unter Oleoresinaten (oder Balsamen) Lösungen von Harzen in ätherischen Ölen. Es handelt sich dabei um pflanzliche Sekrete, die sowohl spontan als „physiologische Produkte“ als auch als Reaktion auf Verletzungen oder anderen Reizen als „pathologische Produkte“ abgeschieden werden [7].

Der Begriff „Oleoresin“ wird häufig auch – mit leicht abweichender Bedeutung – im Zusammenhang mit Drogen- oder Gewürzextrakten (Paprika-Oleoresin, Ingwer-Oleoresin etc.) verwendet. Hier kommen lipophile Lösungsmittel wie Ethanol oder Aceton zum Einsatz. In diesem Kontext versteht man unter Oleoresinen hochkonzentrierte (Gewürz-)Extrakte. Im Falle des Ingwers enthalten solche Extrakte sowohl wesentliche Bestandteile des ätherischen Öls als auch der Scharfstofffraktion. Beim Ingwer macht das ätherische Öl beispielsweise 20–25% des gesamten Oleoresins aus [7].

Medizinische Anwendungsgebiete von Ingwer

Innerhalb der HMPC-Monografie werden für Ingwerrhizom folgende Anwendungsgebiete benannt [2]:

  1. Well-established use: Prävention von Übelkeit und Erbrechen bei Reisekrankheit.
  2. Traditional use:
  • Linderung der Symptome von Reisekrankheit
  • symptomatische Behandlung von leichten, krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden, einschließlich Blähungen und Flatulenz
  • Anwendung bei vorübergehendem Appetitverlust
  • Linderung leichter Gelenkschmerzen
  • Linderung von Erkältungssymptomen

Die WHO-Monografie nennt für Ingwerrhizom folgende Anwendungen [3]:

  • Durch klinische Daten belegte Anwendungen: Prophylaxe von Übelkeit und Erbrechen im Zusammenhang mit Reisekrankheit, postoperative Übelkeit, perniziöses Erbrechen in der Schwangerschaft und bei Seekrankheit.
  • In Arzneibüchern und traditionellen medizinischen Systemen beschriebene Verwendungszwecke: Behandlung von Dyspepsie, Blähungen, Koliken, Erbrechen, Durchfall, Krämpfen und anderen Magenbeschwerden. Ingwerpulver wird außerdem zur Behandlung von Erkältungen und Grippe, zur Appetitanregung, als Narkotikum-Antagonist und als entzündungshemmendes Mittel bei der Behandlung von Migräne, rheumatischen und muskulären Beschwerden eingesetzt.

Pharmakologie und Klinik

Zubereitungen und Dosierung

Phytopharmaka mit Ingwer basieren gemäß EU-HMPC-Monografie (Revision 1 vom 07.05.2025) auf Pulver (pulverisierte Droge) sowie auf Tinkturen (Droge–Auszugsmittel 1:10 bzw. 1:2, Auszugsmittel Ethanol 90% V/V) in festen, für traditionelle Anwendungen auch flüssigen Darreichungsformen zur oralen Anwendung. Lebensmittelzubereitungen wie Ingwertee, Sirup oder kandierte Ingwerstücke sind davon nicht erfasst und sind wegen fehlender Standardisierung von Gehalt und Dosierung arzneilich nicht gleichzusetzen.

Für die Prävention von Übelkeit und Erbrechen bei Reisekrankheit (well-established use) werden 1–2 g eine Stunde vor Reiseantritt angegeben, die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wird nicht empfohlen. Für die traditionelle Anwendung bei Reisekrankheit (symptomatische Linderung) nennt die Monografie 500–750 mg (Jugendliche/Erwachsene) bzw. 250–500 mg (Kinder 6–12 Jahre) eine halbe Stunde vor Reiseantritt, bei längeren Reisen gegebenenfalls Wiederholung alle 4 Stunden bis maximal 2,5 g/Tag (Erwachsene) bzw. 1,5 g/Tag (Kinder). Für die weiteren traditionellen Indikationen (gastrointestinale Beschwerden, vorübergehender Appetitverlust, geringgradige Gelenkschmerzen, Erkältungssymptome) werden für Erwachsene 0,25–1 g 3×/d bzw. Tinktur 1:10 1,5–3 ml 3×/d oder Tinktur 1:2 0,25–0,5 ml 3×/d angegeben; für unter 18-Jährige wird die Anwendung mangels Daten nicht empfohlen [2].

In Deutschland gibt es eine kleine Anzahl von Fertigarzneimitteln aus Ingwerextrakt sowie eine Reihe von Nahrungsergänzungsmitteln mit Ingwer als deklariertem Inhaltsstoff.

Nebenwirkungen beziehen sich auf dyspeptische Beschwerden (Aufstoßen, Sodbrennen, Völlegefühl und Übelkeit) bei 1–10% der Nutzer sowie selten Hautallergien. Untersuchungen zur Embryotoxizität wurden an Menschen nicht durchgeführt – bei trächtigen Mäusen kommt es in therapeutischen Dosen nicht zu Beeinträchtigungen der fetalen Entwicklung.

Pharmakokinetik

Nach oraler Einnahme werden Gingerole und Shogaole rasch resorbiert und unterliegen einer ausgeprägten Metabolisierung zu Glucuronid- und Sulfatkonjugaten. Im Plasma liegen überwiegend diese konjugierten Metaboliten vor; freie Anteile sind gering und nur in niedrigen Konzentrationen messbar. Studien mit definierter oraler Gabe zeigen messbare Spiegel der konjugierten Formen. Unklar bleibt bislang, in welchem Ausmaß diese im Zielgewebe dekonjugiert werden und welche Konzentrationen an wirksamen Verbindungen an Rezeptoren und Ionenkanälen tatsächlich erreicht werden [12][13].

Neuere Bewertungen der europäischen Zulassungsbehörde betonen die Notwendigkeit besserer pharmakokinetisch-pharmakodynamischer Verknüpfungen. Besonders wichtig erscheinen Untersuchungen mit standardisierten Extrakten, die zu definierten Dosis-Wirkungs-Beziehungen und zur Klärung der Rolle konjugierter Metaboliten im Zielgewebe führen sollten [2][14].

Gastrale Motorik und Magenentleerung

Humanstudien belegen deutliche Effekte von Ingwer auf die Magenmotilität. In einer randomisierten Crossover-Studie bei gesunden Probanden beschleunigte Ingwer (1200 mg als Pulver in Kapseln) die Magenentleerung signifikant gegenüber Placebo: Die Halbwertszeit der Entleerung verkürzte sich von etwa 27 min (Placebo) auf 13 min (Ingwer), zudem verstärkten sich die antralen Kontraktionen [15]. Bei Patienten mit funktioneller Dyspepsie zeigte sich ein ähnlicher, wenn auch weniger ausgeprägter Effekt (Halbwertszeit 16 vs. 12 min); die dyspeptische Symptomatik unterschied sich dabei nur geringfügig [16].

In Modellen künstlich ausgelöster Kinetose – etwa im „Circular-vection“-Modell (optokinetische Reizung) – beeinflusste Ingwer die durch den Reiz hervorgerufenen Veränderungen der gastralen Rhythmik positiv. Der Stimulus führte typischerweise zu ausgeprägter Tachygastrie und einer erhöhten Freisetzung des Stresshormons Vasopressin; eine Ingwer-Vorbehandlung modifizierte diese dysrhythmischen elektrogastrografischen Muster und dämpfte den Vasopressin-Anstieg signifikant. Die subjektiven Bewertungsskalen für Übelkeit verbesserten sich dabei nur teilweise [17].

In der Summe sprechen diese Daten dafür, dass Ingwer Entleerungsrhythmus und -tempo stabilisiert und auch die Motorik des Magenausganges beeinflusst. Diese Effekte müssen sich zwar nicht in allen Versuchsmodellen in einer ausgeprägten Symptomlinderung zeigen, machen aber eine periphere Modulation der Darm-Hirn-Achse plausibel.

Interaktion mit Serotonin-Rezeptoren: 5-HT3-Modulation und weitere Signalwege

In vitro hemmen Gingerole und Shogaole 5-HT3-vermittelte Antworten auf der Ebene der Ligandenbindung und am Kationenkanal. Bindungsstudien und funktionelle Versuche an isolierten Präparaten wie dem Meerschweinchen-Ileum zeigen, dass Gingerol- und Shogaol-Gemische 5-HT3-induzierte Kontraktionen abschwächen. Dies ist mit einer Modulation von 5-HT3-Rezeptoren auf vagalen Afferenzen vereinbar [18]. Weiterführende Studien belegen, dass auch die Ätherisch-Öl-Fraktion, insbesondere β-Pinen und α-Phellandren, Hemmung des HT3-Rezeptors bewirken und entkrampfende Wirkungen auf Rattenileum ausüben [19].

Weitere Beiträge liefern Daten zu einer Beteiligung des TRPV1-Kanals und zu möglichen Effekten auf Prostaglandin- und Leukotrienpfade. Diese Befunde legen eine zusätzliche antiinflammatorische und spasmolytische Komponente nahe, ohne dass daraus eine spezifische Kinetose-Wirkung abgeleitet werden kann [13][20][21].

Die genannten Befunde passen zu einem überwiegend peripheren Wirkprofil von Ingwer entlang der Darm-Hirn-Achse. Eine ausgeprägte zentrale sedierende oder antihistaminerge Wirkung ist nach diesen Daten nicht zu erwarten.

Hinweise gegen eine vestibuläre Wirkung

Mehrere Studien, in denen Ingwerpräparate in vestibulär dominierten Kinetosemodellen geprüft wurden, zeigen keine konsistenten Effekte auf vestibulookuläre Parameter wie kalorischen oder optokinetischen Nystagmus oder auf Schwellen in Drehstuhltests. Gleichzeitig werden elektrogastrografische Muster und Magenentleerung messbar beeinflusst [17][22][23]. Diese Daten sprechen gegen eine primär vestibuläre Wirkung von Ingwer im Sinne klassischer Antihistaminika oder Anticholinergika. Das klinische Bild ähnelt eher einer peripher wirksamen Ergänzung, die bei Kinetoseformen mit ausgeprägter Magenbeteiligung nützlich sein kann, ohne vestibuläre Auslöser direkt zu beeinflussen.

Studienlage bei Reisekrankheit

Studien in Drehstuhl- und Simulatormodellen

Die Studienlage zu Ingwer bei Reisekrankheit beruht überwiegend auf kleinen, heterogenen Studien mit unterschiedlichen Modellen, Dosen und Endpunkten. In Drehstuhlexperimenten und Flugsimulatoren wurden Pulverpräparate – meist in einer Größenordnung von 0,5–1 g Ingwer – mit Placebo oder Standardantiemetika verglichen. Als Endpunkte dienten die Zeit bis zum Auftreten von Übelkeit, die Intensität der Symptome, Erbrechen sowie physiologische Begleitgrößen wie elektrogastrografische Muster oder Hormonspiegel.

Frühe Studien fanden unter definierten Bedingungen eine Verlängerung der Zeit bis zum Auftreten schwerer Übelkeit und eine Reduktion der Symptomschwere gegenüber Placebo. Teilweise lagen die Effekte in der Nähe von Dimenhydrinat, teilweise blieben sie darunter. Andere Arbeiten fanden keine signifikanten Unterschiede beim Hauptendpunkt, obwohl elektrogastrografische Parameter oder Magenentleerung messbar beeinflusst wurden [17][22][24][25].

Studien unter natürlichen Reisebedingungen

Seefahrtstudien mit Kadetten und Passagieren untersuchten Ingwerkapseln oder Ingwerextrakte im Vergleich zu Placebo. Endpunkte waren die Zahl der Erbrechensepisoden, subjektive Übelkeitsskalen und die Einnahme zusätzlicher Medikamente. In einigen Studien reduzierte Ingwer die Häufigkeit oder Intensität der Übelkeit gegenüber Placebo, insbesondere bei leichter bis moderater Kinetose. In anderen Untersuchungen ergab sich kein signifikanter Vorteil [21][26].

Systematische Übersichten und Metaanalysen kommen entsprechend zu einem gemischten Bild. Einzelne Studien weisen auf einen antiemetischen Effekt in bestimmten Situationen hin; die Gesamtbewertung leidet jedoch unter kleinen Fallzahlen, heterogener Dosierung, unterschiedlichen Einnahmezeitpunkten (präventiv oder therapeutisch) und variablen Endpunkten [14][21][25].

Neuere methodenkritische Analysen zur Studienlage pflanzlicher Arzneimittel am Beispiel von Ingwer heben hervor, dass klinische Prüfungen mit pflanzlichen Zubereitungen häufig darunter leiden, dass die verwendeten Extrakte, Gehalte und Dosen der jeweiligen Studienmedikationen unterschiedlich sind, was die Interpretation einzelner negativer oder positiver Studien erheblich erschwert [27].

Übelkeit jenseits der Reisekrankheit

Für die praktische Beratung ist wichtig, dass Ingwer auch in anderen Übelkeitsindikationen untersucht wurde – etwa bei postoperativer Übelkeit und bei durch Chemotherapie induzierter Übelkeit.

In einer direkten Vergleichsstudie erreichte Ingwer teilweise ähnliche antiemetische Effekte wie Metoclopramid [28]. Für die verzögerte Übelkeit wurden ebenfalls Vergleichsdaten berichtet, in denen Ingwer nicht schlechter abschnitt als Metoclopramid [29]. Größere Studien, in denen Ingwer zusätzlich zu Standardantiemetika mit 5-HT3-Antagonisten gegeben wurde, zeigten ein gemischtes Bild. In einer großen, randomisierten Studie nahm die akute Übelkeit gegenüber Placebo signifikant ab [30]. In einer weiteren randomisierten, doppelblinden Studie zeigte sich kein zusätzlicher Nutzen; in der Teilgruppe mit zusätzlichem Aprepitant war die akute Übelkeit unter Ingwer ausgeprägter [31]. Insgesamt ergibt sich damit eine heterogene Studienlage ohne konsistenten Zusatznutzen unter heutiger Standardantiemese. Bei hoch emetogener Chemotherapie ist eher nicht mit einem verlässlichen Zusatznutzen zu rechnen.

Ingwer in den Leitlinien

In der S3-Leitlinie „Komplementärmedizin in der Behandlung von onkologischen PatientInnen“ finden sich folgende Erwähnungen von Ingwerrhizom [32]: Es liegen Daten aus 2 systematischen Reviews mit insgesamt 8 RCTs und 12 weiteren RCTs zur Wirksamkeit von Ingwer auf zytostatikainduzierte Übelkeit/Erbrechen bei onkologischen Patienten vor. Ingwer kann zusätzlich zur leitliniengerechten Antiemese in der Therapie von zytostatikainduzierter Übelkeit/Erbrechen bei diesen Patienten angewendet werden [33].

Es liegen keine ausreichenden Daten aus RCTs zur Wirksamkeit von Ingwer auf Mortalität, krankheitsassoziierte Morbidität und Lebensqualität bei onkologischen Patienten vor. Es kann keine Empfehlung für oder gegen eine Anwendung von Ingwer zur Senkung der Mortalität und Verbesserung der krankheitsassoziierten Morbidität oder Lebensqualität bei diesen Patienten gegeben werden [32].

Sicherheit und praktische Einordnung

In klinischen Studien wurden Ingwerpräparate in Dosen von insgesamt bis zu 4 g getrocknetem Rhizom pro Tag über kurze Zeiträume von Tagen bis wenigen Wochen gut vertragen. Häufigste Nebenwirkungen waren leichte gastrointestinale Beschwerden wie Sodbrennen oder Oberbauchdruck. Ausgeprägte Sedierung oder zentrale Nebenwirkungen traten nicht auf – dies entspricht dem angenommenen peripheren Wirkprofil und stellt einen Vorteil gegenüber sedierenden Antiemetika dar [25][31][33].

Kontraindikationen ergeben sich v. a. aus Vorsichtserwägungen: schwere Gallenwegserkrankungen (wegen choleretischer Effekte), bekannte Unverträglichkeit gegenüber Ingwer und fortgeschrittene Schwangerschaft, in der Ingwer nur nach ärztlicher Rücksprache eingesetzt werden sollte. Aus theoretischen Überlegungen (nicht aufgrund experimenteller Daten) wäre es denkbar, dass Ingwer die Uterusmuskulatur zu Kontraktionen anregen könnte. Das britische Committee on Toxicity sieht keine Probleme in der Aufnahme von Ingwer als Lebensmittel während der Schwangerschaft (keine Aussagen hierbei zu Extraktkonzentraten) [34]. Die „Organization of Teratology Information Specialists (OTIS)“ sieht keine Einschränkungen für einen Gebrauch als Nahrungsmittel in der Schwangerschaft, rät aber von höheren Dosen ab, z. B. in NEM. Hier werden auch blutzuckersenkende Wirkungen erwähnt [35]. Auf eine leichte BZ-senkende Wirkung kann generell hingewiesen werden, was vermutlich durch den Einfluss auf die Magenmotorik mit verspäteter Freigabe der Kohlenhydrate an den Dünndarm erklärbar wäre; allerdings gelten Schwangerschaftshormone als antiinsulinär (s. Schwangerschaftsdiabetes), sodass diese Wirkung eher erwünscht ist. Somit kann in der Beratungssituation darauf hingewiesen werden, dass Ingwer in der Schwangerschaft unproblematisch ist, allerdings sollten keine höheren Dosen an Ingwerkonzentraten eingenommen werden. Vorsicht ist geboten im Falle von stattgehabten (Früh-)Aborten.

Wechselwirkungen mit Standardmedikamenten sind in den üblichen Dosen selten; bei gleichzeitiger Einnahme stark gerinnungshemmender oder antiarrhythmischer Medikamente ist jedoch eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung erforderlich. Monografien bewerten die Sicherheit insgesamt günstig [14][33].

Für die Reisepraxis empfehlen Monografien und Standardwerke Einzeldosen von etwa 0,5–1 g pulverisiertem Ingwer, die 30–60 Minuten vor Reiseantritt eingenommen werden sollten. Bei Bedarf kann die Gabe alle 4 Stunden wiederholt werden, bis zu einer Tagesgesamtmenge von 4 g. Kinder über 6 Jahre erhalten reduzierte Dosen nach Körperoberfläche [15][33].

Schlussfolgerung

Ingwerrhizom und standardisierte Extrakte bieten Patienten und Therapeuten interessante Möglichkeiten gegen Symptome der Reisekrankheit, aber auch bei Magen-Darm-Beschwerden wie Appetitlosigkeit. Weitere traditionelle Anwendungsgebiete wie die Linderung leichter Gelenkschmerzen und Erkältungssymptome wären differenziert zu erforschen.

Obwohl die Droge phytochemisch, präklinisch und klinisch gut untersucht ist, wäre es wünschenswert, dass die Droge verstärkt als Wirkstoff zugelassener Arzneimittel entwickelt wird und somit das wertvolle Reservoir altbekannter Heilpflanzen auf hohem Qualitätsniveau gesichert wird.

Korrespondenzautor

Prof. Andreas Hensel, Universität Münster, Institut für Pharmazeutische Biologie und Phytochemie

Interessenkonflikt: Die Autorinnen/Autoren geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

  1. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Hrsg. Ingwerwurzelstock. Europäisches Arzneibuch, 11. Ausgabe. 2025
  2. European Medicines Agency – Committee on Herbal Medicinal Products. Zingiberis rhizoma – herbal medicinal product. Zugriff am 15.12.2025 unter: https://www.ema.europa.eu/en/medicines/herbal/zingiberis-rhizoma
  3. World Health Organization. WHO Monographs on selected medicinal plants. Rhizoma Zingiberis. Zugriff am 15.12.2025 unter: https://iris.who.int/server/api/core/bitstreams/6e21eaaa-d157-421d-a136-eb61964de18c/content
  4. Köhler HA, Gürke M, Brandt W, Pabst G, Schellenberg G, Vogtherr M. Köhler’s Medizinal-Pflanzen in naturgetreuen Abbildungen mit kurz erläuterndem Texte. Gera-Untermhaus: Fr. Eugen Köhler 1883
  5. Deutsche Lebensmittelbuch-Kommission. Hrsg. Leitsätze für Gewürze und andere würzende Zutaten. Neufassung vom 27. 5. 1998. BAnz. Nr. 183a vom 30. 9. 1998, GMBl. Nr. 30 S. 577 vom 30. 9. 1998
  6. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Hrsg. Kommentar zur Ph. Eur. 11.0, Ingwerwurzelstock, Zingiberis rhizoma: 11.0/1522; 2024
  7. Hänsel R, Sticher O. Pharmakognosie – Phytopharmazie. 9. Aufl. Heidelberg: Springer; 2010
  8. Schaller T, Schieberle P. Comparison of the key aroma compounds in fresh, raw ginger (Zingiber officinale Roscoe) from China and roasted ginger by application of aroma extract dilution analysis. J Agric Food Chem 2020; 68: 15292-15300
  9. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. Ätherische Öle in pflanzlichen Drogen. Europäisches Arzneibuch. 11. Ausgabe; 2023
  10. Hohmann B. Mikroskopische Untersuchungen pflanzlicher Lebensmittel und Futtermittel („Der Gassner“). 6. Aufl. Hamburg: Behr‘s Verlag; 2007
  11. ISO – International Organization for Standardization. DIN-Normenausschuss Lebensmittel und landwirtschaftliche Produkte (NAL): Ingwer und Ingwer-Oleoresine – Bestimmung der schärfebestimmenden Bestandteile (Gingerole und Shogaole) – HPLC-Verfahren. ISO 13685:1997
  12. Zick SM, Djuric Z, Ruffin MT. et al. Pharmacokinetics of 6-gingerol, 8-gingerol, 10-gingerol, and 6-shogaol and conjugate metabolites in healthy human subjects. Cancer Epidemiol Biomarkers Prev 2008; 17: 1930-1936
  13. Bode AM, Dong Z. The Amazing and Mighty Ginger. In:. Benzie IFF, Wachtel-Galor S, eds. Herbal Medicine: Biomolecular and Clinical Aspects. 2nd ed. Boca Raton (FL): CRC Press; 2011
  14. European Medicines Agency – Committee on Herbal Medicinal Products. Assessment report on Zingiber officinale Roscoe, rhizoma – Revision 1. EMA/HMPC/765220/2022. 07 May 2025
  15. Wu K-L, Rayner CK, Chuah S-K. et al. Effects of ginger on gastric emptying and motility in healthy humans. Eur J Gastroenterol Hepatol 2008; 20: 436-440
  16. Hu M-L, Rayner CK, Wu K-L. et al. Effect of ginger on gastric motility and symptoms of functional dyspepsia. World J Gastroenterol 2011; 17: 105-110
  17. Lien H-C, Sun WM, Chen Y-H. et al. Effects of ginger on motion sickness and gastric slow-wave dysrhythmias induced by circular vection. Am J Physiol Gastrointest Liver Physiol 2003; 284: G481-G489
  18. Abdel-Aziz H, Windeck T, Ploch M, Verspohl EJ. Mode of action of gingerols and shogaols on 5-HT3 receptors: binding studies, cation uptake by the receptor channel and contraction of isolated guinea-pig ileum. Eur J Pharmacol 2006; 530: 136-143
  19. Riyazi A, Hensel A, Bauer K. et al. The effect of the volatile oil from ginger rhizomes (Zingiber officinale), its fractions and isolated compounds on the 5-HT3 receptor complex and the serotoninergic system of the rat ileum. Planta Med 2007; 73: 355-362
  20. Kawai T, Kinoshita K, Koyama K, Takahashi K. Anti-emetic principles of Magnolia obovata bark and Zingiber officinale rhizome. Planta Med 1994; 60: 17-20
  21. Chrubasik S, Pittler MH, Roufogalis BD. Zingiberis rhizoma: a comprehensive review on the ginger effect and efficacy profiles. Phytomedicine 2005; 12: 684-701
  22. Stewart JJ, Wood MJ, Wood CD, Mims ME. Effects of ginger on motion sickness susceptibility and gastric function. Pharmacology 1991; 42: 111-120
  23. Holtmann S, Clarke AH, Scherer H, Höhn M. The anti-motion sickness mechanism of ginger. A comparative study with placebo and dimenhydrinate. Acta Otolaryngol 1989; 108: 168-174
  24. Mowrey DB, Clayson DE. Motion sickness, ginger, and psychophysics. Lancet 1982; 1: 655-657
  25. Ernst E, Pittler MH. Efficacy of ginger for nausea and vomiting: a systematic review of randomized clinical trials. Br J Anaesth 2000; 84: 367-371
  26. Grøntved A, Brask T, Kambskard J, Hentzer E. Ginger root against seasickness. A controlled trial on the open sea. Acta Otolaryngol 1988; 105: 45-49
  27. Hook I, Krenn L, Steinhoff B, Wolfram E. Factors influencing clinical trials of herbal medicinal products – using ginger as example. Planta Med 2025; 91: 880-890
  28. Sontakke E, Thawani V, Naik MS. Ginger as an antiemetic in nausea and vomiting induced by chemotherapy: a randomized, cross-over, double blind study. Indian J Pharmacol 2003; 35: 32-36
  29. Manusirivithaya S, Sripramote M, Tangjitgamol S. et al. Antiemetic effect of ginger in gynecologic oncology patients receiving cisplatin. Int J Gynecol Cancer 2004; 14: 1063-1069
  30. Ryan JL, Heckler CE, Roscoe JA. et al. Ginger (Zingiber officinale) reduces acute chemotherapy-induced nausea: a URCC CCOP study of 576 patients. Support Care Cancer 2012; 20: 1479-1489
  31. Zick SM, Ruffin MT, Lee J. et al. Phase II trial of encapsulated ginger as a treatment for chemotherapy-induced nausea and vomiting. Support Care Cancer 2009; 17: 563-572
  32. Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF). S3-Leitlinie Komplementärmedizin in der Behandlung von onkologischen PatientInnen, Version 2.0. AWMF-Registernummer: 032-055OL. Zugriff am 15.12.2025 unter:. https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/komplementaermedizin/
  33. Wichtl M, Blaschek W. Hrsg. Wichtl – Teedrogen und Phytopharmaka. 6. Aufl. Stuttgart: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft; 2016
  34. Committee on Toxicity. Statement on the Safety of Ginger Supplement Use in Pregnancy: Lay Summary. Zugriff am 12.01.2025 unter: https://cot.food.gov.uk/print/pdf/node/15066
  35. MotherToBaby. Ginger. Zugriff am 12.01.2025 unter: https://mothertobaby.org/fact-sheets/ginger-pregnancy/pdf