ErnährungKleinkinder essen zu süß und ungesund

Kleinkinder konsumieren zu viel Ungesundes und zu wenig Nährstoffe wie Vitamin D, Jod und Gemüse. Das gefährdet langfristig ihre Gesundheit.

Kind beißt in Waffel mit Schokosoße
bignai/stock.adobe.com - Stockphoto. Posed by a Model.
Ungünstige Lebensmittel, darunter Süßigkeiten und Softdrinks, machen bei Mädchen und Jungen von einem bis fünf Jahren im Mittel zwischen 25 und 36 Prozent der täglichen Energiezufuhr aus.

Eine aktuelle Analyse des Max Rubner-Instituts zeigt: Bereits Kleinkinder konsumieren zu viele ungesunde Lebensmittel wie Süßigkeiten und Softdrinks. Der Verzehr gesunder Lebensmittel hingegen, insbesondere Gemüse, ist demnach deutlich zu gering.

Hoher Konsum ungesunder Lebensmittel

Die Ergebnisse der KiESEL-Studie ergaben:

  • Der Verzehr ungesunder Lebensmittel bei Kindern im Alter von einem bis fünf Jahren liegt deutlich über den Empfehlungen.
  • Ungesunde Nahrungsmittel wie Süßigkeiten und Softdrinks machen zwischen 25 und 36 Prozent der täglichen Energiezufuhr aus – mehr als das Doppelte der empfohlenen Menge von maximal 10 Prozent.
  • Der Fleischkonsum ist bei über der Hälfte der Kinder höher als empfohlen.

Zu wenig Gemüse und Milchprodukte

Die Analyse zeigt auch, dass die Kinder zu wenig gesunde Nahrungsmittel essen:

  • Vor allem der Gemüsekonsum liegt deutlich unter den Empfehlungen.
  • Der Verzehr von Milch und Milchprodukten bleibt hinter den Richtwerten zurück.
  • Vorschulkinder essen tendenziell ungesünder als Kleinkinder.
  • Jungen haben ungesündere Essgewohnheiten haben als Mädchen.

Nährstoffmängel und Überversorgung

Die mittlere Energie- und Nährstoffzufuhr der Kinder entspricht größtenteils den Empfehlungen, doch in bestimmten Bereichen gibt es Defizite. Bei einer früheren Analyse stellten die Wissenschaftler*innen fest, dass Kinder zu wenig Vitamin D und Jod zu sich nehmen. Kleinkinder haben zusätzlich einen Eisenmangel, während bei Vorschulkindern eine zu geringe Kalziumzufuhr festgestellt wurde. Im Gegensatz dazu nehmen die Kinder zu viel gesättigte Fettsäuren, Zucker und Proteine zu sich.

Langfristige Auswirkungen und Handlungsbedarf

Laut den Forscher*innen entwickelt sich das ungesunde Ernährungsverhalten bereits im frühen Kindesalter und verschärft sich mit zunehmendem Alter. Diese Zeit ist entscheidend, um ernährungsmitbedingte Krankheiten im späteren Leben zu verhindern. Prof Ensenauer, Leiterin des Instituts für Kinderernährung am MRI, betont: „Die Ernährung in den ersten Lebensjahren bildet das Fundament für die kindliche Entwicklung und Gesundheit und ist prägend für spätere Essgewohnheiten.“

Empfehlungen zur Verbesserung der Ernährung

Die Forscher*innen sehen Handlungsbedarf, um die Nährstoffversorgung zu verbessern. Dr. Storcksdieck genannt Bonsmann, kommissarischer Leiter des Instituts für Ernährungsverhalten am MRI, empfiehlt eine Verlängerung der Vitamin-D-Supplementierung über das Säuglingsalter hinaus. Zudem könnte die Verwendung von jodiertem Speisesalz statt nicht-jodiertem Salz die Jodzufuhr verbessern – eine wichtige Maßnahme, die nicht nur Eltern, sondern auch die Lebensmittelindustrie berücksichtigen sollten.

Fazit: Förderung einer gesunden Ernährung ist entscheidend

Die Ergebnisse der KiESEL-Studie unterstreichen die Bedeutung von Maßnahmen, die eine gesunde Ernährung im frühen Kindesalter fördern und den Konsum ungesunder Lebensmittel reduzieren. Diese Maßnahmen könnten dazu beitragen, ernährungsbedingte Gesundheitsprobleme im späteren Leben zu verhindern.

Quelle: Max-Rubner Institut MRI