LungenkrebsKostenloses Lungenkrebsscreening startet bundesweit

Ab April 2026 gibt es für Menschen, die rauchen oder lange geraucht haben ein neues kostenloses Früherkennungsangebot  zur Lungenkrebsprävention.

Puzzle in Lungenform
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Menschen, die rauchen oder lange geraucht haben können ab sofort ein Niedrigdosis-CT zur Früherkennung von Lungenkrebs in Anspruch nehmen.

Für Millionen Menschen in Deutschland, die rauchen oder viele Jahre geraucht haben, gibt es ab dem 1. April 2026 ein neues kostenloses Früherkennungsangebot: das bundesweite Lungenkrebsscreening der gesetzlichen Krankenkassen.

Einmal jährlich: Kostenloses Lungenscreening für Menschen mit erhöhtem Risiko

Das neue Früherkennungsprogramm der gesetzlichen Krankenkassen startet bundesweit zum 1. April 2026. Es richtet sich an Menschen im Alter von 50 bis 75 Jahren, die über viele Jahre regelmäßig geraucht haben oder es immer noch tun. Das trifft in Deutschland auf rund 3 bis 5 Millionen Menschen zu.

Moderne CT-Technik macht das Screening heute besonders schonend: Die Strahlenbelastung ist gering, die diagnostische Aussagekraft hoch. Digitale und KI-gestützte Auswertungen helfen zudem, auffällige Befunde besser einzuordnen und unnötige Folgeuntersuchungen zu vermeiden. Das Screening sei ein wichtiger Schritt aus medizinischer wie gesundheitspolitischer Sicht, so der Pneumologe Prof. Tim O. Hirche: „Es eröffnet die realistische Chance, die Prognose einer der tödlichsten Krebserkrankungen durch systematische Früherkennung substanziell zu verbessern – und langfristig auch Kosten zu vermeiden, die durch späte Krankheitsstadien entstehen.“

Rauchverzicht bleibt die wirksamste Prävention

So wichtig Früherkennung ist: Die wirksamste Maßnahme gegen Lungenkrebs bleibt der konsequente Verzicht auf Nikotin. „Jeder Tag ohne Rauchen ist ein Gewinn für die Lungengesundheit“, betont Prof. Dagmar Führer-Sakel: „Kein Screening kann die gesundheitlichen Schäden des Rauchens vollständig ausgleichen. Prävention beginnt deshalb idealerweise deutlich früher – mit dem Rauchverzicht.“

Aus Sicht der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin gehören Präventionsangebote, Entwöhnungsprogramme und verständliche Information untrennbar zusammen. Ziel sei es, Menschen sowohl beim Ausstieg aus dem Rauchen zu unterstützen als auch diejenigen zu erreichen, für die ein Screening sinnvoll ist.

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Hintergrund: Lungenkrebs

Lungenkrebs ist in Deutschland weiterhin die häufigste krebsbedingte Todesursache. Jährlich erkranken rund 58.000 Menschen neu, etwa 45.000 sterben an den Folgen. Das zentrale Problem: Die Erkrankung wird häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert. „Beim Lungenkrebs entscheidet der Zeitpunkt der Diagnose maßgeblich über die Prognose“, so Hirche.

Internationale Studien zeigen, dass ein regelmäßiges Screening mittels Niedrigdosis-CT die lungenkrebsbedingte Sterblichkeit signifikant senken kann. Tumoren lassen sich so häufig in einem frühen Stadium entdecken – zu einem Zeitpunkt, an dem eine Heilung noch realistisch ist.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin