OsteoporoseOsteoporose kontinuierlich zurückgegangen

Zwar leidet jede 4. hochaltrige Frau an Osteoporose. Aber: Die Krankheitshäufigkeit ist in den vergangen Jahren gesunken. Wo die Ursachen sind und was man tun kann.

Modell: Oberschenkelknochen mit Osteoporose/geringer Knochendichte
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Ein Bruch des Oberschenkelhalsknochens ist eine gefürchtete Komplikation bei Osteoporose.

2,15 Millionen Menschen ab 35 Jahren waren im Jahr 2023 von Osteoporose betroffen. Das zeigt der aktuelle Gesundheitsatlas Deutschland des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO).

  • Die meisten Betroffenen waren mit 5,8 Prozent in Sachsen-Anhalt zu verzeichnen.
  • In Hamburg erhielten nur 2,9 Prozent der Bevölkerung die Diagnose Osteoporose.
  • Die Krankheitshäufigkeit ist laut der Analyse des WIdO in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken – von 4,6 Prozent im Jahr 2017 auf 4,0 Prozent im Jahr 2023.

Kontinuierlicher Rückgang der Osteoporose-Prävalenz

Demnach ist in den letzten Jahren ein kontinuierlicher Rückgang der Osteoporose-Prävalenzen zu verzeichnen: Während im Jahr 2017 noch 4,6 Prozent der Bevölkerung an Osteoporose litten, waren es im Jahr 2023 nur noch 4,0 Prozent. Dieser Trend bleibt auch bei Berücksichtigung der demografischen Entwicklung in dieser Zeit stabil.

"Mögliche Ursachen für den Rückgang sind ein veränderter Lebensstil in jungen Lebensjahren mit calciumreicherer Ernährung, regelmäßiger körperlicher Aktivität und einem zunehmenden Rauchverzicht. Falls diese Trends ursächlich sein sollten, ist in den nächsten Jahren ein weiterer Rückgang der Prävalenz zu erwarten", so  Helmut Schröder vom WIdO.

Osteoporose: Was tun?

In unserem Spezialthema Osteoporose finden Sie

  • Übungen,
  • Ernährungstipps und
  • auf welche Nährstoffe es ankommt, um Osteoporose vorzubeugen bzw. ein Fortschreiten zu verhindern.

Frauen deutlich häufiger betroffen

  • Bei jüngeren Patient*innen kommt Osteoporose sehr selten vor. Bei den 35- bis 49-Jährigen sind weniger als ein Prozent der Bevölkerung betroffen.
  • Es zeigt sich ein deutlicher Anstieg der Osteoporose-Häufigkeit mit zunehmendem Alter.
  • Frauen erkranken in allen Altersgruppen deutlich häufiger als Männer.

Unter den Patient*innen über 90 Jahre sind Frauen mit 29,2 Prozent 4-mal häufiger betroffen als Männer (7,4 Prozent). Die höhere Krankheitshäufigkeit bei Frauen lässt sich mit den hormonellen Veränderungen in den Wechseljahren begründen. Der niedrige Östrogenspiegel führt dazu, dass vermehrt Knochensubstanz abgebaut wird.

Höchste Krankheitshäufigkeit in Ostdeutschland

Auf der Ebene der Bundesländer zeigen sich große regionale Unterschiede bei der Häufigkeit von Osteoporose. Am stärksten betroffen sind die Einwohner in:

  • Sachsen-Anhalt (5,8 Prozent),
  • Thüringen (5,6 Prozent),
  • Sachsen (5,4 Prozent).

Am niedrigsten ist die Krankheitshäufigkeit in

  • Hamburg mit 2,9 Prozent,
  • Bremen (3,3 Prozent),
  • Schleswig-Holstein (3,4 Prozent).

Werden die Osteoporose-Prävalenzen auf der Ebene der 400 Kreise und kreisfreien Städte in Deutschland betrachtet, zeigen sich noch deutlichere Unterschiede:

  • Der höchste Anteil von Betroffenen findet sich im Landkreis Suhl mit 7,5 Prozent,
  • gefolgt von Hildburghausen und Wittenberg (jeweils 6,9 Prozent).

Die Regionen mit dem geringsten Anteil an Patient*innen mit Osteoporose sind der Landkreis Mainz-Bingen mit 2,7 Prozent sowie Freising und Frankfurt am Main mit jeweils 2,9 Prozent.

Diese regionalen Unterschiede bleiben auch bestehen, wenn die Prävalenzen um unterschiedliche Alters- und Geschlechtsstrukturen der Regionen bereinigt werden. Hier liegen die Prävalenzen zwischen 2,6 Prozent in Ostholstein und 6,7 Prozent im Landkreis Hildburghausen. Ein Teil der regionalen Unterschiede könne auf die Alters- und Geschlechterstrukturen zurückgeführt werden, so Helmut Schröder.

Regionen mit vielen Raucher*innen stärker belastet

Der Gesundheitsatlas analysiert auch den Zusammenhang zwischen Osteoporosehäufigkeit und Rauchverhalten: Osteoporose kommt in Regionen mit einem hohen Anteil an Raucher*innen häufiger vor (4,6 Prozent) als in Regionen mit geringerem Raucher*innenanteil (3,6 Prozent).

Das erhöhte Osteoporose-Risiko für Raucher*innen ist auf den schädlichen Einfluss des Rauchens auf den Knochenstoffwechsel zurückzuführen.

Bewegung beugt Osteoporose vor

Die Knochendichte wird maßgeblich durch körperliche Aktivität bestimmt. Daher spielt Bewegung eine wichtige Rolle zur Prävention von Osteoporose.

  • Ausreichend Bewegung in jungen Lebensjahren ist wichtig, um zwischen dem 20. und dem 30. Lebensjahr eine möglichst hohe maximale Knochendichte zu erreichen.
  • Aber auch im höheren Lebensalter ist körperliche Aktivität für Betroffene relevant: Neben der Knochendichte werden auch Beweglichkeit und die Muskelmasse durch Bewegung positiv beeinflusst. Das wiederum kann einen großen Effekt auf das Sturzrisiko und damit das Risiko für Knochenbrüche haben.

Hier finden Sie 5 Übungen bei Osteoporose.

Quelle: Wissenschaftliches Institut der AOK