ThromboseThrombose auf Flugreisen vorbeugen

Mit einfachen Maßnahmen wie Bewegung, Kompressionsstrümpfen und ausreichender Flüssigkeitszufuhr lassen sich die meisten Thrombosen vermeiden.

Illustration: Formation von Blutplättchen in einem Blutgefäß
Tatiana Shepeleva/stock.adobe.com
Immobilität und zu geringe Flüssigkeitszufuhr fördern Thrombosen auf Flugreisen.

Langstreckenflüge gehören heute für viele Menschen beruflich oder privat zum Alltag. Gleichzeitig rückt die gesundheitliche Sicherheit auf Flugreisen immer stärker in den Fokus. Ein oft unterschätztes Risiko ist die Reise- oder Flugthrombose. Diese tiefe Venenthrombose (TVT) kann sich während oder nach Flugreisen entwickeln. Die Gefäßchirurgin Dr. Carola Hoffmann-Wieker berichtete auf einer Presskonferenz, was jede*r selbst tun kann, um das Risiko zu minimieren.

Thromboserisiko steigt mit zunehmender Flugdauer

Die Zahl der Langstreckenflüge hat nach der Pandemie deutlich zugenommen. Laut der International Air Transport Association (IATA) wurden 2025 über 4,5 Milliarden Passagiere weltweit befördert – ein Anstieg von fast 20 Prozent gegenüber 2023. Epidemiologische Studien zeigen, dass das Risiko einer Thrombose bei Flügen über 4 Stunden steigt:

  • Etwa einer von 4500 Passagieren erleidet eine tiefe Venenthrombose.
  • Bei Risikopatienten kann das Risiko deutlich höher sein.

Maßnahmen zur Risikoreduktion  

Es gibt Maßnahmen, die jeder und jede ergreifen kann, um das Risiko einer Thrombose zu reduzieren. Dazu gehören

  • Bewegung mit regelmäßigem Aufstehen, Fuß- und Wadenübungen, die leicht im Sitzen durchführbar sind.
  • Ausreichend Flüssigkeitszufuhr - Wasser ist die beste Wahl – regelmäßig in kleine Mengen.
  • Tomatensaft oder andere Fruchtsäfte sind ebenfalls empfehlenswert - sie liefern neben der Flüssigkeit auch Mineralstoffe.
  • Kaffee und Alkohol hingegen sollten nur in Maßen genossen werden. Beide wirken harntreibend und der Körper verliert dadurch schneller Flüssigkeit.
  • Bei Patienten mit Risikoprofil können medizinische Kompressionsstrümpfe unterstützen, die Studienlage zu einer klaren Empfehlung gibt es jedoch nicht.
  • Bei Patienten mit hohem Risiko für eine Thrombose können durch Gefäßmediziner*innen gerinnungshemmende Medikamente verordnet werden.

Thromboseprävention schützt nicht nur einzelne Passagiere, sondern auch das Gesundheitssystem. Dabei kennen viele Menschen ihr individuelles Risiko nicht, Präventionsmaßnahmen sind nicht hinreichend bekannt. Aufklärungskampagnen durch Fluggesellschaften sowie durch Hausärzt*innen und Gefäßspezialist*innen sind Maßnahmen, welche das Bewusstsein für diese vermeidbare Erkrankung schärfen können.

Mit einfachen Maßnahmen wie Bewegung, Kompressionsstrümpfen und ausreichender Flüssigkeitszufuhr lassen sich die meisten Thrombosen vermeiden. Prävention auf Flugreisen ist praktisch, wirksam und schützt Leben. Sie verbindet medizinische Sicherheit und gesellschaftliche Verantwortung.

Quelle: Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin/8.6.2026

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