
Zuweilen kann es Monate dauern, bis ein fachärztlicher Termin für GKV-Versicherte frei ist. Nicht alle wollen so lange warten. Sie übertreiben Beschwerden und Symptome. Oder sie zahlen aus eigener Tasche. Eine repräsentative Befragung der AOK Hessen zeigt: 41 Prozent der Bevölkerung machen das eine oder das andere – oder beides.
Über 1000 Personen ab 18 Jahren, die in Hessen wohnen, wurden zwischen dem 14. und 21.4.2026 telefonisch befragt.
Die Frage lautete: Haben Sie in den vergangenen Jahren schon einmal etwas der folgenden Dinge getan, um schneller vorstellig zu werden? Mehrfachnennungen waren möglich:
- Zu diesen Optionen gehörte auch: „Beschwerden und Symptome bei der Erstanfrage bewusst übertrieben“. 17 Prozent bejahen das. Das gilt vor allem für jüngere Menschen und solche, die sich zur Oberschicht zählen.
- Jede fünfte Person in Hessen hat Leistungen selbst gezahlt und sich somit den Status eines Privatversicherten erkauft.
- 13 Prozent haben zugesagt, IGeL-Leistungen in Anspruch zu nehmen, obwohl diese aus ihrer Sicht nicht notwendig waren.
- Insgesamt 54 Prozent haben nichts davon getan (Rest: Weiß nicht = 4 Prozent und Keine Angabe = 1 Prozent).
Es gibt noch andere Wege
„Dass sich 20 Prozent dazu entscheiden, die fachärztliche Leistung lieber selbst zu zahlen – die Beträge dürften im Regelfall dreistellig sein – ist ein erstaunlicher Befund. Diese Option können sich bei weitem nicht alle Menschen leisten“, meint Dr. Christoph-Gerard Stein, Arzt bei der AOK Hessen. Dabei gibt es noch andere Wege, schneller zum Beispiel bei einer Dermatologin vorstellig zu werden: Der wohl bekannteste ist der Patientenservice der Kassenärztlichen Vereinigung bundesweit und rund um die Uhr erreichbar unter
- Tel. 116117
- https://www.116117-termine.de/
Quelle: AOK Hessen


