
85 Prozent der Deutschen stehen einer Organspende positiv gegenüber: Das ist eine zentrale Aussage der Repräsentativbefragung Wissen, Einstellung und Verhalten der Allgemeinbevölkerung zur Organ- und Gewebespende in Deutschland 2024.
Bundesweit wurden 4001 Personen im Alter zwischen 14 und 75 Jahren von April bis Mai 2024 befragt. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat jetzt die ersten Ergebnisse veröffentlicht.
Die wichtigsten Ergebnisse in Kürze
- 62 Prozent der Befragten gaben an, eine Entscheidung zur Organ- und Gewebespende getroffen zu haben. Das sind ähnlich viele wie in der vorherigen Erhebung aus 2022 (61%).
- 45 Prozent der Befragten haben ihre Entscheidung im Organspendeausweis und/oder in einer Patientenverfügung dokumentiert.
- 16 Prozent haben eine Entscheidung getroffen, diese aber bisher nicht schriftlich festgehalten. 35 Prozent haben noch keine Entscheidung getroffen.
- Das Wissen zur Organ- und Gewebespende hat sich seit 2016 leicht verbessert: Von den aktuell Befragten fühlten sich 39 Prozent gut informiert, 2016 waren es 33 Prozent.
Bewusste Entscheidung dokumentieren
Aber: Eine positive Haltung allein reiche nicht, so Dr. Johannes Nießen von der BZgA. Demnach warten rund 8300 Menschen in Deutschland auf ein Spenderorgan. Es komme darauf an, "eine bewusste Entscheidung zu treffen und zu dokumentieren." Er empfiehlt dafür den Organspendeausweis, die Patientenverfügung oder das Organspende-Register zu nutzen.
Organspende-Register
31 Prozent der Befragten kennen das Organspende-Register. Auf die Frage, ob man eine Entscheidung dort eintragen würde, antworteten 31 Prozent der Befragten mit „ganz sicher“ und 48 Prozent mit „vielleicht“.
Seit März 2024 kann jeder seine Entscheidung in dem elektronischen Verzeichnis dokumentieren. Das Register für Erklärungen zur Organ- und Gewebespende wird vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte geführt. Es ist ein zentrales elektronisches Verzeichnis, in dem die Entscheidung für oder gegen eine Organ- und Gewebespende festgehalten werden kann. Der Eintrag ist freiwillig und kostenlos. Er kann jederzeit geändert oder widerrufen werden.
Infotelefon Organspende
Rund 88 Prozent der Befragten finden es wichtig, die Möglichkeit zu einem persönlichen Gespräch zur Thematik zu haben – wie es zum Beispiel das BZgA-Infotelefon Organspende bietet. Von den Befragten wussten aber nur 7 Prozent davon. Das Infotelefon Organspende bietet im persönlichen Telefongespräch qualitätsgesicherte Antworten auf Fragen und eine individuelle Austauschmöglichkeit rund um das Thema Organ- und Gewebespende.
Gibt es eine Altersgrenze?
Knapp die Hälfte der Befragten (48 Prozent) glaubt fälschlicherweise, dass es eine Altersgrenze für die Organspende gibt. Entscheidend ist aber der Zustand der Organe und nicht das Alter der Spenderin oder des Spenders.
Hier gibt es Infos zur Organspende
- Gebührenfreies Infotelefon Organspende: 0800 90 40 400
- Web: https://organspende-info.de
- Organspende-Register: www.organspende-register.de
- Organspendeausweis: https://organspende-info.de/organspendeausweis-download-und-bestellen
Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung


