Sodbrennen6 Hausmittel gegen Reflux & Sodbrennen

Nicht nur was, sondern auch wie, wann und wie viel gegessen wird, kann einen empfindlichen Magen aus dem Gleichgewicht bringen. Hier finden Sie ein paar Tipps, die Ihrem Magen guttun.

Mann mit grauem Shirt, der Magenbereich ist rot
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Bei länger andauerndem Reflux kann es zu einer Entzündung der unteren Speiseröhre (Refluxösophagitis) kommen.

Sie haben immer wieder saures Aufstoßen oder ein brennendes Gefühl hinter dem Brustbein? Kommt Ihnen das bekannt vor? Das sind klare Symptome einer Refluxkrankheit. Oder müssen Sie sich immer wieder räuspern, haben des Öfteren einen Kloß im Hals und sind oft heiser? Dann könnte es sich um einen stillen Reflux handeln. Im Gegensatz zur klassischen Refluxkrankheit, bei der es mit Sodbrennen und dem Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre klare Symptome gibt, ist es bei stillem Reflux anders. Hier sind die Anzeichen weniger eindeutig. Sodbrennen und Refluxbeschwerden gehören zu den häufigsten Erkrankungen und können gut diagnostiziert werden. Erst in den letzten Jahren rückte der stille Reflux in den Fokus. Seine Diagnose ist etwas schwieriger, da es viele unterschiedliche Symptome gibt. In beiden Fällen stehen verschiedene Möglichkeiten der Behandlung zur Verfügung: Es gibt Hausmittel, Medikamente und in manchen Fällen muss auch eine Operation durchgeführt werden. Eine sehr wichtige Rolle in der Therapie spielt die Ernährung. Prinzipiell können Sie alles essen, was Sie vertragen, es gibt keine spezielle Anti-Reflux-Diät. Um herauszufinden, welche Lebensmittel Sie vertragen, ist es hilfreich, einmal ein Ernährungs- und Beschwerdetagebuch für etwa 14 Tage zu führen. So können Sie gut herausfinden, was Ihnen guttut und was nicht.

Empfehlungen zu den Mahlzeiten

Nicht nur was, sondern auch wie, wann und wie viel gegessen wird, kann einen empfindlichen Magen aus dem Gleichgewicht bringen. Hier finden Sie ein paar Tipps, die Ihrem Magen guttun:

Essen Sie regelmäßig und mehrere kleine Mahlzeiten: Am besten essen Sie drei kleine Hauptmahlzeiten und ein bis zwei kleine Zwischenmahlzeiten. Die kleinen Mahlzeiten füllen den Magen nicht zu sehr und es kommt zu keiner Überlastung. Durch das regelmäßige Essen haben Sie einen konstanten Blutzuckerspiegel und vermeiden Heißhunger. Gerade bei Heißhunger wird gerne zu viel und zu schnell gegessen. Beides mag ein empfindlicher Magen überhaupt nicht. Das regelmäßige Essen sorgt zudem dafür, die Magensäure, die regelmäßig gebildet wird, abzupuffern.

Essen Sie nicht zu spät: Ihr Abendessen sollte nicht zu spät sein. Achten Sie auf eine Verdauungspause von etwa drei Stunden zwischen der letzten Mahlzeit und dem Hinlegen bzw. Schlafen gehen. Versuchen Sie abends eine leichte, bekömmliche Mahlzeit und nichts Schwerverdauliches zu essen.

Essen Sie langsam und kauen Sie gut: Nehmen Sie sich Zeit und kauen Sie gründlich. Je besser Sie kauen, umso weniger muss Ihr Magen tun. Denken Sie daran: »Gut gekaut ist halb verdaut!« Durch langsames Essen vermeiden Sie es, ungewollt Luft zu schlucken. Essen Sie nicht in Hektik oder mal schnell zwischendurch. Meiden Sie zu heiße, zu kalte, zu saure und zu scharfe Speisen und Lebensmittel. 

Beim Essen sollten Sie aufrecht sitzen: Dadurch kann der Speisebrei nicht so leicht in die Speiseröhre zurückfließen. Essen im Liegen auf dem Sofa oder im Bett sollten Sie vermeiden.

Legen Sie sich nach dem Essen nicht direkt hin: Machen Sie gerne einen Mittagsschlaf? Der ist leider bei Reflux nicht wirklich zu empfehlen. Direkt nach dem Essen läuft die Verdauung auf Hochtouren. Wenn Sie sich hinlegen, kann Mageninhalt ohne Probleme in die Speiseröhre gelangen. Besser ist ein Verdauungsspaziergang. Vermeiden Sie zudem direkt nach dem Essen Tätigkeiten, bei denen Sie den Oberkörper nach vorne beugen, wie beispielswiese bei Gartenarbeit. Suchen Sie sich eine Beschäftigung aus, die Sie in aufrechter Haltung ausüben können.

6 Hausmittel gegen Refluxsymptome

Es müssen nicht immer Medikamente sein, es gibt durchaus auch natürliche Hilfe aus der Hausapotheke gegen Refluxsymptome. So können bestimmte Lebensmittel im akuten Fall helfen, die Beschwerden zu lindern. Sie beheben allerdings nicht die Ursache der Symptome.

Leinsamenaufguss

Zur Schonung der Speiseröhre und der Magenschleimhaut hilft oft ein Leinsamenaufguss. Nehmen Sie 1 Esslöffel geschroteten Leinsamen und übergießen Sie diesen mit 200 ml kochendem Wasser und lassen Sie das Ganze etwa 20 Minuten quellen. Danach seihen Sie den Aufguss ab, um die Leinsamenkörner zu entfernen. Trinken Sie den Schleim in kleinen Schlucken über den Tag verteilt.

Eibischwurzeltee

Insbesondere die Eibischwurzel ist reich an Schleimstoffen, die bei Sodbrennen die Schleimhäute schützen können. Eibischwurzel erhalten Sie in der Apotheke. Für den Tee verwenden Sie 2 Teelöffel fein geschnittene Eibischwurzel und übergießen sie mit ca. 150 ml kaltem Wasser. Der Tee wird mit kaltem Wasser angesetzt, da die Wurzel hitzeempfindlich ist. Lassen Sie den Tee unter gelegentlichem Umrühren etwa 1–2 Stunden ziehen. Dann seihen Sie den Sud durch ein Mulltuch oder ein Teesieb ab und trinken den Tee zimmerwarm.

Kartoffelsaft

Kartoffelsaft ist als Hausmittel etwas in Vergessenheit geraten. Der Saft ist in Reformhäusern und Apotheken erhältlich. Sie können ihn aber auch selbst pressen. Bitte achten Sie darauf, dass Sie nur frische Kartoffeln ohne grüne und auskeimende Stellen verwenden. Schälen Sie die Kartoffeln großzügig, da sich unterhalb der Schale besonders viel Solanin (eine schwach giftige Verbindung) befindet. Die rohen Kartoffeln geben Sie in den Entsafter oder Sie reiben die rohen Kartoffeln mit einer feinen Reibe. Anschließend geben Sie die Masse in ein Küchentuch und pressen den Saft heraus. In beiden Fällen sollten Sie den Saft direkt nach der Zubereitung trinken, da er sonst oxidiert und wertvolle Inhaltsstoffe verliert. Damit der Solaningehalt gering bleibt, sollten nicht mehr als einmal pro Tag 50 ml zur Mahlzeit getrunken werden. 

Kaugummi

Es mag überraschend erscheinen, dass Kaugummi als Hausmittel gegen Sodbrennen helfen soll. Kaugummi regt durch das Kauen den Speichelfluss an und sorgt dafür, dass häufiger geschluckt werden muss. Speichel ist leicht basisch und kann helfen, die Magensäure in der Speiseröhre zu neutralisieren. Außerdem verdünnt der Speichel die vorhandene Säure und hilft, sie durch das häufigere Schlucken in den Magen zurückzutransportieren. Kaugummis sind besonders bei stillem Reflux zu empfehlen. Einen ähnlichen Effekt haben Pastillen und Bonbons, auch sie fördern die Speichelproduktion, haben aber eine kürzere Wirkdauer. Am besten verwenden Sie die zuckerfreien Varianten, aber auch nicht in zu großen Mengen, da die darin enthaltenen Zuckeraustauschstoffe zu Blähungen führen können. Kaugummis mit leichtem Menthol- oder Minzaroma sollten keine negativen Auswirkungen haben, da hier nur ganz kleine Mengen enthalten sind.

Info

Wenn Sie unter stillem Reflux leiden, nehmen Sie bitte keine Kaugummis mit Fruchtgeschmack. Diese enthalten oft Säuerungsmittel, die sich negativ auf den stillen Reflux auswirken können.

Mandeln

Ungesalzene und ungesüßte Mandeln sind ein beliebtes Hausmittel gegen Sodbrennen. Kauen Sie 4–5 Stück gründlich und langsam. Der dabei entstehende Brei kann die überschüssige Magensäure in der Speiseröhre binden und sie wieder in den Magen zurückbefördern. Da Mandeln auch einen hohen Fettgehalt haben, sollten Sie die Menge im Blick behalten und nicht zu viele davon essen. Mehr als eine kleine Handvoll, das sind etwa 25 g, sollten Sie pro Tag nicht essen.

Heilerde

Heilerde wurde bereits in der Antike als Heilmittel eingesetzt. Sie wird aus Lössablagerungen gewonnen. Das feine Pulver besteht aus feinsten Körnchen und enthält Mineralstoffe und Spurenelemente. Heilerde verfügt über ein sehr gutes Bindungsvermögen und bindet dadurch überschüssige Magensäure an sich und transportiert sie durch den Darm, wo sie ausgeschieden wird. Heilerde ist in Pulverform und als Kapseln erhältlich. Im Allgemeinen werden ein- bis zweimal täglich 1–2 Teelöffel des Pulvers in ein Glas mit Wasser eingerührt. Eines davon wird morgens auf nüchternen Magen getrunken, das andere abends. Hier sollten die genauen Einnahmeempfehlungen des Herstellers beachtet werden. Achten Sie bei der Einnahme von Heilerde darauf, ausreichend zu trinken, da es sonst eventuell zu Verstopfung kommen kann. 

Quelle: Köstlich essen Reflux und Sodbrennen