Phytotherapie und EndometrioseHilft Phytotherapie bei Endometriose?

Neben der medizinischen Therapie können auch ergänzende Ansätze bei Endometriose helfen. Die Phytotherapie kann dabei ein Baustein sein.

Arzt hält Model eines Uterus in den Händen und deutet mit einem Stift darauf
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Die Studienlage zur Anwendung bei Endometriose ist insgesamt begrenzt, dennoch können pflanzliche Therapien unterstützend eingesetzt werden.

Phytotherapie umfasst pflanzlich basierte Therapien und lässt sich grob in drei Gruppen einteilen:

  • Pflanzenbestandteile bzw. Extrakte
  • Spezifische Wirkstoffe aus Pflanzen
  • Chinesische Kräutermedizin (»Chinese Herbal Medicine«) als Teil der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM)

Die Studienlage zur Anwendung bei Endometriose ist insgesamt begrenzt, viele Empfehlungen beruhen auf Erfahrungswissen oder Daten zu Regelschmerzen und PMS. Dennoch können pflanzliche Therapien unterstützend eingesetzt werden. 
Die Therapie mit Pflanzenbestandteilen gehört zur erfahrungsbasierten Naturheilkunde. Häufig werden Tee-Mischungen aus verschieden Pflanzen angeboten, typische Inhaltsstoffe sind Frauenmantel, Himbeerblätter, Schafgarbe, echte Kamille, Fenchel und Beifuß. Wichtig ist, dass es sich um eine gute Qualität handelt, idealerweise aus einer Apotheke, die sich auf solche Tee-Mischungen spezialisiert hat.

Ein klassischer Kräutertee bei Regelschmerz ist Schafgarbe-Tee: 1 TL getrocknete Heilpflanze pro Tasse, 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen, zwei bis sechs Tassen täglich trinken. Bei den spezifischen Wirkstoffen gibt es Präparate, die in der Apotheke erhältlich sind und einer Kontrolle bezüglich der Qualität von Inhaltsstoffen unterliegen.

Mönchspfeffer (Vitex agnuscastus)


Ein echter Klassiker der Phytotherapie im Bereich Gynäkologie, häufig angewandt bei prämenstruellem Syndrom (PMS), unregelmäßigem Zyklus oder Kinderwunsch. Hierzu gibt es auch einige Studien, die Datenlage zu Endometriose ist hingegen sehr begrenzt. Übliche Einnahme in Tabletten- oder Flüssigextraktform; Nebenwirkungen können leichte Übelkeit oder Kopfschmerzen sein.

Schafgarbenkraut (Achillea millefolium)


Wirkt bei Regelschmerzen und Krämpfen. Als Phytotherapeutikum mit 250 mg erhältlich. Bei akuten Beschwerden zwei- bis dreimal täglich einnehmen.

Hirtentäschelkraut (Capsella bursapastoris)


Unterstützt bei zu starker Menstruationsblutung, Tabletten mit 400 mg dreimal täglich ab kurz vor der Menstruation einnehmen. 

Goldene Milch


1 Portion
~ 10 Min.

  • 1/2 TL Ghee oder Kokosol
  • 1/2 TL Kurkumapulver (alternativ etwa 1 cm frische Kurkumawurzel, fein gerieben)
  • 1/4 TL Zimt
  • 1/2 TL frisch geriebener Ingwer
  • 1/2 TL Kardamom
  • eine Prise schwarzer Pfeffer, ggf. eine Prise geriebener Muskat
  • 250 ml Hafer- oder Mandeldrink
  • nach Bedarf zum Süßen Ahornsirup/Agavendicksaft

Ghee oder Kokosöl mit den Gewürzen in einem Topf kurz erhitzen,  dann Pflanzenmilch dazugeben und aufkochen lassen, zum Schluss etwas abkühlen lassen. Die gelbe Flüssigkeit durch ein Sieb geben und in eine Tasse gießen.

Mariendistel (Silybum marianum)


Studien zeigen eine leichte Reduktion von Endometrioseherden und Schmerzen; 140 mg Silymarin zweimal täglich. 

Kurkuma (Curcuma longa)


Beeinflusst entzündungsfördernde Signalwege und reduziert damit unter anderem Prostaglandine. Es scheint auch Neubildung von Blutgefäßen in Endometrioseherden zu hemmen. Eine Studie zeigt eine Reduktion von Unterbauchschmerzen, Dysmenorrhö und Dyspareunie, dabei wurde täglich 210 mg getrocknetes Kurkuma-Extrakt eingenommen. Die Bioverfügbarkeit steigt, wenn Fett (z. B. Öl) und schwarzer Pfeffer hinzugefügt werden.

Ingwer (Zingiber officinale)


Hemmt ebenfalls die Prostaglandin-Synthese und reduziert dadurch Schmerzen und Entzündungsreaktionen im Gewebe. Dosierung: 750–1000 mg dreimal täglich als Kapsel oder 10–15 g frisch geriebene Wurzel als Tee. Alternativ kann Ingwer in »Goldener Milch« verwendet werden.

Aromatherapie

Die Aromatherapie ist eine Behandlungsmethode, die mit ätherischen Ölen arbeitet, um das Wohlbefinden von Körper, Geist und Seele zu fördern. Der Geruchssinn beeinflusst das limbische System im Gehirn, das für Gefühle und Erinnerungen zuständig ist. Es gibt eher wenig Studien in diesem Bereich, es handelt sich meist um Erfahrungswissen. Einige Öle können einen sogenannten »Counterirritant-Effekt« (Gegenreiz) verursachen. Dies bedeutet, dass durch lokale Reizung die Schmerzwahrnehmung herabgesetzt wird.
Es gibt Anwendungen durch Massagen, Bäder, Inhalation, als Raumduft mit Duftlampe oder Aroma-Diffuser, als Umschläge oder Kompressen in der lokalen Therapie. Die Öle sollten qualitativ hochwertig sein und eventuelle Allergien müssen berücksichtigt werden.
Bei Endometriose werden ätherische Öle vor allem bei der Massage benutzt. Gebräuchliche Öle sind Lavendel (Lavandula angustifolia), Basilikum, Muskatellersalbei, Majoran, Estragon und Kamille (Matricaria chamomilla).

Ein klassisches Rezept für ein Massageöl gegen Regelschmerzen: 2 Tropfen Lavendel + 2 Tropfen Estragon. Beide Öle in der Handfläche mischen und mit kreisenden Bewegungen im Uhrzeigersinn den Bauch massieren.

Lavendel


Lavendel wirkt beruhigend und entspannend. Bei Schlafstörungen haben sich Kräuterkissen bewährt. Das sind kleine Stoffbeutel, in denen sich Heilkräuter befinden und die du an den Kopfteil deines Betts legen kannst. Geeignete Kräuter sind Lavendel, Kamille, Melisse (Melissa officinalis) oder Hopfen (Humulus lupulus). 

Verwende was du magst und achte auf eine gute Qualität. Die Kräuter müssen vollständig trocken sein, bevor sie in das Kissen gegeben werden und sollten ab und an ausgewechselt werden. Vor dem Schlafengehen etwas zerknautschen, sodass die ätherischen Öle und der Duft besser freigesetzt werden. Achte auch hier auf Allergien und Asthma.

Quelle: Frauengesundheit: Endometriose
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kcl