TCMKurze Einführung in die TCM

Die TCM basiert auf fünf Säulen, die im Zusammenspiel die Gesundheit fördern und Krankheiten vorbeugen. Lesen Sie hier eine kurze Einführung. 

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Die fünf Säulen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) sind: Ernährungslehre, Akupunktur, Kräuterheilkunde, Tuina-Anmo (manuelle Therapie) und die Bewegungsformen Tai Chi und Qi Gong.

Die Ernährung, eine Säule der TCM 

Die grundlegende Säule ist die Ernährung, denn sie trägt tagtäglich entscheidend zu einer stabilen Gesundheit bei. Ist die Ernährung allein nicht ausreichend, wird in der TCM auf Akupunktur und Kräutermedizin zurückgegriffen.
Die Ernährung hat jeden Tag einen Einfluss auf unsere Prävention und wir haben es selbst in der Hand, mit für uns passenden Routinen und Gewohnheiten einen positiven Einfluss darauf zu nehmen. Machen sich Unwohlsein oder Befindlichkeiten bemerkbar, so stehen uns mit der Ernährung der TCM gezielte Empfehlungen und Küchenmedizin bereit. Doch wann ist es hilfreich und sogar nötig, andere Therapiemethoden wie Psychotherapie und Schulmedizin hinzuzuziehen? Wir sehen es als unsere Aufgabe als Therapeutinnen, die Grenzen zwischen den verschiedenen Ansätzen klar zu ziehen und stets zu prüfen, ob die Ernährung allein ausreicht oder ob sie zu einem ganzheitlichen System ergänzt werden muss – sei es durch Psychotherapie, Manuelle Therapie, Schulmedizin oder andere Maßnahmen. 

Was bedeutet es eigentlich, ganzheitlich zu leben? 

Es geht für uns darum, die »Ernährungslehre« oder »Diätetik« als Lebenspflege zu verstehen, in der sich Körper und Psyche in enger Wechselwirkung zueinander befinden. Sogar die grundlegendsten Aspekte des Lebens wie Atmung, Bewegung, Entspannung und Lebensführung sind in der Ernährungstherapie integriert.
Ganzheitlich bedeutet auch, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Dies geht nur, wenn wir ein Verständnis und Wissen über die Abläufe und Funktionen des Körpers und die Natur des Menschen haben. Wenn wir beispielsweise über Themen wie Stress und Burnout sprechen, ist es entscheidend zu verstehen, was es bedeutet, immer wieder auf seine letzten Reserven zurück-zugreifen, und wie man diese schützen oder gezielt wieder auffüllen kann.
Diese ganzheitliche Sichtweise eröffnet uns vielfältige Möglichkeiten. So kann die TCM-Ernährung als Prävention, als Behandlung von Befindlichkeiten bis hin zur ergänzenden Stärkung neben anderen Therapien wie etwa Akupunktur, Kräutermedizin, Schulmedizin oder Psychotherapie eingesetzt werden. In der Prävention spielt die Ernährung eine zentrale Rolle: Mit der TCM-Ernährung können wir aktiv und bewusst für unsere Gesundheit sorgen, bevor Probleme auftreten. Als Behandlungsmethode für Befindlichkeiten hilft uns die Ernährung, unsere Gesundheit selbst in die Hand zu nehmen. Und wenn wir verstehen, wie sinnvoll die grundlegende Stärkung des Körpers ist, können auch andere Therapien in Kombination mit Ernährung fruchten.

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Das Tao, Yin und Yang 

Die TCM bedient sich verschiedener in sich schlüssiger Konzepte, um Mensch und Natur zu beschreiben. Eines der grundlegenden Konzepte ist das Prinzip von Tao und die Polarität von Yin und Yang.

Das Tao 

Das Tao beschreibt die gesamte Philosophie der TCM und damit auch die Entstehung von Yin und Yang. Das Tao ist nicht in Worte zu fassen; beschrieben wird es dennoch als die Einheit, der leere Kreis oder das ruhende Nichts, aus dem die Zweiheit, die Geburt und der Tod und damit Yin und Yang entstehen.
Es beschreibt das Prinzip, dass alles immer im Fluss und stetigen Wandel ist. So wie in der Natur alles in Bewegung ist, so ist auch in uns nichts statisch. Es ist ein Kreislauf von Werden, Sein, Vergehen.
Aus diesem Wandel entstehen Yin und Yang. Sie bilden die Naturerscheinungen wie Berg und Tal, Tag und Nacht, Hitze und Kälte.

Yin und Yang

Yin und Yang, die dynamischen Pole des Lebens, sind in ständiger Bewegung und ständigem Streben nach Harmonie. Sie verkörpern die Gegensätze, wie etwa Tag und Nacht, Licht und Schatten, Aktivität und Ruhe. So wie der Schatten nur durch das Vorhandensein des Lichtes entsteht, existiert das Yang nur, da das Yin existiert. Yang gibt es immer nur im Wechselspiel mit Yin und umgekehrt. Gleichzeitig trägt Yang immer Yin im Kern und umgekehrt. Dies birgt das Potenzial für Veränderung.
Im Wechselspiel von Yin und Yang erkennen wir die Balance, die notwendig ist, um Gesundheit zu bewahren und zu erlangen. Jede Behandlung strebt danach, das Gleichgewicht zwischen Yin und Yang wiederherzustellen.
Das Konzept von Yin und Yang ist eine Möglichkeit, alles in Relation zueinander einzuordnen, damit Ungleichgewichte erkannt und wieder in Balance gebracht werden können. Nur wenn beispielsweise Ruhe und Aktivität oder Hitze und Kälte in Balance zueinander stehen, sind wir in einem guten Gesundheitszustand. Denn permanente Aktivität ohne Ruhe erschöpft uns, während uns zu viel Ruhe lethargisch macht. Ebenso kann der Konsum ausschließlich roher Nahrungsmittel zum Frieren führen, während zu viel gewürzte, gegrillte Speisen zu Hitze führen können. Beispiele für Yin und Yang offenbaren sich überall. Im Körper manifestiert sich Yang als Aktivität, Wärme und Energie, während Yin eher der Anteil der Ruhe, Kühle und der sichtbaren Substanzen wie Blut und Säfte ist.
In der Natur zeigt sich Yang in Form von Sommer, Wärme, Helligkeit, Aktivität und langen Tagen, Yin hingegen zeigt sich dazu als Winter, Kälte, Dunkelheit, Ruhe und kürzere Tage.

Die Prinzipien von Yin und Yang

In jeder Einheit liegt das Gegenteil verborgen, wie beim Pfirsich, der außen zart und saftig ist (Yin), aber im Inneren den harten Kern trägt (Yang), der ihm überhaupt erst Wachstum ermöglicht.
Männer verkörpern prinzipiell nach außen hin mehr Yang in Form von Aktivität und festem Körperbau, aber in der Tiefe tragen sie das verborgene Yin. Da das Yin in der Tiefe liegt, haben sie nicht so leicht Zugang zu ihren Yin-Qualitäten, es fällt ihnen häufig schwerer, über ihre Gefühle zu sprechen.
Frauen hingegen verkörpern im »Außen« meist mehr Yin, geleitet von Intuition und Gefühlen, während sie in ihrer Tiefe das verborgene Yang tragen, das sie in vielen Kulturen die härtesten und ausdauernden körperlichen Arbeiten machen lässt.
In diesem Wechselspiel von Yin und Yang offenbaren sich die tieferen Muster des Lebens, bei dem das eine ohne das andere nicht existieren kann.

Quelle: Handbuch TCM-Ernährung
 kcl