
Kaum ein Ernährungsthema ist so hartnäckig wie der Glaube, dass Spinat besonders viel Eisen enthält. Dieser Mythos geht auf einen historischen Irrtum zurück: Der Physiologe Gustav von Bunge untersuchte 1890 den Eisengehalt von Spinat und kam auf beeindruckende 35 mg pro 100 g. Was dabei übersehen wurde – es handelte sich um getrockneten Spinat. Frischer Spinat besteht zu etwa 90 % aus Wasser, wodurch der tatsächliche Eisengehalt auf rund 3 mg pro 100 g korrigiert werden muss.
Eisenaufnahme: Pflanzlich vs. Tierisch
Obwohl Spinat im Vergleich zu anderen Gemüsesorten viel Eisen enthält, sind tierische Produkte deutlich eisenreicher. Das liegt daran, dass Eisen vor allem im Blut vorkommt – ein Vorteil für Lebensmittel wie Leber oder Blutwurst. Wer also seinen Eisengehalt im Körper signifikant erhöhen möchte, sollte eher zu tierischen Produkten greifen. Spitzenreiter unter den pflanzlichen Eisenquellen sind Weizenkleie mit etwa 16 mg pro 100 g und Zuckerrübensirup mit bis zu 23 mg pro 100 g – wobei letzterer stark schwankende Werte aufweisen kann.
Oxalsäure: Ein Hindernis für die Eisenaufnahme
Spinat enthält nicht nur Eisen, sondern auch Oxalsäure – eine Substanz, die die Aufnahme von Eisen im Körper erschwert. Dennoch muss man nicht auf Spinat verzichten. Die Kombination mit Vitamin-C-haltigen Lebensmitteln kann die Bioverfügbarkeit verbessern. Ein Glas z.B. mit Orangensaft hilft bei der Aufnahme. Auch die Zugabe von Sahne beim Kochen kann die Verdaulichkeit erhöhen.
Warum Eisen für den Körper wichtig ist
Eisen ist ein zentraler Bestandteil des Blutfarbstoffs Hämoglobin und spielt eine entscheidende Rolle bei der Sauerstoffversorgung des Körpers. Darüber hinaus unterstützt es wichtige Stoffwechselprozesse und fördert Konzentration und Aufmerksamkeit. Spinat liefert neben Eisen auch weitere wertvolle Nährstoffe wie Magnesium, Kalium, Vitamin C und verschiedene B-Vitamine.
Quelle: Akademie für Sport und Gesundheit
kcl



