
Weltweit sind Millionen Todesfälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf ungesunde Ernährungsgewohnheiten zurückzuführen. Besonders kritisch sind offenbar ein zu hoher Salzkonsum sowie eine zu geringe Aufnahme von Obst und Vollkornprodukten. Zu diesem Ergebnis kommt ein chinesisches Forschungsteam, das Daten der Global Burden of Disease Study aus 204 Ländern und Regionen für den Zeitraum von 1990 bis 2023 ausgewertet hat.
13 ernährungsbedingte Risikofaktoren untersucht
Untersucht wurden insgesamt 13 ernährungsbedingte Risikofaktoren. Dazu zählen unter anderem:
- ein hoher Konsum von Transfettsäuren, rotem oder verarbeitetem Fleisch, mit Zucker gesüßten Erfrischungsgetränken sowie
- eine unzureichende Zufuhr von Gemüse, Nüssen oder Samen, Hülsenfrüchten, Ballaststoffen und Omega-3-Fettsäuren aus fettem Seefisch.
Ergebnisse
Im Jahr 2023 waren schätzungsweise 5,9 Millionen Todesfälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen – etwa Herzinfarkt oder Schlaganfall – auf die Ernährung zurückzuführen.
Die 3 größten ernährungsbedingten Risikofaktoren
- Die 3 größten Risikofaktoren waren ein zu hoher Natriumkonsum durch Speisesalz, ein Mangel an Obst und Vollkornprodukten.
- Zu viel Salz belastet das Herz in erster Linie durch eine Erhöhung des Blutdrucks.
- Obst und Vollkorn hingegen fördern die Herzgesundheit durch ihren hohen Nährstoff- und Ballaststoffgehalt und ihre entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften.
Männer waren insgesamt stärker von ernährungsbedingten Herz-Kreislauf-Erkrankungen betroffen als Frauen. Außerdem zeigten sich deutliche regionale Unterschiede: Die höchsten Sterblichkeitsraten, bezogen auf die Bevölkerungszahl, wurden auf pazifischen Inseln wie Salomonen und Nauru festgestellt. Möglicherweise werden dort frische Lebensmittel zunehmend durch importierte, stark verarbeitete Produkte ersetzt.
Zufuhrempfehlungen für Salz, Obst und Gemüse, Ballaststoffe
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für den täglichen Verzehr folgende Mengen:
Salz
- Die DGE gibt als Orientierungswert für die Salzzufuhr an: 6 g Speisesalz pro Tag. Das entspricht einem Teelöffel.
- Es sollte mit Jod und Fluorid angereichertes Speisesalz verwendet werden.
Obst und Gemüse
- Täglich 5 Portionen Obst und Gemüse lautet die Empfehlung der DGE. Am besten bunt und saisonal.
- Zudem wird pro Woche eine Portion Hülsenfrüchte sowie täglich eine kleine Portion Nüsse empfohlen.
Ballaststoffe
- Die DGE empfiehlt 30 g Ballaststoffe pro Tag zu verzehren.
- Besonders ballaststoffreich sind Gemüse wie Schwarzwurzel und Artischocke, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen sowie Vollkorngetreide und daraus hergestellte Produkte.
Quelle: www.dge.de
Trotz medizinischer Fortschritte und verbesserter Gesundheitsversorgung steigt die Zahl der Betroffenen weiter an. „Unsere Ergebnisse verdeutlichen, dass eine bessere Ernährungsqualität ein zentraler Faktor für die Prävention von Herzerkrankungen bleiben muss“, erklärt Guo-Shuang Feng vom Beijing Children's Hospital. Die Forschenden sprechen sich für gezielte politische Maßnahmen aus, die an Alter, Geschlecht und regionale Besonderheiten angepasst sind. Künftige Studien sollen zudem stärker das Zusammenspiel unterschiedlicher Ernährungsfaktoren berücksichtigen.
Heike Kreutz/www.bzfe.de





