BallaststoffeBallaststoffe senken Herzrisiko bei Nachtarbeit

Schichtarbeitende können ihr erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen offenbar durch ballaststoffreiche Ernährung senken, zeigt eine Datenauswertung von 220.000 Personen. 

Tableau mit ballaststoffreichen Nahrungsmitteln: Leinsamen, Apfel, Broccoli, Melone, Haferflocken, Chia, rote und schwarze Bohnen
A. Rogge & J. Jankovic/Thieme
Gute Ballaststofflieferanten: Gemüse und Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen.

Wer im Schichtdienst nachts arbeitet, kann sein erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen offenbar durch eine ballaststoffreiche Ernährung senken. Darauf deutet eine Studie von Forschenden der Uppsala Universität in Schweden hin.

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Welche Ernährungsgewohnheiten schützen das Herz?

Viele Menschen arbeiten nachts im Schichtdienst – etwa im Gesundheitswesen oder in der Logistik. Nachtarbeit bringt den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus des Körpers durcheinander und beeinflusst wichtige biologische Prozesse. Dies erhöht unter anderem das Risiko für koronare Herzkrankheiten.

In der aktuellen Untersuchung prüften die Forschenden, ob bestimmte Ernährungsgewohnheiten das Herz schützen können. Es wurden Daten von mehr als 220.000 Teilnehmenden ausgewertet. Innerhalb von 12 Jahren wurde bei 12.265 Personen eine koronare Herzkrankheit festgestellt.

Dafür wurden Schichtarbeitende im Alter von 38 bis 71 Jahren zur Ernährung befragt und in drei Gruppen eingeteilt: ohne Nachtdienst, mit gelegentlichem Nachtdienst und mit regelmäßigem Nachtdienst.

Ergebnisse: Bereits moderater Ballaststoffverzehr senkt Herzrisiko

  • Bei Nachtarbeitenden reichte bereits ein moderater Verzehr von 15 bis 19 Gramm Ballaststoffen täglich aus, um das erhöhte Herzrisiko deutlich abzuschwächen.
  • Dieser Zusammenhang blieb auch dann bestehen, wenn weitere Faktoren wie Körpergewicht, körperliche Aktivität oder Schlafdauer berücksichtigt wurden.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, mindestens 30 Gramm Ballaststoffe täglich mit der Nahrung aufzunehmen.

Gute Ballastoff-Lieferanten sind:

  • Gemüse und Obst,
  • Vollkornprodukte,
  • Hülsenfrüchte,
  • Nüsse und Samen.

Ballaststoffe können das Herz-Kreislauf-Risiko auf verschiedene Weise senken – etwa durch positive Effekte auf das Darmmikrobiom oder günstigere Blutfettwerte. Neben der Ernährung bleiben nach Ansicht der Forschenden aber auch andere Faktoren für die Herzgesundheit wichtig: nicht rauchen, sich regelmäßig bewegen und ausreichend schlafen. Zudem seien weitere Studien nötig, um die Ergebnisse zu bestätigen.

Heike Kreutz/www.bzfe.de