
Die Zahl der Pollenallergiker*innen ist konstant hoch, berichtet die KKH - Kaufmännische Krankenkasse. Demnach war im Jahr 2024 jede 18. bei der KKH versicherte Person aufgrund eines Heuschnupfens in ärztlicher Behandlung. Im Vergleich zu 2014 ist das ein leichtes Plus von 5,2 Prozent.
Besonders viele Allergiker*innen leben in Hessen und Nordrhein-Westfalen. Hier sind jeweils fast 6 Prozent der KKH-Versicherten betroffen. Auf Platz 3 im Bundesländervergleich folgt Bayern mit 5,8 Prozent. Die wenigsten Heuschnupfengeplagten kommen aus Schleswig-Holstein: Hier leidet nur jede 21. Person (4,7 Prozent) unter den herumfliegenden Pollen.
Gräserpollen häufigste Auslöser für Heuschnupfen
Zurzeit sorgen vor allem Gräserpollen für eine hohe Belastung: Sie zählen zu den häufigsten Auslösern von Heuschnupfen und erreichen in der Regel zwischen Mai und Juli ihre Hochphase. Durch milde Temperaturen kann sich diese aber auch nach vorne verschieben oder deutlich verlängern. Gräserpollen gelten als besonders problematisch, da sie in großen Mengen vorkommen und über einen längeren Zeitraum in der Luft bleiben. Für Betroffene bedeutet dies häufig eine langanhaltende Phase mit Symptomen wie Niesen, verstopfter oder laufender Nase, tränenden Augen sowie Juckreiz im Hals. In manchen Fällen kann die Allergie auch Husten oder Atembeschwerden auslösen.
Bei einer Pollenallergie reagiert das Immunsystem überempfindlich auf Eiweißbestandteile der Pollen. Der Körper stuft diese fälschlicherweise als Gefahr ein und löst eine Abwehrreaktion aus, die die typischen Heuschnupfensymptome hervorruft. Für eine gezielte Behandlung ist es wichtig, die Auslöser ärztlich abklären zu lassen. Je nach Diagnose können Medikamente die Symptome lindern oder langfristige Therapien wie eine Hyposensibilisierung helfen, die Ursache der Allergie zu behandeln.
Was Betroffene selbst tun können
Ergänzend zur Therapie können Betroffene selbst aktiv werden:
- Verfolgen Sie die aktuelle Pollenbelastung über Apps oder Online-Dienste und passen Sie Ihren Alltag, wenn möglich, entsprechend an. Planen Sie Aktivitäten im Freien beispielsweise in pollenärmeren Stunden.
- Lüften Sie gezielt zu Zeiten mit geringer Belastung und halten Sie Fenster bei starkem Pollenflug geschlossen.
- Wechseln Sie Kleidung nach dem Aufenthalt im Freien und waschen Sie Pollen von Haut und Haaren ab.
KKH-Auswertung zu Heuschnupfen
Die KKH Kaufmännische Krankenkasse hat bundesweit Daten zur Häufigkeit pollenbedingten Heuschnupfens (Allergische Rhinitis durch Pollen, J 30.1 nach ICD-10) für die Jahre 2014 und 2024 ausgewertet. Die Analyse zeigt:
- Rund 91.100 Versicherte waren bundesweit wegen allergischer Rhinitis in ärztlicher Behandlung (darunter rund 54.100 Frauen und rund 37.000 Männer).
- Damit stieg der Anteil der Heuschnupfenpatient*innen am Versichertenbestand von 2014 auf 2024 bundesweit insgesamt von 5,3 auf 5,5 Prozent, bei den Frauen von 5,5 auf 5,9 Prozent und bei den Männern von 4,9 auf 5,1 Prozent.
Quelle: Kaufmännische Krankenkasse - KKH





