Ocimum basilicumBasilikum – ein königliches Gewürz

Viele Menschen glauben, Basilikum sei ein urwüchsiger Italiener. Dem ist aber nicht so: Ocimum basilicum wurde schon vor 5000 Jahren in Indien kultiviert. 

Genueser Basilikum (grünblättrig)
Rudi Beiser
Genueser Basilikum gehört zu den grün- und großblättrigen Basilikumsorten..

Gewürzpflanze mit vielseitigen Düften

Das aus Indien stammende Basilikum (Ocimum basilicum) hat sich als Garten- und Gewürzpflanze auf der ganzen Welt verbreitet. Schon vor Tausenden Jahren erreichte es die alten Hochkulturen rund ums Mittelmeer. Vor allem in Italien fand es eine zweite Heimat. Nach Deutschland kam es vermutlich erst im 12. Jahrhundert.

Möglicherweise kennst du nur das grünblättrige Basilikum, das häufig als Gewürzpflanze angeboten wird. Aber das ist nur eine von vielen Sorten, denn Ocimum basilicum spaltet sich in viele Varietäten auf, die von Menschenhand züchterisch selektiert wurden. So entstanden Sorten mit starken Schwankungen in der Zusammensetzung des ätherischen Öls. Man nennt solche Varianten Chemotypen. In den bekannten grünblättrigen mediterranen Sorten dominieren beispielsweise die Komponenten Linalool und Cineol, während in nach Anis duftenden Sorten, die häufig in Asien verwendet werden, Estragol dominiert. Im Zimtbasilikum findet man viel Methylcinnamat und im Zitronenbasilikum viel Citral.

Genauso wie der Duft kann auch die Blüten- und Blattfarbe variieren: es gibt weiße, rosa und violett blühende Sorten sowie Sorten mit grünen oder rötlichen Blättern. Auch bezüglich Blattgröße und Wuchshöhe gibt es Variationen. Probiere in deinem Garten oder Balkonkasten einmal die verschiedenen Sorten aus. Du wirst überrascht sein von den vielschichtigen Düften der unterschiedlichen Sorten. Da ist doch der botanische Name diesbezüglich sehr vielsagend: Ocimum basilicum bedeutet königlich duftend!

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Beliebtes Küchengewürz

Das aromatische Basilikum ist vor allem als Gewürzpflanze für die italienische Küche  bekannt. Aber auch aus den Küchen von Thailand, Malaysia und Vietnam ist Basilikum nicht wegzudenken. Hier verwendet man vor allem das süßlich duftende Thai-Basilikum.

Das klassische grünblättrige Basilikum hat ein angenehmes pfeffrig-süßliches Aroma mit einem warmwürzigen Hauch von Nelke. Dieser sogenannte Mittelmeertyp hat einer Vielzahl mediterraner Spezialitäten die Tür zur deutschen Küche geöffnet. Wer kennt nicht den Insalata Caprese, ein Tomatensalat mit Mozzarella und zerzupften Basilikumblättern, beträufelt mit einem fruchtigen Olivenöl und einem Hauch Balsamico-Essig. Die berühmteste Spezialität ist das ligurische Pesto, eine Spaghettisoße aus Basilikum, Olivenöl, Knoblauch, Parmesan und Pinienkernen. Basilikum passt aber nicht nur zu Tomaten, Pizza und Pasta, sondern auch zu Fisch, mediterranem Gemüse, Pilz- und Reisgerichten, Suppen, Salaten, Kräuterbutter, Frischkäse und Eierspeisen. Du kannst damit aber auch vorzüglich Wein, Tee, Likör sowie Essig und Öl aromatisieren. Zitronige und zimtige Sorten passen zudem gut zu Süßspeisen.

Sortenvielfalt zum Ausprobieren

In gut sortierten Kräutergärtnereien oder Online-Shops bekommst du ein großes Angebot an Samen und Pflanzen, sodass du dir ein wahres Basilikum-Paradies anlegen kannst. Einige empfehlenswerte Sorten der Art Ocimum basilicum sollen nachfolgend vorgestellt werden:

Das in Europa üblicherweise genutzte grünblättrige Basilikum (Ocimum basilicum var. majus) ist ein Mittelmeertyp, mit dem klassischen Pestoaroma. Empfehlenswerte Sorten, die diesen großblättrigen Typus repräsentieren sind beispielsweise ‘Genoveser’, ‘Großes Grünes’, ‘Crispum’, ‘Neapolitanisches’, ‘Salatblättriges’ oder ‘Green Ruffles’.

Das gleiche Aroma wie der Mittelmeertyp besitzen die roten Sorten (Ocimum basilicum var. purpurascens), oft sind sie sogar noch etwas kräftiger im Geschmack. Rote Basilikumsorten, wie ‘Amethyst’, ‘Dark Opal’, ‘Osmin’, ‘Purple Ruffles' ‘Rothaut' oder ‘Rubin’, haben durch die purpurroten Blätter einen erstaunlichen Zierwert, der sich nicht nur im Gartenbeet, sondern auch auf dem Teller oder in der Teetasse bemerkbar macht.

Das Griechische Buschbasilikum (Ocimum basilicum var. minimum) hat kleine grüne Blätter und ein kräftiges Aroma. Es ist im Anbau sehr robust und eignet sich besonders für den Topfgarten.

Das Zimt-Basilikum (Ocimum basilicum var. cinnamomum), manchmal auch Mexikanisches Gewürzbasilikum genannt, ist eine wunderschöne robuste Pflanze für den Anbau. Sie besitzt ein süßlich-warmes Zimtaroma, das auch sehr gut in Genuss-Tees zur Geltung kommt.

Das bekannteste Thai-Basilikum namens Horapha (Ocimum basilicum var. thyrsiflorum) hat einen süßlichen Anis-Lakritz-Duft, weshalb es auch als Anis-Basilikum gehandelt wird. Empfehlenswerte Sorten dieser Varietät sind ‘Siam Queen’, ‘Thai Magic’ und ‘Purple Crown’.

Neben der klassischen Art Ocimum basilicum, gibt es noch andere Arten, die gerne kultiviert werden. Dazu gehören beispielsweise zitronenduftende Arten wie Ocimum citriodorum oder Ocimum americanum. Ebenfalls beliebt ist das Heilige Basilikum (Ocimum tenuiflorum), das auch unter dem Namen Tulsi bekannt ist.

Auch als Heilpflanze bekannt

In der rationalen Phytotherapie bekam Basilikum keinen Platz, vor allem wegen des Gehalts an Estragol und Methyleugenol (siehe Info-Kasten). In der Volksmedizin wird Basilikum allerdings seit Jahrhunderten als Heilpflanze genutzt:

  • In erster Linie gilt es als appetitanregend, verdauungsfördernd, entblähend, krampflösend und leicht harntreibend.
  • Die Basilikum-Art Tulsi ist in der ayurvedischen Medizin fast ein Allheilmittel, neuere Untersuchungen bestätigen eine Antistresswirkung und immunstimmulierende Effekte.

Hintergrund: Estragol und Methyleugenol

In den letzten Jahren kamen verschiedene Pflanzen in Verruf weil sie Estragol (Methylchavicol) und Methyleugenol enthalten. Dazugehören beispielsweise Anis, Fenchel, Estragon und auch Basilikum. Diese beiden kritischen Stoffe sind im ätherischen Öl der Pflanze zu finden und stehen im Verdacht krebsauslösende und erbgutverändernde Wirkungen zu haben.

Die Karzinogenität  wurde bislang ausschließlich im Tierversuch mit Nagern an der Reinsubstanz beobachtet. Es gibt noch keine Untersuchungen, die eine Gesundheitsgefährdung beim Menschen belegen.

Aus Vorsorgegründen empfiehlt das Bundesamt für Risikobewertung den dauerhaften und regelmäßigen Verzehr der betroffenen Pflanzen einzuschränken. Gegen den gelegentlichen Einsatz in der Küchenpraxis als Gewürz oder als Tee gibt es aber keine Einwände. Wie so oft gilt hier die alte Regel des Mediziners Paracelsus: „Allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist“. 

Rezept: Pesto Genovese

Zutaten
  • 120 g frisches Basilikum
  • 150 ml Olivenöl
  • 2 Knoblauchzehen
  • 40 g Parmesan
  • 40 g Pinienkerne
  • Saft einer ½ Zitrone
  • 2 TL Salz
Zubereitung

Das Basilikum mit einem scharfen Messer ganz fein schneiden und gleich mit Öl übergießen, damit die Aromen eingefangen werden. Am besten nicht im Mixer pürieren, denn Basilikum hat eine hohe Oxidationsempfindlichkeit. Das Oxidieren der Phenole führt zu Geschmackseinbußen. Gepresste Knoblauchzehen und frisch geriebenen Parmesan untermischen. Mit dem Wiegemesser grob zerkleinerte Pinienkerne, Zitronensaft und Salz zugeben und alles gut durchrühren.

Und zum Schluss …

 Es gibt nicht nur ein Basilikum, denn die Art hat sich in viele Varietäten und Sorten aufgespalten. Vielleicht hast du Lust neben dem klassischen grünen Basilikum auch einmal anders duftende und schmeckende Sorten auszuprobieren.

Wichtiger Hinweis!

Wie jede Wissenschaft ist die Heilpflanzenkunde ständigen Entwicklungen unterworfen. Soweit in diesem Beitrag medizinische Sachverhalte, Anwendungen und Rezepturen beschrieben werden, handelt es sich naturgemäß um allgemeine Darstellungen, die eine individuelle Beratung, Diagnose und Behandlung durch eine Ärztin, einen Arzt oder eine/einen Apothekerin nicht ersetzen können. Jede/Jeder Nutzende ist für die etwaige Anwendung und vorherige sorgfältige Prüfung von Dosierungen, Applikationen oder sonstigen Angaben selbst verantwortlich. Autoren und Autorinnen und Verlag haben große Sorgfalt darauf verwendet, dass diese Angaben bei ihrer Veröffentlichung dem aktuellen Wissensstand entsprechen. Eine Haftung für Schäden oder andere Nachteile ist jedoch ausgeschlossen.

Für die meisten Heilpflanzen fehlen Studien zu Unbedenklichkeit bei der Anwendung in der Schwangerschaft und während der Stillzeit, sowie bei Säuglingen, (Klein-)Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren. Alle beschriebenen Anwendungen sollten daher, sofern nicht ausdrücklich im Beitrag anders beschrieben, bei diesen Personen und in diesen Lebensphasen nicht ohne ärztliche Zustimmung angewendet werden.

  1. Beiser R.  Heilpflanzen und Kräuter aus dem eignene Garten. Stuttgart: Ulmer Verlag 2025
  2. Beiser R.  Kräuterglück. Stuttgart: Ulmer Verlag; 2015

Wildkräuter- und Heilpflanzenexperte 

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